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6 wichtige Limits von Google Analytics [UPDATE]

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Veröffentlicht November 25, 2022

6 wichtige Limits von Google Analytics [UPDATE]

Dieser Blogbeitrag wurde ursprünglich am 8. Januar 2020 unter dem Titel „4 Nachteile von Google Analytics, die Sie kennen sollten, bevor es zu spät ist“ veröffentlicht.

Die kostenlose Version von Google Analytics, auch Universal Analytics genannt, ist mit einem Marktanteil von 86 % die bis heute am weitesten verbreitete Web Analyticsplattform. Sie bietet eine Vielzahl von Funktionen, wurde von einer der bekanntesten Marken der Welt entwickelt und ist kostenlos. Kein Wunder, dass es so beliebt ist.

Aus geschäftlicher Sicht klingt eine kostenlose Analyticsplattform eines bekannten Tech-Giganten großartig. Aber wie die meisten kostenlosen Produkte hat auch sie ihre Limits. Erkennen Sie, welche das sind, wie sie sich auf die Ziele Ihrer Projekte auswirken und was Sie dagegen tun können.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Limits hat Google Analytics?
    1. 1. Gesampelte Daten
      1. Wann erfolgt das Datensampling?
      2. Wie wirkt sich das Datensampling auf Ihre Berichterstattung aus?
      3. Wie lässt sich das Problem der Datenstichproben lösen?
    2. 2. Kein Zugang zu Rohdaten
    3. 3. Hitlimits
      1. Welche Möglichkeiten haben Sie nach 10 Millionen Treffern?
    4. 4. Google Analytics verstößt gegen die DSGVO
      1. Wo liegt hier das Problem?
      2. Begrenzte Datenkontrolle
      3. Keine Wahl der Datenresidenz
    5. 5. Mangel an eingebautem Datenschutz 
      1. Kein verlässliches System zum Einholen von Einwilligungen
      2. Keine anonyme Datenerhebung
    6. 6. Mangel an engagierter Kundenbetreuung und -unterstützung
  2. Welche Limits hat Google Analytics 4?
    1. Fehlende Funktionen
      1. Fehlende Metriken und Berichte
      2. Komplexes Setup des Conversion-Trackings
      3. Fehlende Integrationen
      4. Keine benutzerdefinierten Kanalgruppierungen
      5. Begrenzte Optionen für die Anpassung von Dashboards
      6. Keine benutzerdefinierten Vermerke
    2. Unintuitive Benutzeroberfläche
    3. Unzulängliche Datenschutzfunktionen
      1. Einwilligungsmodus
      2. IP-Anonymisierung
    4. Keine geeignete Option, um Datenverluste durch niedrige Opt-in-Raten zu begegnen
    5. Komplexer Migrationsprozess
    6. Steile Lernkurve
    7. Gemeinsame Limits von Google Analytics 4 und Universal Analytics
  3. Was tun, damit Google Analytics Sie nicht einschränkt 

Welche Limits hat Google Analytics?

1. Gesampelte Daten

Google Analytics führt Stichproben Ihrer Daten durch, sodass nur eine Teilmenge Ihres Datenverkehrs analysiert und zur Schätzung der Gesamtergebnisse verwendet wird.

Google erklärt dies folgendermaßen: Wenn Sie beispielsweise die Anzahl der Bäume auf einer Fläche von 100 Hektar mit relativ gleichmäßiger Baumverteilung schätzen wollten, könnten Sie die Bäume auf einem Hektar zählen und das Ergebnis mit 100 malnehmen oder die Anzahl der Bäume auf einem halben Hektar mit 200 multiplizieren. So würden Sie eine recht genaue Angabe für die gesamten 100 Hektar erhalten. [Quelle]

Google nimmt Stichproben von Daten, um den Verarbeitungsaufwand für jedes kostenlose Google Analytics-Konto zu verringern. Das mag im obigen Beispiel zwar gut funktionieren, aber die Besucher Ihrer Website sind alles andere als „relativ gleichmäßig“. Wäre dies der Fall, welchen Sinn hätten dann Ihre fortgeschrittenen Analysen, um die Besucher zu verstehen? Warum sollten Sie die Wege der Besucher aufzeichnen?

Wann erfolgt das Datensampling?

Wenn Sie einen Schwellenwert von 500.000 Sitzungen überschreiten, wird das Sampling aktiviert, aber es gibt Ausnahmen. Im Support-Artikel erläutert Google, dass dies beispielsweise aufgrund der „Komplexität Ihrer Analytics-Implementierung, die Verwendung von Datenansichtsfiltern, die Abfragekomplexität für die Segmentierung oder eine Kombination dieser Faktoren“ passieren kann. [Quelle]

Selbst bei Websites mit geringem Datenverkehr kann es bei Folgendem zu Stichproben kommen:

  • Benutzerdefinierte Berichte
  • Gefilterte Ansichten 
  • Segmente 
  • Lange Zeiträume
Das Sampling findet immer dann statt, wenn Sie dieses goldene Schild-Symbol sehen

Und für Berichte zur Datenflussvisualisierung, wie User Flow, Behavior Flow, Events Flow und Goal Flow, gilt ein niedrigerer Schwellenwert von 100.000 Sitzungen, bevor das Datensampling einsetzt.

Dies kann zu Diskrepanzen in den Berichten führen. Google erwähnt dies in den Support-Materialien: Die Ergebnisse der Berichte zur Visualisierung des Besucherflusses, einschließlich der Einstiegs-. Ausstiegs- und Conversion-Raten, können von denen der Standardberichte zum Verhalten und zu Conversions abweichen, da sie auf einem anderen Stichprobensatz basieren. [Quelle]

Wie wirkt sich das Datensampling auf Ihre Berichterstattung aus?

Stichproben geben ein ungenaues Bild der Geschehnisse auf Ihrer Website wieder und erhöhen das Risiko von Verzerrungen.

Stichprobenartige Daten geben kein vollständiges Bild ab. Dadurch entsteht ein Messfehler. Die Fehlerquote hängt von der Größe und Qualität der Stichprobe ab. Und Sie können nicht sicher sein, ob Ihre Software einen repräsentativen Satz Ihres Traffics auswählt oder nicht.
Dies bedeutet, dass Ihre Berichte nicht genau sind und es schwierig ist, bestimmte Zahlen wie die Höhe der Einnahmen zu ermitteln.

Wie lässt sich das Problem der Datenstichproben lösen?

Die Stichprobenbildung hängt davon ab, mit wie vielen Hits und Sitzungen Sie arbeiten und wie komplex Ihr Analytics Setup ist.

Wenn Sie Google Analytics nutzen und auf ungesampelte Daten zugreifen möchten, müssen Sie mit grundlegenden Optionen wie Standardberichten arbeiten oder erweiterte Berichte vermeiden. Sie können auch den Zeitrahmen der Analyse einschränken.

