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6 wichtige Limits von Google Analytics [UPDATE]

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Veröffentlicht Dezember 9, 2021 Aktualisiert April 8, 2022

6 wichtige Limits von Google Analytics [UPDATE]

Dieser Blogbeitrag wurde ursprünglich am 8 Januar 2020 unter dem Titel „4 Nachteile von Google Analytics, die Sie kennen sollten, bevor es zu spät ist“ veröffentlicht.

Die kostenlose Version von Google Analytics, auch Universal Analytics genannt, ist mit einem Marktanteil von 86 % die bis heute am weitesten verbreitete Web Analyticsplattform. Sie bietet eine Vielzahl von Funktionen, wurde von einer der bekanntesten Marken der Welt entwickelt und ist kostenlos. Kein Wunder, dass es so beliebt ist.

Aus geschäftlicher Sicht klingt eine kostenlose Analyticsplattform eines bekannten Tech-Giganten großartig. Aber wie die meisten kostenlosen Produkte hat auch sie ihre Limits. Erkennen Sie, welche das sind, wie sie sich auf die Ziele Ihrer Projekte auswirken und was Sie dagegen tun können.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Limits hat Google Analytics?
    1. 1. Gesampelte Daten
      1. Wann erfolgt das Datensampling?
      2. Wie wirkt sich das Datensampling auf Ihre Berichterstattung aus?
      3. Wie lässt sich das Problem der Datenstichproben lösen?
    2. 2. Kein Zugang zu Rohdaten
    3. 3. Hitlimits
      1. Welche Möglichkeiten haben Sie nach 10 Millionen Treffern?
    4. 4. Google Analytics verstößt gegen die DSGVO
      1. Wo liegt hier das Problem?
      2. Begrenzte Datenkontrolle
      3. Keine Wahl der Datenresidenz
    5. 5. Mangel an eingebautem Datenschutz 
      1. Kein verlässliches System zum Einholen von Einwilligungen
      2. Keine anonyme Datenerhebung
    6. 6. Mangel an engagierter Kundenbetreuung und -unterstützung
  2. Was hat sich in Google Analytics 4 geändert?
  3. Was tun, damit Google Analytics Sie nicht einschränkt 

Welche Limits hat Google Analytics?

1. Gesampelte Daten

Google Analytics führt Stichproben Ihrer Daten durch, sodass nur eine Teilmenge Ihres Datenverkehrs analysiert und zur Schätzung der Gesamtergebnisse verwendet wird.

Google erklärt dies folgendermaßen: Wenn Sie beispielsweise die Anzahl der Bäume auf einer Fläche von 100 Hektar mit relativ gleichmäßiger Baumverteilung schätzen wollten, könnten Sie die Bäume auf einem Hektar zählen und das Ergebnis mit 100 malnehmen oder die Anzahl der Bäume auf einem halben Hektar mit 200 multiplizieren. So würden Sie eine recht genaue Angabe für die gesamten 100 Hektar erhalten. [Quelle]

Google nimmt Stichproben von Daten, um den Verarbeitungsaufwand für jedes kostenlose Google Analytics-Konto zu verringern. Das mag im obigen Beispiel zwar gut funktionieren, aber die Besucher Ihrer Website sind alles andere als „relativ gleichmäßig“. Wäre dies der Fall, welchen Sinn hätten dann Ihre fortgeschrittenen Analysen, um die Besucher zu verstehen? Warum sollten Sie die Wege der Besucher aufzeichnen?

Wann erfolgt das Datensampling?

Wenn Sie einen Schwellenwert von 500.000 Sitzungen überschreiten, wird das Sampling aktiviert, aber es gibt Ausnahmen. Im Support-Artikel erläutert Google, dass dies beispielsweise aufgrund der „Komplexität Ihrer Analytics-Implementierung, die Verwendung von Datenansichtsfiltern, die Abfragekomplexität für die Segmentierung oder eine Kombination dieser Faktoren“ passieren kann. [Quelle]

Selbst bei Websites mit geringem Datenverkehr kann es bei Folgendem zu Stichproben kommen:

  • Benutzerdefinierte Berichte
  • Gefilterte Ansichten 
  • Segmente 
  • Lange Zeiträume
Das Sampling findet immer dann statt, wenn Sie dieses goldene Schild-Symbol sehen

Und für Berichte zur Datenflussvisualisierung, wie z. B. User Flow, Behavior Flow, Events Flow und Goal Flow, gilt ein niedrigerer Schwellenwert von 100.000 Sitzungen, bevor das Datensampling einsetzt.

