4 Nachteile von Google Analytics, die Sie kennen sollten, bevor es zu spät ist

Veröffentlicht: Januar 8, 2020 Update: Januar 13, 2020 Autor , Kategorie Analytics

Die kostenlose Version von Google Analytics (GA) ist mit einem Marktanteil von 85 % die bisher am weitesten verbreitete Analytics-Lösung. Das Freemium-Akquisitions-Modell von Google wird zwischen kostenlosen und Premium-Nutzern (kostenpflichtig) aufgeteilt. In der kostenlosen Version haben Sie allerdings einen eingeschränkten Zugriff auf das Tool, das bezieht sich sowohl auf Funktionen und Nutzung als auch Speicherung und Support.

Aus geschäftlicher Sicht klingt eine kostenlose Analyseplattform von einem der Big Player am Markt natürlich gut. Also, wo liegt das Problem? Wie bei vielen Freemium-Modellen werden Sie erst bemerken, dass Sie ein Upgrade brauchen, wenn Sie bereits viele Ressourcen investiert haben und in einer gewissen Abhängigkeit zur Software stehen.

Dies wiederum macht es dann schwierig alles noch einmal komplett umzuschmeißen und etwas Neues einzusetzen. Gerade bei Google Analytics ist das Upgrade auf die Premium-Version (GA 360) mit erheblichen jährlichen Kosten – Lizenzgebühren von 135.000 € – verbunden. 

Trotz seiner Popularität hat Google Analytics erhebliche Einschränkungen

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Welche Einschränkungen gibt es bei Google Analytics?

1. Limitierte Hits

Die maximale Anzahl an Hits liegt bei 10 Millionen. Dabei ist es wichtig dies nicht mit Besuchen oder Sessions zu verwechseln, denn dann wären 10 Million ein ehrgeiziges Ziel, aber Google Analytics definiert Hits etwas breiter. 

Laut der Supportseite von Google ist ein Hit eine “Interaktion, die aus den Daten, die an Analytics gesendet werden, hervorgeht. Zu den häufigen Typen zählen Seiten-Tracking-Hits, Ereignis-Tracking-Hits und E-Commerce-Hits.”. Infolgedessen kann eine einzelne Sitzung zu vielen Hits führen.

Schon ein Besuch auf Ihrer Website kann zu vielen Hits führen
Schon ein Besuch auf Ihrer Website kann zu vielen Hits führen

Vor allem mit der stetigen Weiterentwicklung ihrer Analytics-Strategie können Sie dabei zusehen, wie Ihr Traffic ansteigt und die Hits sich deutlich erhöhen. Schnell werden Sie feststellen, dass die 10 Millionen Schwelle dann kein unerreichbares Ziel mehr ist, sondern rasant zu einer Einschränkung wird. 

Was passiert, wenn man an diese Grenze stößt?

Um Google zu zitieren: “Wenn eine Property monatlich mehr Hits an Analytics sendet als in den Nutzungsbedingungen von Analytics festgelegt, kann nicht gewährleistet werden, dass die überzähligen Hits verarbeitet werden. Wenn das Hits-Volumen der Property das Limit übersteigt, ist es möglich, dass in Google Analytics eine Warnung angezeigt wird und Sie auf keine Berichte mehr zugreifen können.”

Das sind per se keine guten Nachrichten. Alles über 10 Millionen Hits kann also nicht mehr einwandfrei getrackt werden, was den Zweck einer Analytics-Lösung so ziemlich zunichte macht.

Hinzu kommt, dass das Risiko besteht, dass Sie Ihre wertvollen Reports verlieren können, die Sie mühevoll aufgesetzt haben. Konkret bedeutet dies, dass Sie nicht mehr die Möglichkeit haben die Aktivitäten auf Ihrer Website genau zu tracken.

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Welche Möglichkeiten bieten sich also nach 10 Millionen Hits?

Wenn Sie weiterhin GA verwenden wollen, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen aber in jedem Fall eher suboptimalen Optionen. Das Team von Google wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen und Ihnen ein Upgrade auf Analytics 360 vorschlagen und Sie können weiterhin auf Ihre Daten und Reports zugreifen. 