Diese Lösungen schränken Ihre Flexibilität bei der Verwaltung Ihrer Daten ein. Sie könnten auf Google Analytics 360 aufrüsten, aber auch hier werden Daten ab 100 Millionen Sessions pro Monat gesampelt.

Wenn Sie verlässliche Berichte sowie fortgeschrittene Analysen und die Möglichkeit haben möchten, verschiedene Anwendungsfälle zu berücksichtigen, z. B. die gesamte Customer Journey zu tracken, benötigen Sie vollständige Datensätze. Mit ungesampelten Daten entgehen Ihnen keine wertvollen Informationen, und Ihre Berichte werden präzise. Die gute Nachricht ist, dass es andere Analyticsplattformen gibt, die Ihnen helfen, diese Ziele zu erreichen, und die ebenfalls kostenlos sind.

Lesen Sie mehr über das Sampling und wie es sich auf Ihre Berichte auswirkt: Rohdaten und gesampelte Daten: Wie Sie genaue Daten erhalten

2. Kein Zugang zu Rohdaten

Mit Google Analytics haben Sie keinen Zugriff auf Rohdaten. Sie erhalten nur aggregierte Informationen, die in einem zusammengefassten Format dargestellt werden, sodass Ihren Berichten möglicherweise wertvolle Details fehlen. Außerdem ist es schwieriger, anspruchsvolle Analysen durchzuführen.

Analysten verlassen sich auf Rohdaten, um mehr Genauigkeit zu erhalten und Details zu ergründen. Diese Art von Daten kommt direkt von der Quelle. Sie können sie in jedes beliebige Formular, Programm oder jeden beliebigen Bericht einfügen. Da es sich um unverarbeitete Daten handelt, können Sie sie genau nach Ihren Wünschen formatieren und erweiterte Auswertungen vornehmen.

Sie können Rohdaten auch nach Belieben visualisieren, z. B. indem Sie sie in Business Intelligence- und Visualisierungstools wie Tableau, Microsoft Power BI und Sisense exportieren. Auf diese Weise verbinden Sie mehrere Datenquellen und bereinigen, gestalten und modellieren Ihren Datensatz für den gewünschten Bericht.

Dadurch bauen Sie einen zentralen Datensatz auf und beseitigen Datensilos.

Leider können Sie bei Google Analytics nur mit einem kostenpflichtigen Plan mit Rohdaten arbeiten. Dennoch bleiben einige Blockaden bestehen, da Sie Zugang zu BigQuery, einem Google-Produkt, benötigen. Dies ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, die von Ihrem Datenvolumen abhängen.

Wenn Sie jedoch neue Filter und Visualisierungen anwenden und neue Perspektiven gewinnen möchten, wäre es wohl angebracht, sich an andere Anbieter zu wenden, die Rohdaten ohne zusätzlichen Aufwand anbieten. Sie erhalten diese kostenlos und benötigen keine zusätzlichen Plugins und Tools; stattdessen verwenden Sie eine API, um direkt auf diese Daten zuzugreifen.

3. Hitlimits

Sie können bis zu 10 Millionen Hits pro Monat erreichen. Es ist wichtig, dies nicht mit Besuchern oder Sitzungen zu verwechseln. Im Support-Artikel erklärt Google:  „Jede Nutzerinteraktion kann als einzelner Treffer an Analytics gesendet werden. Beispiele sind Seitenaufrufe, Bildschirmaufrufe, Ereignisse und E-Commerce-Transaktionen. Daher können für eine einzelne Sitzung viele Treffer (Hits) erfasst werden“.

Quelle

Ihre Website-Besucher generieren während eines einzigen Besuchs mehrere Hits. Bei kleineren Projekten reichen diese 10 Millionen für eine solide Analyse aus. Wenn Ihre Analyticsprojekte jedoch fortgeschrittener werden und der Verkehr zunimmt, wird die 10-Millionen-Grenze schnell erreicht. 
 
Was passiert also, wenn Sie die Höchstzahl an Hits erreichen? Alles, was über 10 Millionen liegt, wird möglicherweise nicht mehr erfasst. Oder Sie verlieren den Zugang zu den von Ihnen erstellten Berichten und die Möglichkeit, die Aktivitäten auf Ihrer Seite genau zu verfolgen.

In den Nutzungsbedingungen von Google heißt es: Es kann nicht gewährleistet werden, dass die überzähligen Treffer verarbeitet werden. Wenn das Treffervolumen der Property das Limit übersteigt, ist es möglich, dass in Google Analytics eine Warnung angezeigt wird und Sie auf keine Berichte mehr zugreifen können. [Quelle]

Welche Möglichkeiten haben Sie nach 10 Millionen Treffern?

Das Google-Team wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen und Ihnen ein Upgrade auf Analytics 360 vorschlagen. Wenn der hohe Preis von Google Analytics 360 für Sie nicht in Frage kommt, sollten Sie andere Optionen erwägen. Sie könnten beispielsweise bei Google Analytics Standard bleiben und Folgendes tun:

  • Erhöhen Sie Ihre Sampling-Rate. Google Analytics wird weniger Daten verarbeiten. Jedoch werden Sie mit weniger genauen Informationen arbeiten. Je höher die Sampling-Rate, desto verwässerter und verzerrter werden Ihre Berichte. 
  • Verfolgen Sie eine weniger detaillierte Strategie. Benutzerdefinierte Events, virtuelle Seitenaufrufe, Benutzer-Timing und andere Ereignisse erzeugen Hits. Dies sind Schlüsselaspekte eines detaillierten Analysemodells, aber um die Zahl der Zugriffe zu verringern, müssen Sie Abstriche machen.

Beide Optionen beeinträchtigen jedoch die Effektivität Ihrer Analysen und erschweren die Auswertung Ihrer Metriken. 

Wenn Sie größere und komplexe Analyseprojekte durchführen, ist es ratsam ein flexibles Tool zu wählen, mit dem Sie so viele Aktionen, Events und Eigenschaften tracken können, wie Sie möchten. So erreichen Sie spezifische Ziele und erhalten genaue Daten.

4. Google Analytics verstößt gegen die DSGVO

In den vergangenen Jahren gerieten Google Analytics und seine Muttergesellschaft Google LLC wegen fragwürdiger Datenschutzpraktiken mehrfach ins Visier europäischer Aktivisten. Dies führte zu rechtlichen Schritten auf der Grundlage der Datenschutz-Grundverordnung. 

Zunächst verhängten mehrere europäische Datenschutzbehörden, darunter die französische CNIL, das schwedische IMY und die belgische APD, gegen Google Geldstrafen in Höhe von mehreren Millionen Dollar. Dann, am 12. Januar 2022, veröffentlichte die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) ihren Bescheid, dass die Verwendung von Google Analytics gegen die DSGVO verstößt.

