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Anonymes Tracking: Analytics ohne personenbezogene Daten

Analytics Datenschutz Sicherheit

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Veröffentlicht September 3, 2020 Aktualisiert September 8, 2020

Anonymes Tracking: Analytics ohne personenbezogene Daten

Die DSGVO stellte Anforderungen, die das Sammeln und Nutzen von persönlichen Daten erschweren. Viele Marketer fragen sich jetzt: Kann ich auch ohne persönliche Daten nützliche und sinnvolle Analytics Daten erhalten?

Einfach gesagt: Ja. Sie ziehen zwar nicht die gleichen Schlussfolgerungen aus anonymisierten wie aus personenbezogenen Daten, dennoch helfen anonymisierte Daten in Bezug auf die Analyse des Nutzerverhaltens. 

Rufen wir uns zunächst folgende Fakten ins Gedächtnis:

  1. Die DSGVO setzte einen hohen Maßstab bei der Datenanonymisierung.
  2. Die Verordnung erfordert nun eine Zustimmung der User zur Verarbeitung ihrer Daten, sobald die betroffene Person identifiziert werden kann.
  3. Die meisten bisher unbekannten Besucher geben diese Zustimmung nicht.

Sobald Sie Daten Ihrer User ohne Consent sammeln und verarbeiten möchten, sollten Sie sicherstellen, dass diese KOMPLETT anonymisiert wurden (dies passiert bei Google Analytics nicht automatisch – lesen Sie hier wieso) Andernfalls setzen Sie sich hohen Geldstrafen aus.

Zum Glück gibt es Softwares, die diesen rigorosen Anforderungen standhalten. Analytics Plattformen, wie Piwik PRO, bieten das Anonyme Tracking als Feature an und bringen sogar bis zu 70% Mehrwert an Daten. Daher müssen Sie sich die Frage “alles oder nichts” nicht stellen. Entscheiden Sie sich einfach für den Mittelweg und legen Sie den Schalter um.

So geht Piwik PRO mit dieser Herausforderung um

Piwik PRO beispielsweise, geht folgendermaßen an die Anonymisierung heran:

  • Geolocation ist deaktiviert
  • Keine (Device) Fingerprint-Daten werden beim Besuch gespeichert
  • Es wird lediglich ein Besucher-ID-Cookie im Browser des Besuchers gespeichert (diese Cookies werden vom Browser nach 30 Minuten automatisch gelöscht)

Durch diese Einstellungen fallen Informationen nicht mehr unter personenbezogene Daten.

Mehr über Anonymisierung in Analytics lesen Sie auf unserem Blog:

Wie Sie anonyme Daten nutzen können

Die technischen Details erläutert, ist es an der Zeit diese in die Praxis umzusetzen.

Nehmen wir an, Ihr Unternehmen möchte das Nutzerverhalten der bisher unbekannten Besucher Ihrer Website besser verstehen.

Sie sind vor allem an einer bestimmten Abfolge von Klicks des Besuchers interessiert:

  • Klick auf “Weitere Informationen” unter einem Produkt
  • Klick auf die Seite mit den Kontaktinformationen
  • Klick auf ein Formular, um einen Termin zu vereinbaren

Mit dem anonymen Tracken haben Sie kein Problem diese Daten zu erhalten:

  1. Genau wie jene Daten der Besucher mit Consent, zeigen anonymisierte Daten anhand eines großen Samples von Besuchern wie Ihre Seite performt. Tracken Sie nahezu jede Aktion (Besucherzahl, Seitenaufrufe, Conversions und Verweildauer auf der Seite). In den meisten Fällen ordnen Sie die Aktionen einem einzelnen Besucher zu.

    Anders gesagt: Sie wissen, dass ein anonymer Besucher während seiner Session zuerst Aktion A durchgeführt hat, anschließend Aktion B und schließlich Aktion C.

  2. Darüber hinaus ist auch eine allgemeine Attribution möglich. Ihre Organisation sieht bei allen Besuchern, wie diese auf Ihre Website gelangt sind: durch organische Suche, Google, eine Werbekampagne, etc.

Neue Session – Kennen wir uns?