Wenn Sie sich diese Lösung nicht leisten können oder wollen, müssen Sie zwei Wege einschlagen, die allerdings die Effektivität Ihres Analytics beeinträchtigen.

  • Erhöhen Sie Ihre Sampling-Rate – dies führt dazu, dass GA weniger Daten verarbeitet und Sie arbeiten mit deutlich weniger genauen Informationen. Je höher sie ist, desto verwässerter und verzerrter werden Ihre Reports. 
  • Verwenden Sie eine weniger detaillierte Strategie – Custom Events, virtuelle Pageviews, User-Timing und andere Event generierten Hits, die Sie and die 10 Millionen-Grenze stoßen lassen. Auch wenn diese Aspekte wichtig für detaillierte Analysen sind, müssen Sie darauf verzichten, um die Hits zu reduzieren.

2. Data-Sampling verzerrt Ihre Reports

Data-Sampling ist der Prozess der Analyse einer Teilmenge von Daten und der Anwendung dieser Ergebnisse auf eine größere Menge.

So erklärt es Google: “Wenn Sie beispielsweise die Anzahl der Bäume auf einer Fläche von 100 Hektar mit relativ gleichmäßiger Baumverteilung schätzen wollten, könnten Sie die Bäume auf einem Hektar zählen und das Ergebnis mit 100 malnehmen oder die Anzahl der Bäume auf einem halben Hektar mit 200 multiplizieren. So würden Sie eine recht genaue Angabe für die gesamten 100 Hektar erhalten.”

Erfahren Sie mehr zum Data-Sampling und warum Sie davon absehen sollten in unserem Blogartikel:
Was ist Data-Sampling und warum sollten Sie es unbedingt vermeiden?

Durch die Verwendung von Sampling kann Google den Verarbeitungsaufwand reduzieren, der erforderlich wäre, um jedes kostenlose GA-Konto online zu verwalten. Während dies im obigen Beispiel von Google gut funktionieren kann, sind die Besucher Ihrer Website alles andere als “ziemlich einheitlich”.

Wenn ja, was wäre der Sinn all Ihrer Analyse-Bemühungen, um Besucher zu verstehen? Warum sollten Sie ihre Customer Journey abbilden?

Wann findet Data-Sampling statt?

Normalerweise müssen Sie einen Schwellenwert von 500K Sessions überschreiten, um das Sampling zu aktivieren, aber es gibt Ausnahmen. Auf der Supportseite von Google steht, dass Sie dies auch aufgrund der Komplexität Ihrer Analytics-Implementierung, der Verwendung von Ansichtsfiltern, der Komplexität der Abfrage für die Segmentierung oder einer Kombination dieser Faktoren erleben können.

Das bedeutet, dass auch wenig frequentierte Websites vom Data-Sampling betroffen sein können, wenn Sie ausführliche oder erweiterte Reports haben, z. B. durch die Anwendung von:

  • Custom Reports
  • gefilterten Ansichten
  • Segmenten
  • langen Zeiträumen
Das Sampling findet immer dann statt, wenn Sie dieses goldene Schild-Symbol sehen
Das Sampling findet immer dann statt, wenn Sie dieses goldene Schild-Symbol sehen

Flow-Visualisierungs-Reports (Users Flow, Behavior Flow, Events Flow, Goal Flow) verwenden einen viel niedrigeren Schwellenwert von 100K Sessions, bevor sie Datensätze auswerten.

Dies kann laut Google zu Abweichungen in den Reports führen: “Die Ergebnisse der Berichte zur Visualisierung des Besucherflusses, einschließlich der Einstiegs-, Ausstiegs- und Conversion-Raten, können von denen der Standardberichte zum Verhalten und zu Conversions abweichen, da diese auf einem anderen Stichprobensatz basieren.”

Dadurch entstehen Ungenauigkeiten.