Lesen Sie mehr über den Ansatz anderer europäischer Datenschutzbehörden zu diesem Thema:

Die niederländische Datenschutzbehörde AP hat nun erklärt, dass die Verwendung von Google Analytics „möglicherweise nicht zulässig ist“.

Die norwegische Datenschutzbehörde; Datatilsynet, veröffentlichte eine ähnliche Stellungnahme wie die der AP.

Das Hauptbedenken bei der DSGVO-Compliance von Google Analytics: es speichert Nutzerdaten, einschließlich Details über in der EU ansässige Personen, auf Cloud-Servern in den USA. Außerdem ist Google LLC ein US-amerikanisches Unternehmen und unterliegt damit den US-Überwachungsgesetzen, wie dem Cloud Act.

Wo liegt hier das Problem?

Im Juli 2020 erklärte der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) den Privacy-Shield für ungültig. Das Abkommen regelte den Datentransfer aus der EU und der Schweiz in die USA. 

In diesem als Schrems II bekannten Urteil entschied der Europäische Gerichtshof, dass der Transfer personenbezogener Daten aus der EU in die USA rechtswidrig ist, wenn die Unternehmen die Sicherheit der Daten vor US-Geheimdiensten nicht garantieren können. 

Daraufhin griffen Google und andere Unternehmen auf ihre eigenen Standardvertragsklauseln (SCC) und verbindliche interne Datenschutzvorschriften (BCR) zurück, um die in die USA übermittelten Daten zu schützen.

In dem oben genannten Bescheid stellt die österreichische DSB fest, dass es möglich ist, die mit Google Analytics gesammelten Informationen mit einer Person zu verknüpfen. Auch die von Google als einzige Schutzmaßnahme eingeführten SCCs schützen die Daten von EU-Bürgern nicht vor Überwachung durch die USA. Aus diesem Grund sollten Organisationen, die Analysedaten über in der EU ansässige Personen sammeln, Google Analytics nicht verwenden.

Lesen Sie mehr über den Ansatz von Google Analytics zum Datenschutz und die jüngsten Urteile in: Ist Google Analytics DSGVO-konform?

Dieses Problem ist für die Nutzer schwer zu lösen. Wenn Sie Google Analytics verwenden, werden Ihre Daten in verschiedenen Google-Rechenzentren gespeichert, hauptsächlich in den USA, aber auch an anderen Standorten auf der ganzen Welt. Sie wissen nie genau, wo. Dies beeinträchtigt die Gesetzeskonformität und erschwert die Datensicherheit.

Die vollständige Liste der Rechenzentren finden Sie hier.

Die größten Compliance-Probleme von Google Analytics liegen also im unzureichenden Schutz und der Kontrolle der Daten. Auf die Datenkontrolle gehen wir im nächsten Abschnitt näher ein.

Begrenzte Datenkontrolle

Datenkontrolle bedeutet, dass Sie die einzige Partei sind, die Zugang zu den Kundeninformationen hat, und dass Sie bestimmen, wie diese verwendet werden. Google Analytics bietet Ihnen das nicht. 

Da Google Analytics Ihre Daten in willkürlich ausgewählten Rechenzentren speichert, kennen Sie die Serverstandorte nicht und kontrollieren nicht, wer auf diese Daten zugreift. 

Außerdem unterliegt Google, wie bereits erwähnt, den US-Überwachungsgesetzen, die US-Unternehmen zur Weitergabe von Daten an US-Behörden verpflichten. Google Analytics bietet also keine angemessenen Schutzmaßnahmen, die verschiedene Datenschutzgesetze vorschreiben. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt zur Datenresidenz.

Ferner beansprucht Google das Recht, Ihre Daten zu speichern und zu nutzen, und erklärt:

Google und seine hundertprozentigen Tochtergesellschaften sind berechtigt, die bei Ihrer Nutzung des Dienstes gesammelten Informationen zu speichern und gemäß den Bedingungen ihrer Datenschutzbestimmungen (zu finden, unter https://www.google.com/policies/privacy/) zu verwenden. 

Mit anderen Worten: Die Informationen, die Google Analytics-Nutzer auf der Plattform sammeln, werden mit Nutzern anderer Google-Produkte geteilt, wie:

  • Google-Ads
  • YouTube
  • Google AdSense

Sie können in den Datenschutzbestimmungen von Google nachlesen:

Auf vielen Websites und in vielen Apps werden Google-Dienste eingesetzt, um die Inhalte zu verbessern und auf Dauer eine kostenlose Nutzung zu ermöglichen. Durch die Integration unserer Dienste werden über diese Websites und Apps Daten an Google übermittelt.

Die von Google Analytics gesammelten Daten ermöglichen auch die Erstellung von Google Nutzerprofilen. 

Dies könnte jede Organisation, die auf den Schutz ihrer Daten angewiesen ist, beunruhigen. Je mehr Unternehmen auf Ihre Daten zugreifen, desto größer ist die Gefahr von Sicherheitsverletzungen. Sie kontrollieren nicht, wie Google die Daten verwendet, daher ist es schwierig, die Datenerfassung an die Datenschutzauswahl der betroffenen Person anzupassen.

Andererseits gibt Ihnen die Datenkontrolle Flexibilität und ermöglicht anspruchsvolle Analysen. Wenn Sie die Daten richtig handhaben, erhalten Sie Details auf Benutzerebene und sammeln Daten aus weiteren Quellen, z. B. aus Post-Login-Bereichen.

Am 1. Dezember 2021 trat in Deutschland das Telekommunikation-Telemedien-Datenschutzgesetz, kurz TTDSG, in Kraft. Es fasst die relevanten Regelungen wie die DSGVO, das Telemediengesetz (TMG) oder die ePrivacy-Richtlinie in einem Bundesgesetz zusammen. 

Das TTDSG macht präzisere Vorgaben u. a. über den Schutz aller Informationen, die ein Webseitenbetreiber auf einem Endgerät des Nutzers speichert oder auf die dieser zugreift. Darunter fällt auch die weitere Verwendung der Daten durch Tools wie Google Analytics.

Da Google Analytics die Daten von EU-Bürgern an Drittparteien außerhalb der EU weitergibt und dem Cloud Act unterliegt, bietet es kein angemessenes Schutzniveau im Sinne des TTDSG. 

Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: TTDSG – Piwik PRO reagiert kunden- und datenorientiert

Keine Wahl der Datenresidenz

Wenn Ihr Unternehmen personenbezogene Daten verarbeitet und in mehreren Ländern tätig ist, sollten Sie die lokalen Datenschutzgesetze kennen. Dazu gehören die Gesetze in den Ländern, in denen Daten gesammelt und gespeichert werden. Außerdem kommt es vor, dass Ihre internen Protokolle oder Industriestandards vorschreiben, Daten intern zu halten.  