Dies kann zu Diskrepanzen in den Berichten führen. Google erwähnt dies in den Support-Materialien: Die Ergebnisse der Berichte zur Visualisierung des Besucherflusses, einschließlich der Einstiegs-. Ausstiegs- und Conversion-Raten, können von denen der Standardberichte zum Verhalten und zu Conversions abweichen, da sie auf einem anderen Stichprobensatz basieren. [Quelle]

Wie wirkt sich das Datensampling auf Ihre Berichterstattung aus?

Stichproben geben ein ungenaues Bild der Geschehnisse auf Ihrer Website wieder und erhöhen das Risiko von Verzerrungen.

Stichprobenartige Daten geben kein vollständiges Bild ab. Dadurch entsteht ein Messfehler. Die Fehlerquote hängt von der Größe und Qualität der Stichprobe ab. Und Sie können nicht sicher sein, ob Ihre Software einen repräsentativen Satz Ihres Traffics auswählt oder nicht.
Dies bedeutet, dass Ihre Berichte nicht genau sind und es schwierig ist, bestimmte Zahlen wie die Höhe der Einnahmen zu ermitteln.

Wie lässt sich das Problem der Datenstichproben lösen?

Die Stichprobenbildung hängt davon ab, mit wie vielen Hits und Sitzungen Sie arbeiten und wie komplex Ihr Analytics Setup ist.

Wenn Sie Google Analytics nutzen und auf ungesampelte Daten zugreifen möchten, müssen Sie mit grundlegenden Optionen wie Standardberichten arbeiten oder erweiterte Berichte vermeiden. Sie können auch den Zeitrahmen der Analyse einschränken.

Diese Lösungen schränken Ihre Flexibilität bei der Verwaltung Ihrer Daten ein. Sie könnten auf Google Analytics 360 aufrüsten, aber auch hier werden Daten ab 100 Millionen Sessions pro Monat gesampelt.

Wenn Sie verlässliche Berichte sowie fortgeschrittene Analysen und die Möglichkeit haben möchten, verschiedene Anwendungsfälle zu berücksichtigen, z. B. die gesamte Customer Journey zu tracken, benötigen Sie vollständige Datensätze. Mit ungesampelten Daten entgehen Ihnen keine wertvollen Informationen, und Ihre Berichte werden präzise. Die gute Nachricht ist, dass es andere Analyticsplattformen gibt, die Ihnen helfen, diese Ziele zu erreichen, und die ebenfalls kostenlos sind.

Lesen Sie mehr über das Sampling und wie es sich auf Ihre Berichte auswirkt: Rohdaten und gesampelte Daten: Wie Sie genaue Daten erhalten

2. Kein Zugang zu Rohdaten

Mit Google Analytics haben Sie keinen Zugriff auf Rohdaten. Sie erhalten nur aggregierte Informationen, die in einem zusammengefassten Format dargestellt werden, sodass Ihren Berichten möglicherweise wertvolle Details fehlen. Außerdem ist es schwieriger, anspruchsvolle Analysen durchzuführen.

Analysten verlassen sich auf Rohdaten, um mehr Genauigkeit zu erhalten und Details zu ergründen. Diese Art von Daten kommt direkt von der Quelle. Sie können sie in jedes beliebige Formular, Programm oder jeden beliebigen Bericht einfügen. Da es sich um unverarbeitete Daten handelt, können Sie sie genau nach Ihren Wünschen formatieren und erweiterte Auswertungen vornehmen.