Im Allgemeinen stellt Data-Sampling eine ungenaue Darstellung dessen dar, was auf Ihrer Website passiert. Mit dem Prozentsatz der gesampelten Sessions sinkt auch die Genauigkeit der gemeldeten Informationen. Bei 10 % ist das, was Sie betrachten, unzuverlässig, und alles darunter ist fast unbrauchbar.

Es ist nicht möglich, mit diesen verzerrten Daten bestimmte Kennzahlen wie z. B. die Umsatzmenge zu ermitteln.

Ob Data-Sampling stattfindet oder nicht, hängt davon ab, mit wie vielen Hits und Sessions Sie arbeiten und von der Komplexität der Analytics-Implementierung. Wenn Sie Zugriff auf nicht gesampelte Daten wünschen, können Sie leider nur grundlegende Optionen wie den Standardbericht verwenden oder die Anzahl der Anpassungen in Custom Reports reduzieren.

Eine weitere Möglichkeit, Sessions zu verkürzen, besteht darin, den Zeitraum, den Sie analysieren, zu verkürzen. All diese Lösungen schränken Ihre Flexibilität bei der Verwaltung Ihrer Analysedaten ein.

3. Es gibt Datenschutzprobleme

Die verschiedenen Datenschutzgesetze werden weltweit immer zahlreicher und wichtiger. Die Last der Compliance liegt auf den Schultern der Websitebetreibern, die bei der Verwendung von Analytics vorsichtiger und verantwortungsbewusster agieren müssen.Wenn es um Google Analytics geht:

  • Es gibt kein Consent Management – DSGVO, CCPA und andere Datenschutzgesetze und aktuell das neueste EuGH-Urteil verlangen, dass Sie vor der Erfassung ihrer Daten die Einwilligung der Besucher einholen. Lediglich “unbedingt notwendige” Cookies, die es Webseiten ermöglichen zu funktionieren, bedürfen keiner Einwilligung. Derzeit bietet GA keine Lösung für dieses Problem an und überlässt es den Websitebetreibern, eine Antwort zu finden.
  • Sie haben keine On-premises-Option – Die Unfähigkeit, Ihre Daten auf Ihren eigenen Servern zu speichern, bedeutet, dass sie von Drittanbietern aufbewahrt werden. In Fällen, in denen Daten von der EU in die USA übertragen werden, wendet Google ein Cybersicherheits-Framework namens EU-US Privacy Shield an. Dieser Versuch einer DSGVO-freundlichen Lösung für Transfers in die USA wurde von Anfang an kritisiert. Das EU-Parlament wollte sogar irgendwann aus dem Abkommen aussteigen, bis den EU-Bürgern ein “im Wesentlichen gleichwertiger” Schutz der in den USA gespeicherten Daten gewährt wurde.
  • Kein vollständiger Datenbesitz – Google verwendet die von GA erhobenen Daten, um seine Werbeplattform zu stärken. Es ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen klar dargelegt, wie Websites, die ihre Dienste nutzen, Informationen austauschen: “Durch die Integration unserer Dienste werden über diese Websites und Apps Daten an Google übermittelt.”. Google verwendet dieselben Informationen, die Sie verwenden, um die User Experience zu verbessern, um Anzeigen im gesamten Web zu tracken und zu schalten. Es mag eine kostenlose Lösung sein, aber Sie zahlen in Form von Daten.

Erfahren Sie mehr zur aktuell heiß diskutierten Cookie-Consent-Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln in unseren Blogartikeln:

Kann ich die Privatsphäre und Sicherheit in Google Analytics erhöhen?

Es ist möglich, den Datenaustausch in GA zu minimieren, indem Sie die Einstellungen innerhalb des Tools ändern. Es ist erwähnenswert, dass die Freigabe standardmäßig aktiviert ist. Grundsätzlich werden Sie sich immer auf die Sicherheitsmaßnahmen von Remote-Servern verlassen müssen.

Es gibt Plugins, die die Einwilligung zu GA verwalten. Tatsächlich wächst der Markt für solche Lösungen bis zur Sättigung. Es kann frustrierend sein, alle Optionen durchzugehen, wenn so viel auf dem Spiel steht. Add-on-Fixes stellen auch das Problem zusätzlicher Wartung, Fehler und Abstürze dar, da neue Releases und Updates nicht zwischen den beiden Produkten synchronisiert werden.