So gibt es beispielsweise in einigen Ländern wie Australien, Kanada, Deutschland, Indien, Russland und der Schweiz Gesetze, die die Speicherung personenbezogener Daten der Einwohner innerhalb der Landesgrenzen vorschreiben. 

Wenn Sie Daten über EU-Bürger sammeln, sollten Sie diese Daten unbedingt auf Servern in der EU speichern. Sie sammeln und verarbeiten Daten einfacher und vermeiden auch mögliche rechtliche Probleme bei Datenübertragungen außerhalb der EU.

Schaffen Sie sich eine Analyticsplattform an, die es Ihnen ermöglicht, Daten auf Ihren eigenen Servern zu speichern oder bestimmte Speicherorte zu wählen. Dies hilft Ihnen, die lokalen Verpflichtungen zu erfüllen und sich auf die Arbeit mit Daten für Ihre Projekte zu konzentrieren.

5. Mangel an eingebautem Datenschutz 

Google Analytics wurde nicht im Hinblick auf den Datenschutz entwickelt. Es lässt in Bereichen: Transparenz, Datenresidenz und der Kontrolle der Daten durch den Einzelnen zu wünschen übrig. Aus diesem Grund müssen Sie sich selbst um den Datenschutz kümmern.

Da die Compliance immer wichtiger wird, lohnt es sich, Analyticsplattformen zu berücksichtigen, die ein vollständiges Paket an Datenschutzfunktionen bieten.

In unserem Artikel erfahren Sie mehr über die Zunahme von Datenschutzvorschriften: 10 neue Datenschutzgesetze auf der ganzen Welt und wie sie sich auf Ihre Analysen auswirken werden

Kein verlässliches System zum Einholen von Einwilligungen

Google Analytics verfügt nicht über ein zuverlässiges Consent Management System. Das kann Probleme bereiten, wenn Sie Analyseprojekte durchführen, da Sie dabei häufig personenbezogene Daten sammeln. Verschiedene Datenschutzgesetze verlangen die Einwilligung der betroffenen Personen, wenn Sie solche Daten verarbeiten wollen. In diesem Fall ist es am besten, eine Software zu verwenden, die den Datenschutzvorschriften entspricht und die Arbeit mit Daten auf Nutzerebene ermöglicht. 

Google hat Funding Choices entwickelt, eine Plattform zur Verwaltung von Einwilligungen für große Publisher, die ihr Dateninventar über Google-Produkte monetarisieren. Das IAB (Interactive Advertising Bureau) genehmigte die Plattform im Rahmen des europäischen Transparency and Consent Framework (TCF 2.0) für die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). 

Die belgische Datenschutzbehörde und der irische Council for Civil Liberties sind jedoch der Ansicht, dass diese auf dem IAB-Rahmen basierende Einwilligung nicht DSGVO-konform ist, da dieser Consentmechanismus die Grundrechte auf Datenschutz der betroffenen Personen entzieht.  

Obwohl sie mit Werbetools wie dem Google Ad Manager und AdMob integriert ist, hilft diese Plattform bei der Verwaltung von Analyticsdaten nicht. Daher sind Benutzer, die mit Google Analytics Daten über Besucher sammeln, gezwungen, einen Weg finden, Einwilligungen und Datenschutzanfragen zu managen.

Die beste Option ist eine Analyticsplattform, die über einen integrierten Consent Manager verfügt, sodass Sie sich nicht um zusätzliche Integrationen mit Tools von Drittanbietern kümmern müssen. 

Ein geeigneter Consent Manager hat zwei wesentliche Vorteile. Erstens respektieren Sie damit die Rechte und Freiheiten der betroffenen Person und gewährleisten die Compliance. Zweitens hilft er Ihnen, Daten von mehreren Stellen zu erhalten, z. B. aus Post-Login-Bereichen.

Keine anonyme Datenerhebung

Obwohl die Datenschutzvorschriften von Land zu Land variieren, ist es in den meisten Fällen untersagt, personenbezogene Daten ohne die Einwilligung betroffener Personen zu sammeln. In Frankreich hingegen, hat die Datenschutzbehörde (CNIL) eine Ausnahmeregelung für die Publikumsmessung ohne Einwilligung, einschließlich anonymer Daten, eingeführt. 

Anonyme Daten sind hilfreich, wenn Nutzer ihre Consent-Aufforderung ignorieren oder verweigern. Sie ermöglichen es Ihnen, häufiger Daten zu sammeln, sogar in einigen Ländern mit strengem Datenschutzrecht. Eben darum bieten Analyticsanbieter verschiedene Möglichkeiten der anonymen Datenerfassung an.

Lesen Sie mehr über Anonyme Daten und die Online-Datensammlung in: 6 Wege wie Sie Daten online sammeln und der Vergleich 5 beliebter Analytics Plattformen

Das ist bei Google Analytics nicht der Fall, da Sie die Daten nicht vollständig anonymisieren können. Selbst wenn Sie keine personenbezogenen Daten verarbeiten, vermeiden Sie es nicht, denn in Google Analytics erhält jeder Nutzer eine eindeutige ID. Auf diese Weise liefert Google Analytics Ihnen Einzelheiten darüber, wie viele Personen Ihre Website besuchen und wie viele von ihnen wiederkommen. Diese Online-Kennungen sind jedoch personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO.

Anonyme Daten sind Daten ohne direkte oder indirekte persönliche Identifikatoren, die die Identifizierung einer Person ermöglichen. Im Sinne der DSGVO sind sie keine personenbezogenen Daten.

Gemäß Erwägungsgrund 26 der Datenschutz-Grundverordnung:
Die Grundsätze des Datenschutzes sollten daher nicht für anonyme Informationen gelten, d. h. für Informationen, die sich nicht auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen, oder personenbezogene Daten, die in einer Weise anonymisiert worden sind, dass die betroffene Person nicht oder nicht mehr identifiziert werden kann.

Google rät Ihnen, eine Mindesthash-Anforderung von SHA256 zu verwenden, um zu vermeiden, dass personenbezogene Daten oder persönlich identifizierbare Informationen (PII) an Google Analytics gesendet werden. Hier finden Sie den Leitfaden von Google zu diesem Thema. 

Die DSGVO betrachtet jedoch gehashte Daten als personenbezogene Daten, sodass Sie eine gültige Einwilligung der Besucher benötigen, um sie zu sammeln und zu verarbeiten. Das kann zu einem ernsthaften Datenverlust führen, da 30–70 % der Besucher dem Sammeln ihrer personenbezogenen Daten nicht zustimmen.