Sie können Rohdaten auch nach Belieben visualisieren, z. B. indem Sie sie in Business Intelligence- und Visualisierungstools wie Tableau, Microsoft Power BI und Sisense exportieren. Auf diese Weise verbinden Sie mehrere Datenquellen und bereinigen, gestalten und modellieren Ihren Datensatz für den gewünschten Bericht.

Dadurch bauen Sie einen zentralen Datensatz auf und beseitigen Datensilos.

Leider können Sie bei Google Analytics nur mit dem kostenpflichtigen Plan mit Rohdaten arbeiten. Dennoch bleiben einige Blockaden bestehen, da Sie Zugang zu BigQuery, einem Google-Produkt, benötigen. Dies ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, die von Ihrem Datenvolumen abhängen.

Wenn Sie jedoch neue Filter und Visualisierungen anwenden und neue Perspektiven gewinnen möchten, wäre es wohl angebracht, sich an andere Anbieter zu wenden, die Rohdaten ohne zusätzlichen Aufwand anbieten. Sie erhalten diese kostenlos und benötigen keine zusätzlichen Plugins und Tools; stattdessen verwenden Sie eine API, um direkt auf diese Daten zuzugreifen.

3. Hitlimits

Sie können bis zu 10 Millionen Hits pro Monat erreichen. Es ist wichtig, dies nicht mit Besuchern oder Sitzungen zu verwechseln. Im Support-Artikel erklärt Google:  „jede Nutzerinteraktion kann als einzelner Treffer an Analytics gesendet werden. Beispiele sind Seitenaufrufe, Bildschirmaufrufe, Ereignisse und E-Commerce-Transaktionen. Daher können für eine einzelne Sitzung viele Treffer (Hits) erfasst werden“.

Quelle

Ihre Website-Besucher generieren während eines einzigen Besuchs mehrere Hits. Bei kleineren Projekten reichen diese 10 Millionen für eine solide Analyse aus. Wenn Ihre Analyticsprojekte jedoch fortgeschrittener werden und der Verkehr zunimmt, wird die 10-Millionen-Grenze schnell erreicht. 
 
Was passiert also, wenn Sie die Höchstzahl an Hits erreichen? Alles, was über 10 Millionen liegt, wird möglicherweise nicht mehr erfasst. Oder Sie verlieren den Zugang zu den von Ihnen erstellten Berichten und die Möglichkeit, die Aktivitäten auf Ihrer Seite genau zu verfolgen.

In den Nutzungsbedingungen von Google heißt es: Es kann nicht gewährleistet werden, dass die überzähligen Treffer verarbeitet werden. Wenn das Treffervolumen der Property das Limit übersteigt, ist es möglich, dass in Google Analytics eine Warnung angezeigt wird und Sie auf keine Berichte mehr zugreifen können. [Quelle]

Welche Möglichkeiten haben Sie nach 10 Millionen Treffern?

Das Google-Team wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen und Ihnen ein Upgrade auf Analytics 360 vorschlagen. Wenn der hohe Preis von Google Analytics 360 für Sie nicht in Frage kommt, sollten Sie andere Optionen erwägen. Sie könnten beispielsweise bei Google Analytics Standard bleiben und folgendes tun:

  • Erhöhen Sie Ihre Sampling-Rate. Google Analytics wird weniger Daten verarbeiten. Jedoch werden Sie mit weniger genauen Informationen arbeiten. Je höher die Sampling-Rate, desto verwässerter und verzerrter werden Ihre Berichte. 
  • Verfolgen Sie eine weniger detaillierte Strategie. Benutzerdefinierte Events, virtuelle Seitenaufrufe, Benutzer-Timing und andere Ereignisse erzeugen Hits. Dies sind Schlüsselaspekte eines detaillierten Analysemodells, aber um die Zahl der Zugriffe zu verringern, müssen Sie Abstriche machen.

Beide Optionen beeinträchtigen jedoch die Effektivität Ihrer Analysen und erschweren die Auswertung Ihrer Metriken. 