Anonyme Daten werden nur einem individuellen Besucher und einer Session zugeordnet. Jedoch verraten diese Daten nicht, ob die Aktionen von einem neuen oder einem wiederkehrenden Besucher durchgeführt wurden. Daher kann keine Historie angelegt werden, die mehrere Sessions dokumentiert.

Aufgrund dieser fehlenden Dokumentationsmöglichkeit eignen sich anonyme Daten nicht für:

Es besteht jedoch die Möglichkeit, allgemeine Daten wiederherzustellen, sobald ein Besucher nach anfänglicher Ablehnung, innerhalb der gleichen Session, noch seinen Consent zur Datenverarbeitung erteilt.

Angenommen, ein Besucher ignoriert zunächst den Consent-Dialog, surft 15 Minuten lang und stellt nach einer Erinnerung doch noch seine Daten für die Personalisierung bereit. Die Daten aus den ersten 15 Minuten gehen nicht verloren. Sie werden dem Datensatz hinzugefügt, der nun in einem Cookie mit längerer Lebensdauer gespeichert wird (12 Monate bei Piwik PRO).

Daten, die zuvor vollständig anonym waren, werden nun in späteren Sessions für die Personalisierung zugänglich, weil der Consent innerhalb der aktiven Session gegeben wurde.

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Tracken Sie bis zu 70% mehr Userverhalten, während Ihre Konkurrenz sich mit Verordnungen zum Datenschutz abmüht. Erhalten Sie bei in diesem Webinar Einblick über die technischen und rechtlichen Hindernisse und wie Sie diese umgehen (auf Englisch verfügbar).

Und wenn der Besucher Cookies blockiert?

Natürlich setzt das obige Beispiel bei der Sammlung anonymer Daten die Verwendung von Cookies voraus, daher werden wir zwei Dinge klarstellen:

Erstens, Cookies beinhalten persönliche Daten, aber eben nicht alle. Der Cookie, den Piwik PRO für die anonyme Datensammlung nutzt, wird nicht als persönliche Daten angesehen, da der Browser diesen automatisch nach 30 Minuten löscht. Piwik PRO nutzt die temporäre Benutzer ID, um Besucher Daten zu klassifizieren (diese sind durch die Maskierung von Fingerprint und Geolocation ebenfalls nicht personenbezogen).

Eine Identifizierung einer Person ausschließlich anhand der Aktionen auf einer einzelnen Website ist höchst unwahrscheinlich.

Zweitens, diese Art von First-Party Cookies wird selten blockiert. Browser und Ad-Blocking-Software blockieren zunehmend hartnäckige Cookies, die von Third-Parties generiert werden.  In Diskussionen um “das Ende des Browser-Cookies” geht es um genau diese Third Party-Cookies.

Es wird geschätzt, dass nur etwa 1 % der Internetnutzer JavaScript deaktivieren oder alle Cookies blockieren. Diese Nutzer verhindern tatsächlich auch die anonyme Datenerfassung.

Analytics ohne personenbezogene Daten – lange Vergangenheit und vielversprechende Zukunft

Obwohl die Sammlung anonymer Daten im Online Marketing und Analytics nicht oft anzutreffen ist, hat sie in anderen Bereichen eine lange und produktive Vergangenheit. Ein gutes Beispiel hierfür sind Gesundheitsdaten, die in der Regel anonymisiert werden.

Internetnutzer auf der ganzen Welt verlangen nach besseren Datenschutz. Somit müssen Web-Analysten einige der Methoden der Vergangenheit adaptieren, um den lauter werdenden Rufen gerecht zu werden. Die Sammlung anonymer Daten, wie sie mit Piwik PRO möglich ist, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Autor

Karolina Lubowicka

Content Marketer

Karolina ist Content Marketer und Social Media Managerin bei Piwik PRO. Sie hat viel Erfahrung als Copy Writer gesammelt und versteht es komplexe Zusammenhänge verständlich zu beschreiben. Besonders intensiv beschäftigt sie sich derzeit mit Datenschutz & DSGVO.

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Autor

Sebastian Synowiec

Content Marketing Specialist

Content Marketer Sebastian, verbindet bei Piwik PRO User Experience, Webanalyse und Datenschutz mit der Kunst der leichten Feder. Als erfahrener Texter bringt er jeder Zielgruppe auch komplexe Zusammenhänge und neue Entwicklungen näher. LinkedIn Profil

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