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6. Mangel an engagierter Kundenbetreuung und -unterstützung

Die Einrichtung und Pflege von Analytics für Ihre Website ist ein komplizierter und zeitaufwendiger Prozess. Die einzige Unterstützung, die Sie von Google Analytics erhalten, sind Online-Dokumentationen und Community-Foren. Obwohl die riesige Nutzerbasis viele Communities hervorgebracht hat, die sich mit den Problemen der Plattform befassen, sind Sie immer noch gezwungen, sich in diesen Informationen zurechtzufinden und heraussuchen, was veraltet, irrelevant oder nicht anwendbar ist.

Diese Art von Hilfe reicht nicht aus, wenn brennende Fragen auftauchen oder Sie mit komplexen Analytics-Problemen kämpfen. Es ist auch eine Frage der Zeit, die Sie aufwenden, um sich mit der Plattform vertraut zu machen oder das Internet nach Antworten zu durchforsten. 

Ein Kundendienst auf hohem Niveau bietet Ihnen jedoch mehr als nur Anleitungen und Antworten auf technische Fragen. 

Mit einem dedizierten Support können Sie zum Beispiel sowohl grundlegende als auch komplexe Probleme lösen und spezifische Analytics-Ziele erreichen. Die Zusammenarbeit mit einer echten Person, die Sie durch den Onboarding-Prozess führt oder Sie beim Produkttraining unterstützt, hilft Ihnen, sich mit der Analyticsplattform besser vertraut zu machen. Am Ende nutzen Sie leichter die Vorteile der Plattform und führen fortgeschrittene Analysen durch.

Welche Limits hat Google Analytics 4?

Es gab viel Skepsis gegenüber Google Analytics 4, insbesondere aufgrund des voreiligen Beschlusses von Google, Universal Analytics abzuschaffen und sich auf GA4 zu konzentrieren. Es zwang Unternehmen und Spezialisten dazu, auf das neue Produkt von Google umzusteigen. 

Google Analytics 4 soll eine überarbeitete Analyticsplattform sein, die auf den Paradigmenwechsel im Verbraucherverhalten und Datenschutz im Internet reagiert. Sie verwendet ein eventbasiertes Datenmodell, das ein einheitliches Tracking-System zur Erfassung von Web- und App-Daten ermöglicht.
 
Im Einzelnen zeichnet sich GA4 durch folgende Merkmale aus:

  • Sie erhalten einen umfassenden Einblick darin, wie Kunden über alle Geräte und Plattformen hinweg während ihres gesamten Lebenszyklus mit Ihrem Unternehmen interagieren. 
  • Die Software verwendet fortschrittliche maschinelle Lernmodelle. Sie decken die Trends in Ihren Daten auf und sagen Benutzeraktionen vorher.
  • GA4 nutzt „Privacy-by-Design“-Kriterien, einschließlich des Respekts der Privatsphäre der Nutzer. Dies kommt in Form von Umsetzung der gesetzlichen und technologischen Änderungen, wie Limits für Cookies und Identifikatoren. 

Aber die Realien von GA4 sehen nicht so rosig aus, wie Google es klingen lässt. GA4 ist immer noch ein unfertiges Produkt mit vielen Problemen, mit denen die Nutzer zu kämpfen haben. 

Viele Probleme ergeben sich aus der Struktur der neuen Plattform. GA4 zeichnet Daten in Form von Events auf, während UA sich auf das Tracking von Sessions und Seitenaufrufen konzentriert. Und das Konzept der „Events“  in GA4 unterscheidet sich von dem, wofür es in UA steht. 

Für UA hat ein Event (Ereignis) eine Kategorie, eine Aktion und eine Bezeichnung und stellt eine eigene Art von Treffer dar.

In GA4 hingegen umfassen Ereignisse alle Treffertypen wie Seitenaufrufe, soziale Netzwerke, Transaktionen, Nutzer-Timing und mehr. 

Lassen Sie uns vor diesem Hintergrund einige für Google Analytics 4 spezifisch Probleme untersuchen.

Fehlende Funktionen

Die Tatsache, dass sich Google Analytics 4 auf die Aufnahme von Events und nicht auf Daten auf Session-Ebene konzentriert, schränkt die Art der Daten ein, auf die Sie Zugriff haben. 

Im Folgenden führen wir die wichtigsten fehlenden oder eingeschränkten Funktionen in GA4 auf:

Fehlende Metriken und Berichte

Aufgrund des ereignisbasierten Datenmodells sind einige standardmäßig berechnete Metriken in Google Analytics 4 nicht verfügbar, z. B. Seiten pro Session oder durchschnittliche Sessiondauer. 

GA4 bietet einige alternative Metriken, wie Sitzungen mit Interaktionen, durchschnittliche Interaktionsdauer pro Session und die Interaktionsrate.

Diese Metriken sind zweifellos hilfreich bei der Analyse des Nutzerverhaltens. Das Problem ist, dass sie brandneu sind, was bedeutet, dass Sie sie nicht mit Ihren historischen Daten verknüpfen können, für die es keine solchen Metriken gibt. 

Viele der bekannten Berichte von Universal Analytics sind nicht mehr verfügbar. In GA4 gibt es nur drei Akquisitionsberichte, während UA 30 Berichte bietet. Für gängige Anwendungsfälle müssen Sie eigene Berichte erstellen. Insgesamt bieten die in GA4 verfügbaren Berichte nur ein begrenztes Maß an analytischen Einblicken.

Komplexes Setup des Conversion-Trackings

Das in GA 4 verwendete Datenmodell macht es schwierig, einige grundlegende Ziele einzurichten, vorwiegend solche, die auf Seiten/Session, Sessiondauer und Zielvorhaben vom Typ „Ziel“ (Ansichten einer bestimmten Seite) basieren. In GA 4 sehen Sie nur Conversions, die auf Events basieren, so dass Sie den Google Tag Manager für die meisten Conversion-Elemente verwenden müssen. 

Wenn Sie etwa eine Conversion erstellen möchten, um Formular-Eingaben über eine Dankeseite zu tracken, ist das Setup recht komplex und erfordert das Know-how im Google Tag Manager.
 
Das erfolgreiche Absenden von Formulardaten ist für viele Websites eine entscheidende Conversion. Das erschwerte Tracking der Besuche auf wertvollen Seiten stellt für einige Unternehmen eine erhebliche Hürde dar.

Fehlende Integrationen

Google Analytics 4 fehlen Integrationen mit einigen wertvollen Tools, wie Google Sheets. Glücklicherweise besteht die Chance, dass Google dies nachholt. Schließlich benötigte der kalifornische Gigant einige Zeit, um andere Integrationen mit seinen Produkten, wie Google Search Console, einzuführen.

Keine benutzerdefinierten Kanalgruppierungen

Kanalgruppierungen fassen Marketingkanäle anhand einer Reihe von Regeln zusammen. Ihre Anpassung verbessert das Performance-Tracking dieser Kanäle. Leider bietet Google Analytics 4 diese Option nicht. 

Sie können auch die Regeln der Standard-Kanalgruppierungen nicht bearbeiten.