Wenn Sie größere und komplexe Analyseprojekte durchführen, ist es ratsam ein flexibles Tool zu wählen, mit dem Sie so viele Aktionen, Events und Eigenschaften tracken können, wie Sie möchten. So erreichen Sie spezifische Ziele und erhalten genaue Daten.

4. Google Analytics verstößt gegen die DSGVO

In den vergangenen Jahren gerieten Google Analytics und seine Muttergesellschaft Google LLC wegen fragwürdiger Datenschutzpraktiken mehrfach ins Visier europäischer Aktivisten. Dies führte zu rechtlichen Schritten auf der Grundlage der Datenschutz-Grundverordnung. 

Zunächst verhängten mehrere europäische Datenschutzbehörden, darunter die französische CNIL, das schwedische IMY und die belgische APD, gegen Google Geldstrafen in Höhe von mehreren Millionen Dollar. Dann, am 12. Januar 2022, veröffentlichte die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) ihren Bescheid, dass die Verwendung von Google Analytics gegen die DSGVO verstößt.

Lesen Sie mehr über den Ansatz anderer europäischer Datenschutzbehörden zu diesem Thema:

Die niederländische Datenschutzbehörde AP hat nun erklärt, dass die Verwendung von Google Analytics „möglicherweise nicht zulässig ist“.

Die norwegische Datenschutzbehörde; Datatilsynet, veröffentlichte eine ähnliche Stellungnahme wie die der AP.

Das Hauptbedenken bei der DSGVO-Compliance von Google Analytics: es speichert Nutzerdaten, einschließlich Details über in der EU ansässige Personen, auf Cloud-Servern in den USA. Außerdem ist Google LLC ein US-amerikanisches Unternehmen und unterliegt damit den US-Überwachungsgesetzen, wie dem Cloud Act.

Wo liegt hier das Problem?

Im Juli 2020 erklärte der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) den Privacy-Shield für ungültig. Das Abkommen regelte den Datentransfer aus der EU und der Schweiz in die USA. 

In diesem als Schrems II bekannten Urteil entschied der Europäische Gerichtshof, dass der Transfer personenbezogener Daten aus der EU in die USA rechtswidrig ist, wenn die Unternehmen die Sicherheit der Daten vor US-Geheimdiensten nicht garantieren können. 

Daraufhin griffen Google und andere Unternehmen auf ihre eigenen Standardvertragsklauseln (SCC) und verbindliche interne Datenschutzvorschriften (BCR) zurück, um die in die USA übermittelten Daten zu schützen.

In dem oben genannten Bescheid stellt die österreichische DSB fest, dass es möglich ist, die mit Google Analytics gesammelten Informationen mit einer Person zu verknüpfen. Auch die von Google als einzige Schutzmaßnahme eingeführten SCCs schützen die Daten von EU-Bürgern nicht vor der Überwachung durch die USA. Aus diesem Grund sollten Organisationen, die Analysedaten über in der EU ansässige Personen sammeln, Google Analytics nicht verwenden.

Lesen Sie mehr über den Ansatz von Google Analytics zum Datenschutz und die jüngsten Urteile in: Ist Google Analytics DSGVO-konform?

Dieses Problem ist für die Nutzer schwer zu lösen. Wenn Sie Google Analytics verwenden, werden Ihre Daten in verschiedenen Google-Rechenzentren gespeichert, hauptsächlich in den USA, aber auch an anderen Standorten auf der ganzen Welt. Sie wissen nie genau, wo. Dies beeinträchtigt die Gesetzeskonformität und erschwert die Datensicherheit.

Die vollständige Liste der Rechenzentren finden Sie hier.

Die größten Compliance-Probleme von Google Analytics liegen also im unzureichenden Schutz und der Kontrolle der Daten. Auf die Datenkontrolle gehen wir im nächsten Abschnitt näher ein.

Begrenzte Datenkontrolle

Datenkontrolle bedeutet, dass Sie die einzige Partei sind, die Zugang zu den Kundeninformationen hat, und dass Sie bestimmen, wie diese verwendet werden. Google Analytics bietet Ihnen das nicht. 