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4. Support

Die Einrichtung und Wartung von Analytics für Ihre Website ist ein komplizierter, zeitaufwändiger Prozess. Die einzige Hilfe, die Sie von Google für die Freemium-Version von Analytics erhalten, sind endlose Artikel, Tutorials und Foren. Ohne dedizierten Support bleiben Sie auf sich allein gestellt, um die Antworten auf Ihre Fragen zu finden.

Sie können sich vorstellen, dass es bei etwa 30 Millionen Websites, die die Freemium-Software verwenden, keine Möglichkeit gibt, eine kostenlose, skalierbare Support-Lösung für Endanwender anzubieten.

Wo kann ich Hilfe finden?

Wenn Sie auf ein Problem stoßen, sind Sie auf Ihre eigenen Ressourcen angewiesen. Ein Hoffnungsschimmer ist die große Anzahl an Nutzern von Google Analytics, die sich in verschiedenen Netzwerken mit GA-Fragen befassen. Aber Sie müssen trotzdem durch all diese Informationen navigieren und alles aussortieren, was veraltet, irrelevant oder nicht anwendbar ist.

Es geht darum, die Zeit zu haben, um die Besonderheiten der Plattform zu erlernen oder das Web nach Antworten zu durchsuchen. Eigentlich suchen Sie nach einem Weg, Ihre Kunden besser zu verstehen und nicht nach einem neuen zeitaufwändigen Projekt.

Piwik PRO als Alternative

Piwik PRO steht Google Analytics mit mehr Ressourcen für Datenschutz und Kundensupport gegenüber. Die europäische Antwort auf GA bietet viele Vorteile, darunter:

  • Oberste Priorität: Datenschutz  – Die DSGVO-Compliance ist out of the box und nimmt den Stress und das Rätselraten aus dem Betrieb innerhalb der Datenschutzlandschaft. Arbeiten Sie datenschutzkonform mit Modulen wie dem Consent Manager, der den User-Consent sammelt und Anfragen betroffener Personen verwaltet. 100% Datenbesitz mit lokalen und privaten Cloud-Implementierungen gibt Ihnen die volle Kontrolle über Daten, die nie mit Dritten geteilt werden.
  • Dedizierter Support – Das Customer Success-Team widmet sich dem Onboarding neuer Benutzer nach ihren individuellen Bedürfnissen. Dieser Use Case-basierte Ansatz stellt sicher, dass jeder, unabhängig von seinen unterschiedlichen Zielen, das Beste aus dem Produkt herausholt. Danach stehen die Service Delivery Manager immer bereit, um bei allen Fragen zu helfen, die auftauchen könnten.
  • Kein Data-Sampling – Es ist in Standard- oder individuellen Reports nicht aktiviert, unabhängig von der Größe Ihres Datensatzes oder dem Datumsbereich. Sie erhalten immer die genauen Informationen, um zuverlässige, datengestützte Entscheidungen zu treffen.

Fazit

Google Analytics ist zwar kostenlos, aber nicht ohne Einschränkungen nutzbar. Für Unternehmen mit stark frequentierten Websites, einem Bedürfnis nach Genauigkeit oder Datenschutz ist es vielleicht nicht die richtige Lösung. Es gibt durchaus andere Optionen, die besser für Ihre Anforderungen geeignet sind. Sie sollten eine kostenpflichtige Lösung nicht von vornherein ausschließlich, denn eine solche Investition kann sich durchaus lohnen und der ROI zeigt sich bereits nach kurzer Zeit.

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Tags für diesen Artikel

Autor:

Tatjana Hein, Content & PR Manager DACH

Tatjana ist sowohl im Content-Marketing, als auch in der Public Relations zu Hause. Sie hat in beiden Welten immer die neuesten Trends und Entwicklungen im Blick und schafft für Piwik PRO den Spagat zwischen beiden Bereichen.

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Autor:

Peter Curac-Dahl, Content Marketer

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