Begrenzte Optionen für die Anpassung von Dashboards

Sie haben nur eine minimale Auswahl an Optionen zur Anpassung von Dashboards und Widgets. Es wird schwierig, Daten in einem Präsentationsstil anzuzeigen, der Ihren Wünschen entspricht.

Keine benutzerdefinierten Vermerke

Vermerke sind sehr nützlich, wenn Sie anderen Teammitgliedern zusätzlichen Kontext bereitstellen. 

Sie helfen Ihnen, sich im Nachhinein daran zu erinnern, wann bestimmte Events, sowohl onsite als auch offsite, stattgefunden und sich auf den Traffic oder das Nutzerverhalten auf Ihrer Website ausgewirkt haben. So können Sie z. B. ungewöhnliche Traffic-Spitzen erkennen oder eine Lücke im Verkaufstrichter aufzeigen. 

Diese Funktion ist in Google Analytics 4 nicht verfügbar.

Unintuitive Benutzeroberfläche

Die Marketing-Community versteht die veränderte Berichts- und Messtechnologie in Google Analytics 4 weder gut noch akzeptiert sie weitgehend. Dies erschwert den Gebrauch der Software und die Gewinnung der Einblicke.
 
Durch die einfache Menüstruktur ist es schwieriger, Updates und Neuigkeiten zu erkennen. Der Report Builder ist insgesamt weniger flexibel. Sie können zum Beispiel die Spaltenbreite nicht anpassen. 

Anstelle von Ansichten in UA arbeiten Sie jetzt mit Datenstreams in GA4. Es gibt drei Arten von Datenstreams: „Web“ (für Websites), „iOS“ (für iOS-Apps) und „Android“ (für Android-Apps).  Sie sind Informationsquellen, die in Ihre Google Analytics-Property eingespeist werden. 

Sie können Datenfilter einrichten, ähnlich den Datenansichtsfiltern in UA, die Sie nun direkt auf den Datenstream anwenden können. Sie verfügen also über keine Option, Berichte für eine bestimmte Ansicht zu erstellen, die eine begrenzte Menge an Daten enthalten würde. Datenfilter sind nützlich, um den internen oder Entwickler-Traffic auf Ihrer Website herauszufiltern. 

Es gibt auch keine Sammelberichte, die Daten aus mehreren Analytics-Properties zusammenfassen. Sammelberichte sind nur für Google Analytics 4 360-Property verfügbar. 

Unzulängliche Datenschutzfunktionen

Als Reaktion auf die allgemein gestiegenen Erwartungen an den Datenschutz der Nutzer und die Kontrolle über die Daten wendet Google Analytics 4 einige Maßnahmen an, um die Datenschutz-Compliance zu erleichtern. 

Leider setzen Sie sich beim Einsatz von Google Analytics 4 immer noch ernsthaften Datenschutzrisiken aus.

Einwilligungsmodus

Da Google Analytics 4 spezifische Events verfolgt, ist es nicht auf Cookies und JavaScript-Variablen angewiesen, um Seitenaufrufe zu tracken, wie dies bei Universal Analytics der Fall war. GA 4 verwendet jedoch nach wie vor Cookies für das Tracking, sofern verfügbar. Deswegen müssen Sie auf Ihrer Website ein Cookie Consent Banner anzeigen, um GA 4-Tags auszulösen und Nutzerdaten zu erfassen. 

Einwilligungsmodus ist die von Google im Jahr 2020 entwickelte API, die mit Ihrer Consent Management Plattform (CMP) oder einer benutzerdefinierten Consent-Implementierung interagieren kann. Die CMP sammelt Informationen über den Einwilligungsstatus der Nutzer und Google Consent Mode überträgt ihn dann zur weiteren Verarbeitung an Google. 

Der Einwilligungsmodus ändert, wie sich Google-Produkte wie Analytics, Tag Manager oder Ads verhalten, bevor und nachdem Ihre Website-Besucher ihre Einwilligung zu Werbe- und Analyse-Cookies gegeben haben.

Das klingt vielversprechend im Hinblick auf den Datenschutz, aber es gibt hier einen Haken. In den Einstellungen finden Sie integrierte Einwilligungsarten – ad_storage und analytics_storage, die das jeweilige Google-Tag verwendet und die Sie nicht ändern können. 

Wenn ein Treffer generiert wird und der Besucher keine Einwilligung erteilt, wird kein Cookie gesetzt. Dennoch kann der Hit identifizierende Informationen in den URL-Parametern (z. B. GCLID) oder im Referrer enthalten. 

Diese Informationen werden dann an einen Google-Server und nicht an Ihr Google-Analytics-Konto übermittelt. Google hat leichten Zugang dazu. Und natürlich sind diese Zugriffe nicht unbedingt erforderlich, damit die Website oder App funktioniert, was die Anforderung gemildert hätte, vor der Verarbeitung der Daten eine Einwilligung einzuholen.

Wenn nur die Standardeinstellungen für den Einwilligungsmodus aktiviert sind, erfasst Google weiterhin Daten, auch wenn der Nutzer ausdrücklich „Nein“ zu Tracking sagte. Google übermittelt die Daten in die Vereinigten Staaten, wo sie die US-Regierung überwacht. Dies ist ein Verstoß gegen die DSGVO und die meisten anderen Datenschutzgesetze.

Sie können den Datenschutz bei dem Einsatz des Einwilligungsmodus einhalten, wenn Sie die Einrichtung modifizieren. Zu diesem Zweck blockieren Sie die ohne Einwilligung verarbeiteten Treffer von Google. Sie tun dies, indem Sie jedes Tag dazu zwingen, eine ausdrückliche Einwilligung zu verlangen, bevor Daten gesendet werden. Verwenden Sie die Option Zusätzliche Einwilligung zur Auslösung des Tags erforderlich und fügen Sie dort sowohl ad_storage als auch analytics_storage hinzu. 

IP-Anonymisierung

Da IP-Adressen im Rahmen der DSGVO als Online-Identifikatoren gelten, ist ihre Maskierung für den Schutz der Privatsphäre der Nutzer unerlässlich. 

Bei der IP-Anonymisierung wird das letzte Oktett – die letzte Zahlenkombination in einer IP-Adresse – auf null gesetzt. Diese Funktion ist für GA 4-Eigenschaften immer aktiviert und erfordert kein manuelles Setup. Dies ist eine Verbesserung gegenüber Universal Analytics, wo IP-Adressen standardmäßig erfasst wurden und die IP-Anonymisierungsfunktion manuell aktiviert werden musste. 

Es gibt jedoch einige Probleme.

Obwohl die IP-Adressen irgendwann nach der Erfassung anonymisiert werden, werden sie anfangs noch verarbeitet, und Google kann problemlos auf die vollständigen IPs zugreifen. 