Da Google Analytics Ihre Daten in willkürlich ausgewählten Rechenzentren speichert, kennen Sie die Serverstandorte nicht und kontrollieren nicht, wer auf diese Daten zugreift. 

Außerdem unterliegt Google, wie bereits erwähnt, den US-Überwachungsgesetzen, die US-Unternehmen zur Weitergabe von Daten an US-Behörden verpflichten. Google Analytics bietet also keine angemessenen Schutzmaßnahmen, die verschiedene Datenschutzgesetze vorschreiben. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt zur Datenresidenz.

Ferner beansprucht Google das Recht, Ihre Daten zu speichern und zu nutzen, und erklärt:

Google und seine hundertprozentigen Tochtergesellschaften sind berechtigt, die bei Ihrer Nutzung des Dienstes gesammelten Informationen zu speichern und gemäß den Bedingungen ihrer Datenschutzbestimmungen (zu finden unter https://www.google.com/policies/privacy/) zu verwenden. 

Mit anderen Worten: Die Informationen, die Google Analytics-Nutzer auf der Plattform sammeln, werden mit Nutzern anderer Google-Produkte geteilt, wie z. B.:

  • Google-Ads
  • YouTube
  • Google AdSense

Sie können in den Datenschutzbestimmungen von Google nachlesen:

Auf vielen Websites und in vielen Apps werden Google-Dienste eingesetzt, um die Inhalte zu verbessern und auf Dauer eine kostenlose Nutzung zu ermöglichen. Durch die Integration unserer Dienste werden über diese Websites und Apps Daten an Google übermittelt.

Die von Google Analytics gesammelten Daten ermöglichen auch die Erstellung von Google Nutzerprofilen. 

Dies könnte jede Organisation, die auf den Schutz ihrer Daten angewiesen ist, beunruhigen. Je mehr Unternehmen auf Ihre Daten zugreifen, desto größer ist die Gefahr von Sicherheitsverletzungen. Sie kontrollieren nicht, wie Google die Daten verwendet, daher ist es schwierig, die Datenerfassung an die Datenschutzauswahl der betroffenen Person anzupassen.

Andererseits gibt Ihnen die Datenkontrolle Flexibilität und ermöglicht anspruchsvolle Analysen. Wenn Sie die Daten richtig handhaben, erhalten Sie Details auf Benutzerebene und sammeln Daten aus weiteren Quellen, z. B. aus Post-Login-Bereichen.

Am 1. Dezember 2021 trat in Deutschland das Telekommunikation-Telemedien-Datenschutzgesetz, kurz TTDSG, in Kraft. Es fasst die relevanten Regelungen wie die DSGVO, das Telemediengesetz (TMG) oder die ePrivacy-Richtlinie in einem Bundesgesetz zusammen. 

Das TTDSG macht präzisere Vorgaben u. a. über den Schutz aller Informationen, die ein Webseitenbetreiber auf einem Endgerät des Nutzers speichert oder auf die dieser zugreift. Darunter fällt auch weitere Verwendung der Daten durch Tools wie Google Analytics.

Da Google Analytics die Daten von EU-Bürgern an Drittparteien außerhalb der EU weitergibt und dem Cloud Act unterliegt, bietet es kein angemessenes Schutzniveau im Sinne des TTDSG. 

Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel: TTDSG – Piwik PRO reagiert kunden- und datenorientiert

Keine Wahl der Datenresidenz

Wenn Ihr Unternehmen personenbezogene Daten verarbeitet und in mehreren Ländern tätig ist, sollten Sie die lokalen Datenschutzgesetze kennen. Dazu gehören die Gesetze in den Ländern, in denen Daten gesammelt und gespeichert werden. Außerdem kommt es vor, dass Ihre internen Protokolle oder Industriestandards vorschreiben, Daten intern zu halten.  

So gibt es beispielsweise in einigen Ländern wie Australien, Kanada, Deutschland, Indien, Russland und der Schweiz Gesetze, die die Speicherung personenbezogener Daten der Einwohner innerhalb der Landesgrenzen vorschreiben. 