Selbst mit einer Teil-IP kann Google eine grobe Schätzung des physischen Standorts eines Besuchers vornehmen. Die entfernte Nummer liegt immer im Bereich von 0 bis 255, so dass Google relativ leicht die richtige IP ermitteln kann.
 
Die Anonymisierung eines Identifikators ändert nichts an der Tatsache, dass es andere persönliche Identifikatoren gibt, die in Reichweite der Google-Infrastruktur bleiben. 

Da nur ein Teil der IP maskiert wird, kann Google sie de-anonymisieren, indem es sie mit anderen Informationen abgleicht, die die Analytics verwendende Website sendet. Kombiniert Google eine bekannte IP mit weiteren Details, auf die es Zugriff hat, kann es Daten von Nutzern leicht mit anderen Diensten abgleichen. 

Das bedeutet, dass die Anonymisierung von IPs sie nicht anonym macht. Aber das ist nicht das einzige Problem, denn die Behörden in Europa erkennen langsam Dilemmas, die mit dem Einsatz des Einwilligungsmodus einhergehen. 

Konkret kam die österreichische Datenschutzbehörde zu dem Schluss, dass die IP-Anonymisierung keine ausreichende Schutzmaßnahme für Datentransfer zwischen der EU und den USA darstellt, weil:

  • Die IPs nach dem Datentransfer an Google anonymisiert werden.
  • Die IP-Anonymisierung nur für IP-Adressen gilt, während Google weiterhin andere Identifikatoren wie Gerätedaten oder die im Cookie gespeicherte Besucher-ID erfasst (und in die USA übermittelt).

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie sich Google Analytics auf die DSGVO bezieht, lesen Sie unsere Artikel:

Keine geeignete Option, um Datenverluste durch niedrige Opt-in-Raten zu begegnen

Eine der größten Hürden bei GA 4 ist das Fehlen einer geeigneten Option für Datenverluste, die dadurch entstehen, dass Besucher ihre Einwilligung zur Datenverwendung nicht erteilen.

Wenn Sie einen Consent Banner anzeigen und die Daten eines Nutzers nur verarbeiten, wenn dieser ausdrücklich zugestimmt hat, werden in der Regel zwischen 30 % und 70 % der Nutzer dies entweder ignorieren oder ablehnen. Folglich sinkt die Qualität Ihres Datensatzes. Einige Plattformen bieten Ihnen alternative Optionen, z. B. anonymes Tracking. Es ermöglicht Ihnen, auch ohne personenbezogener Daten wertvolle Einblicke zu gewinnen.

Google Analytics 4 erfasst Daten auch ohne Einwilligung. In diesem Fall enthalten sie aber keine persönlichen Identifikatoren. 

GA 4 sammelt nur Events mit begrenzten Informationen für Nutzer, die es nicht einwilligen. Es erschwert sehr die Analyse der Customer Journey, der Funnel und die Conversion-Attribution. Die Events sind nicht an eine Session gebunden. Deshalb können Sie nicht feststellen, welche Session ein Event betrifft, bei welchem ​​Schritt ein Benutzer abgebrochen hat und warum.
 
Google wendet die Verhaltensmodellierung an. Es setzt maschinelles Lernen ein, um das Verhalten von Nutzern, die Analytics-Cookies ablehnen, basierend auf dem Verhalten ähnlicher Benutzer, die Analyse-Cookies akzeptieren, zu modellieren. Dies bedeutet, dass die Berichte, die Sie in GA 4 analysieren, modellierte Daten anzeigen, die nicht vollständig zuverlässig sind.

Letztlich ist der für die Verhaltensmodellierung verantwortliche Algorithmus eine Blackbox. Sie können nicht überprüfen, ob die Daten korrekt sind. Wenn fehlende Einwilligungen zu einem Datenverlust von bis zu 70 % führen und Sie mit einer begrenzten Menge an Daten über Ihre Nutzer arbeiten, kann das Hinzufügen modellierter Daten die Qualität des gesamten Datensatzes beeinträchtigen. Dies kann sich wiederum auf die Entscheidungen auswirken, die Sie auf dieser Grundlage treffen.
 
Wie Sie sehen, ist „Privacy by Design“ von GA 4 keine Lösung für das Sammeln von 100 % zuverlässigen Daten, wenn die Nutzer das Tracking ablehnen.

Komplexer Migrationsprozess

Der Wechsel von Universal Analytics zu Google Analytics 4 fällt schwer, da es keinen optimierten Weg gibt, auf die andere Plattform zu wechseln. Sie können keine Daten, Tags oder Einstellungen zwischen den Plattformen importieren. 

Sie müssen GA 4 von Grund auf neu einrichten. Wenn Ihr Unternehmen groß ist und viele Daten sammelt, wird der Prozess zeitaufwendig sein und sorgfältige Arbeit erfordern. Die Datenerfassungsmodelle der beiden Plattformen unterscheiden sich erheblich, was es schwierig macht, jedes Ereignis richtig zu erstellen und anzupassen. 

Für den Anfang richten Sie so bald wie möglich ein GA 4-Konto ein und lassen Sie UA und GA 4 parallel laufen. Sobald UA jedoch endgültig abgeschaltet wird, verlieren Sie den Zugang zu allen historischen Daten, die sie gesammelt hat. 

Historische Datensätze sind unerlässlich, um Wachstumstrends zu analysieren und Benchmarks für neue Marketingkampagnen zu erstellen. Tatsächlich werden Sie von früheren Einsichten abgeschnitten und gezwungen, mit der Strategie von Grund auf neu zu beginnen.

Und seien wir ehrlich, wenn Sie Ihre Datenerfassung von null anfangen müssen, können Sie sich genauso gut nach besseren Alternativen umsehen, die die vielen Limits von Google Analytics überwinden.

Steile Lernkurve

Auch wenn Sie mit Universal Analytics vertraut sind, benötigen Sie viel Zeit, um Google Analytics 4 zu beherrschen. GA 4 ist keine Berichtsschnittstelle zur Anzeige Ihrer Daten. Stattdessen bietet es Ihnen eine Auswahl an Do-it-yourself-Tools, mit denen Sie Berichte an Ihre Vorlieben und Wünsche anpassen.
 
Da GA 4 so umfangreiche Anpassungsoptionen bietet, erfordert ihr Einsatz beträchtliche analytische Kompetenz und einen tiefen Einblick in Daten. Es heißt, sich mit der Benutzeroberfläche vertraut zu machen, die neuen Metriken zu verstehen und herauszufinden, wo und wie Sie wertvolle Schlüsse ziehen. 

Da die Anzahl der vorgefertigten Berichte in GA 4 begrenzt ist, erstellen viele Nutzer ihre Berichte in Looker Studio (ehemals Google Data Studio) oder exportieren Daten nach BigQuery. Und da ein Großteil der Analyse außerhalb der Plattform stattfindet, sind Sie gezwungen, sich mit neuen Tools vertraut zu machen. 

Die Lernkurve könnte zu steil sein oder sich für kleinere Organisationen nicht lohnen. Besonders, wenn sie sich wenig auf Daten stützen und nicht über die Ressourcen verfügen, um ein so aufwendiges Tool wie GA 4 einzurichten und zu pflegen. 

Der Einsatz von GA  könnte für Marketer eine Hürde darstellen. Das neu eingeführte Datenmodell der Plattform, die komplizierte Attribution und fehlende Standard-Marketingberichte über Kanäle und Kampagnen wirken überwältigend. GA 4 ist eher für Datenwissenschaftler geeignet, die die Flexibilität und die Anpassungsfunktionen zu schätzen wissen. 

Was Sie und Ihren Lernprozess unter Druck setzt, ist die strikte Frist bis zum 1. Juli 2023, wenn alle UA-Properties keine neuen Treffer mehr verarbeiten werden. Zu diesem Zeitpunkt wird der Einsatz von GA 4 erforderlich, um die Web Analytics Plattform von Google zu nutzen.

Gemeinsame Limits von Google Analytics 4 und Universal Analytics

Andere Limits in Google Analytics 4 ähneln denen in Universal Analytics:

  • Datensampling – Sie treten bei fortgeschrittenen Analysen auf. Es geschieht, wenn Sie einen Bericht zur Analyse von Trichtern, Pfaden, Kohorten, Segmentüberschneidungen usw. erstellen und die Daten 10 Millionen Sessions auf Datenansichtsebene überschreiten. Beim Data Sampling sind Ihre Daten nicht ganz genau und repräsentativ für das Nutzerverhalten. Google zeigt Informationen darüber an, wie sehr ein bestimmter Bericht auf den verfügbaren Daten basiert. Wenn der angezeigte Prozentsatz unter 70–80 % liegt, sollten Sie den Daten, die Sie erhalten, nicht vollständig vertrauen. 
  • Datenaktualität – Es kann bis zu 4–8 Stunden dauern, bis GA 4 die Daten von Ihrer Website oder App verarbeitet. Dies stellt einen Fortschritt gegenüber Universal Analytics dar, die 24–48 Stunden benötigte, um Berichte vorzubereiten. Trotzdem ist es immer noch eine erhebliche Wartezeit. Das hat zur Folge, dass Sie nicht die neuesten Daten zu den wichtigsten Metriken sehen. Dies schränkt Ihren Spielraum für schnelles Handeln ein, wenn Sie beispielsweise eine zeitlich begrenzte Werbeaktion starten. Ferner berücksichtigen Sie, dass die Daten, wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, möglicherweise stichprobenartig erfasst werden. 
  • Serverstandort – Sie wählen nicht, wo Ihre Daten gehostet werden. Google kann sie in Rechenzentren in Nord- und Südamerika, Europa und Asien speichern. Dies wirft erhebliche rechtliche Probleme auf, insbesondere wenn Ihr Unternehmen oder Ihre Kunden in der EU ansässig sind. Google kann Daten in die USA senden, wo sie den US-Überwachungsgesetzen unterliegen. Der Transfer der Daten von EU-Bürger in die USA stellt nach dem Außerkrafttreten des Privacy-Shield-Rahmens im Jahr 2020 einen Verstoß gegen die DSGVO dar. 
  • Fehlende Kundenbetreuung – Google bietet keinen speziellen Support oder Onboarding, um Ihnen bei dem Setup und der Anpassung der Plattform zu helfen. Dies macht die Migration und Einarbeitung in GA 4 noch schwieriger, insbesondere für große Unternehmen mit komplexen Strukturen. Es gibt keine Option für bestimmte Stufen der umfassenden Anpassung der Plattform – zum Beispiel durch benutzerdefinierte Integrationen. 
  • Rohdaten – Für den Zugriff auf Rohdaten ist BigQuery erforderlich, was zusätzliche Kosten mit sich bringt. Es gibt keine anderen Tools, die Sie für diesen Zweck verwenden können.

Das Fazit: GA 4 ist noch nicht vollständig eingeführt, so dass die Chance besteht, dass viele technische und rechtliche Probleme gelöst werden, bevor UA seinen Betrieb einstellt. Deswegen empfehlen erfahrene Google Analytics-Nutzer den Einsatz von Google Analytics 4 zusammen mit Universal Analytics. 

Der Ball liegt nun bei Ihnen. Werden Sie sich mit GA 4 auf eine neue Reise begeben oder ziehen Sie es vor, weiterzumachen und Alternativen zu erkunden?

Sehen Sie Ihre Zukunft nicht mit Google Analytics? Finden Sie heraus, wie Sie einfach zu Piwik PRO wechseln können.

Was tun, damit Google Analytics Sie nicht einschränkt 

Die Nachteile von Google Analytics sind unterschiedlich schwerwiegend und von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Einige davon sind vielleicht einfach zu handhaben, während andere eine Hürde darstellen. Vergessen wir nicht, dass GA 4 in einigen Fällen, in denen es Defizite aufweist, versucht, diese durch das Angebot brandneuer Funktionen auszugleichen.

Wenn diese Limits ein ernsthaftes Problem darstellen, können Sie auf Google Analytics 4 360 aufrüsten, was allerdings einen hohen Preis hat, oder sich nach einem anderen Anbieter umsehen. 
  
Bevor Sie Ihre Zeit und Mühe in die Abkehr von Google Analytics und den Wechsel zu einer anderen Plattform investieren, sollten Sie prüfen und vergleichen, wie die alternativen Lösungen funktionieren, was sie bieten und wie sie Ihnen helfen, Ihre Unternehmensziele zu erreichen.

Lesen Sie unseren Vergleich kostenloser Web-Analytics-Plattformen, um die benötigten Informationen zu erhalten.

Wenn Sie erfahren möchten, wie Piwik PRO in Ihren Stack passt und Ihre Marketingstrategie unterstützen kann, sehen Sie sich folgende Vergleiche an:
 
Piwik PRO im Vergleich zu Google Analytics 360
Piwik PRO → Matomo
Piwik PRO im Vergleich zu Adobe Analytics

Autor

Beata Moryl

Content Marketer

Content Marketer und Übersetzerin mit langjähriger Erfahrung im wirtschaftlichen Bereich. Sie glaubt Übersetzer sind wie Ninjas, wenn man sie bemerkt, taugen sie nichts. LinkedIn Profil.

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Autor

Małgorzata Poddębniak

Senior Content Marketer

Content-Marketerin und Redakteurin mit Erfahrung in technischen Themen und im Erstellen von recherchebasierten, umfassenden Artikeln über die Web-Analytics und den Datenschutz.

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Karolina Matuszewska

Senior Content Marketer

Writer and content marketer. Transforms technical jargon into engaging and informative articles.

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