Wenn Sie Daten über EU-Bürger sammeln, sollten Sie diese Daten unbedingt auf Servern in der EU speichern. Sie sammeln und verarbeiten Daten einfacher und vermeiden auch mögliche rechtliche Probleme bei Datenübertragungen außerhalb der EU.

Schaffen Sie sich eine Analyticsplattform an, die es Ihnen ermöglicht, Daten auf Ihren eigenen Servern zu speichern oder bestimmte Speicherorte zu wählen. Dies hilft Ihnen, die lokalen Verpflichtungen zu erfüllen und sich auf die Arbeit mit Daten für Ihre Projekte zu konzentrieren.

5. Mangel an eingebautem Datenschutz 

Google Analytics wurde nicht im Hinblick auf den Datenschutz entwickelt. Es lässt in Bereichen: Transparenz, Datenresidenz und der Kontrolle der Daten durch den Einzelnen zu wünschen übrig. Aus diesem Grund müssen Sie sich selbst um den Datenschutz kümmern.

Da die Compliance immer wichtiger wird, lohnt es sich, Analyticsplattformen zu berücksichtigen, die ein vollständiges Paket an Datenschutzfunktionen bieten.

In unserem Artikel erfahren Sie mehr über die Zunahme von Datenschutzvorschriften: 10 neue Datenschutzgesetze auf der ganzen Welt und wie sie sich auf Ihre Analysen auswirken werden

Kein verlässliches System zum Einholen von Einwilligungen

Google Analytics verfügt nicht über ein zuverlässiges Consent Management System. Das kann Probleme bereiten, wenn Sie Analyseprojekte durchführen, da Sie dabei häufig personenbezogene Daten sammeln. Verschiedene Datenschutzgesetze verlangen die Einwilligung der betroffenen Personen, wenn Sie solche Daten verarbeiten wollen. In diesem Fall ist es am besten, eine Software zu verwenden, die den Datenschutzvorschriften entspricht und die Arbeit mit Daten auf Nutzerebene ermöglicht. 

Google hat Funding Choices entwickelt, eine Plattform zur Verwaltung von Einwilligungen für große Publisher, die ihr Dateninventar über Google-Produkte monetarisieren. Das IAB (Interactive Advertising Bureau) genehmigte die Plattform im Rahmen des europäischen Transparency and Consent Framework (TCF 2.0) für die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). 

Die belgische Datenschutzbehörde und der irische Council for Civil Liberties sind jedoch der Ansicht, dass diese auf dem IAB-Rahmen basierende Einwilligung nicht DSGVO-konform ist, da dieser Consentmechanismus die Grundrechte auf Datenschutz der betroffenen Personen entzieht.  

Obwohl sie mit Werbetools wie dem Google Ad Manager und AdMob integriert ist, hilft diese Plattform bei der Verwaltung von Analyticsdaten nicht. Daher sind Benutzer, die mit Google Analytics Daten über Besucher sammeln, gezwungen, einen Weg finden, Einwilligungen und Datenschutzanfragen zu managen.

Die beste Option ist eine Analyticsplattform, die über einen integrierten Consent Manager verfügt, sodass Sie sich nicht um zusätzliche Integrationen mit Tools von Drittanbietern kümmern müssen. 

Ein geeigneter Consent Manager hat zwei wesentliche Vorteile. Erstens respektieren Sie damit die Rechte und Freiheiten der betroffenen Person  und gewährleisten die Compliance. Zweitens hilft er Ihnen, Daten von mehreren Stellen zu erhalten, z. B. aus Post-Login-Bereichen.

Keine anonyme Datenerhebung

Obwohl die Datenschutzvorschriften von Land zu Land variieren, ist es in den meisten Fällen untersagt, personenbezogene Daten ohne die Einwilligung betroffener Personen zu sammeln. In Frankreich, hingegen, hat die Datenschutzbehörde (CNIL) eine Ausnahmeregelung für die Publikumsmessung ohne Einwilligung, einschließlich anonymer Daten, eingeführt. 

Anonyme Daten sind hilfreich, wenn Nutzer ihre Consent-Aufforderung ignorieren oder verweigern. Sie ermöglichen es Ihnen, häufiger Daten zu sammeln, sogar in einigen Ländern mit strengem Datenschutzrecht. Ebendarum bieten Analyticsanbieter verschiedene Möglichkeiten der anonymen Datenerfassung an.

Lesen Sie mehr über Anonyme Daten und die Online-Datensammlung in: 6 Wege wie Sie Daten online sammeln und der Vergleich 5 beliebter Analytics Plattformen

Das ist bei Google Analytics nicht der Fall, da Sie die Daten nicht vollständig anonymisieren können. Selbst wenn Sie keine personenbezogenen Daten verarbeiten, vermeiden Sie es nicht, denn in Google Analytics erhält jeder Nutzer eine eindeutige ID. Auf diese Weise liefert Google Analytics Ihnen Einzelheiten darüber, wie viele Personen Ihre Website besuchen und wie viele von ihnen wiederkommen. Diese Online-Kennungen sind jedoch personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO.

Anonyme Daten sind Daten ohne direkte oder indirekte persönliche Identifikatoren, die die Identifizierung einer Person ermöglichen. Im Sinne der DSGVO sind sie keine personenbezogenen Daten.

Gemäß Erwägungsgrund 26 der Datenschutz-Grundverordnung:
Die Grundsätze des Datenschutzes sollten daher nicht für anonyme Informationen gelten, d.h. für Informationen, die sich nicht auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen, oder personenbezogene Daten, die in einer Weise anonymisiert worden sind, dass die betroffene Person nicht oder nicht mehr identifiziert werden kann.

Google rät Ihnen, eine Mindesthash-Anforderung von SHA256 zu verwenden, um zu vermeiden, dass personenbezogene Daten oder persönlich identifizierbare Informationen (PII) an Google Analytics gesendet werden. Hier finden Sie den Leitfaden von Google zu diesem Thema. 

Die DSGVO betrachtet jedoch gehashte Daten als personenbezogene Daten, sodass Sie eine gültige Einwilligung der Besucher benötigen, um sie zu sammeln und zu verarbeiten. Das kann zu einem ernsthaften Datenverlust führen, da 30–70 % der Besucher dem Sammeln ihrer personenbezogenen Daten nicht zustimmen.

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6. Mangel an engagierter Kundenbetreuung und -unterstützung

Die Einrichtung und Pflege von Analytics für Ihre Website ist ein komplizierter und zeitaufwendiger Prozess. Die einzige Unterstützung, die Sie von Google Analytics erhalten, sind Online-Dokumentationen und Community-Foren. Obwohl die riesige Nutzerbasis viele Communities hervorgebracht hat, die sich mit den Problemen der Plattform befassen, sind Sie immer noch gezwungen,  sich in diesen Informationen zurechtzufinden und heraussuchen, was veraltet, irrelevant oder nicht anwendbar ist.

Diese Art von Hilfe reicht nicht aus, wenn brennende Fragen auftauchen oder Sie mit komplexen Analytics-Problemen kämpfen. Es ist auch eine Frage der Zeit, die Sie aufwenden, um sich mit der Plattform vertraut zu machen oder das Internet nach Antworten zu durchforsten. 

Ein Kundendienst auf hohem Niveau bietet Ihnen jedoch mehr als nur Anleitungen und Antworten auf technische Fragen. 

Mit einem dedizierten Support können Sie zum Beispiel sowohl grundlegende als auch komplexe Probleme lösen und spezifische Analytics-Ziele erreichen. Die Zusammenarbeit mit einer echten Person, die Sie durch den Onboarding-Prozess führt oder Sie beim Produkttraining unterstützt, hilft Ihnen, sich mit der Analyticsplattform besser vertraut zu machen. Am Ende nutzen Sie leichter die Vorteile der Plattform und führen fortgeschrittene Analysen durch.

Was hat sich in Google Analytics 4 geändert?

Oberflächlich betrachtet gibt es in Google Analytics 4 keine Limits, aber es verarbeitet die Daten auf eine andere Art und Weise. Die Plattform hat ein neues Datenmodell. Sie hat andere Berichte, Tracking-Punkte und Metriken, und sogar die Benutzeroberfläche ist anders. Die meisten Standardberichte von Universal Analytics, der Version, die die meisten Nutzer jetzt verwenden, sind nicht vorhanden.  

Wenn Sie an Universal Analytics gewöhnt sind, müssen Sie einige Zeit damit verbringen, sich mit der neuen Plattform vertraut zu machen. 

Sie können auch auf Rohdaten zugreifen, allerdings nicht kostenlos, da BigQuery dafür erforderlich ist, was zusätzliche Kosten verursacht.  

Erfahrene Google Analytics-Nutzer empfehlen die Verwendung von Google Analytics 4 zusammen mit Universal Analytics, da die neuere Version noch weiterentwickelt wird. Es fehlen wichtige Integrationen, z. B. mit Google Search Console oder Optimizely, und einige Standardmetriken. 

Der Wechsel von Universal Analytics zu Google Analytics 4 ist nicht so einfach, da Sie keine Daten oder Einstellungen von einer Plattform zur anderen migrieren können. Sie fangen bei Null an. 

Andere Limits in Google Analytics 4 sind die gleichen wie in Universal Analytics. Sie setzen sich also mit Problemen wie fehlenden Datenschutzfunktionen, fehlendem dedizierten Support und begrenzten Hosting-Optionen auseinander.

Was tun, damit Google Analytics Sie nicht einschränkt 

Google Analytics ist nicht immer die richtige Wahl. Es ist zwar kostenlos, aber nicht ohne Limits. Einige davon sind vielleicht einfach zu handhaben, während andere ein Hindernis darstellen. Erwägen Sie also, wie sie sich auf Ihr Unternehmen auswirken. 

Wenn diese Limits ein ernsthaftes Problem darstellen, können Sie auf Google Analytics 360 aufrüsten, was allerdings einen hohen Preis hat, oder sich nach einem anderen Anbieter umsehen.   

Es gibt auch andere kostenlose Optionen, aber auch sie sind begrenzt. Sie können den Preis nicht senken, ohne einige Limits einzubauen, z. B. bei der Anzahl der Funktionen, der Datenabfrage, der reduzierten Leistung oder dem fehlenden Datenschutz. 

Es ist besser, sich über diese Plattformen zu informieren, bevor Sie Ihre Zeit und Mühe in den Wechsel von Google Analytics investieren. Einige dieser Plattformen bieten einen reibungslosen Übergang von einem kostenlosen und begrenzten zu einem kostenpflichtigen Plan mit zusätzlichen Funktionen und Möglichkeiten. Andere heben bestimmte Limits auf, wenn Sie sich für einen höheren Plan anmelden.

Vielleicht helfen Ihnen zusätzliche Informationen über Unterschiede zwischen diesen Plattformen und wie sie Sie darin unterstützen, Ihre kurz- und langfristigen Ziele zu erreichen. Wir haben einige Details zu diesen Plattformen zusammengetragen. Wenn Sie an Details interessiert sind, lesen Sie unseren Vergleich kostenloser Web Analytics-Plattformen →. 

Wenn Sie mehr über Analytics-Plattformen erfahren möchten, die für größere Projekte konzipiert sind, lesen Sie unsere anderen Vergleiche: 
Piwik PRO im Vergleich zu Google Analytics 360
Piwik PRO → Matomo
Piwik PRO im Vergleich zu Adobe Analytics

Autor

Karolina Matuszewska

Senior Content Marketer

Writer and content marketer. Transforms technical jargon into engaging and informative articles.

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Beata Moryl

Content Marketer

Content Marketer und Übersetzerin mit langjähriger Erfahrung im wirtschaftlichen Bereich. Sie glaubt Übersetzer sind wie Ninjas, wenn man sie bemerkt, taugen sie nichts. LinkedIn Profil.

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