Was ist der Single Customer View und wie funktioniert er?

Veröffentlicht: Januar 18, 2018 Update: September 24, 2019 Autor , Kategorie Customer Journey, Data Management

Nicht alle Daten sind gleich. Und nicht alle Daten sind gleichermaßen sinnvoll für Analytics. Wenn es um die Personalisierung der User Experience geht und darum, informierte Marketing-Entscheidungen zu treffen, gibt es keine bessere Informationsquelle als den Single Customer View (SCV).

Was der SCV genau ist und welche Vorteile er Ihnen für Ihr Marketing bietet, lesen Sie in diesem Blog-Artikel.

Was ist der Single Customer View?

Ein Beispiel eines Piwik PRO SCV

Mit Hilfe des Single Customer View (auch “360”- oder “Unified”-Customer-View genannt) sammeln Sie alle Daten über ihre Kunden und fügen sie zu einem einzelnen Report zusammen.

Indem Sie alle Informationen über Ihre Benutzer an einem zentralen Ort sammeln, erhalten Sie einen ganzheitlichen Blick auf alle Aktionen, die von Ihren Kunden ausgeführt werden – mobil, auf Ihrer Webseite oder auch in Ihrem Offline-Store (abhängig davon, welche Datentypen Sie zur Erstellung Ihres SCV sammeln).

Definition: Ein SCV ist eine aggregierte, konsistente und ganzheitliche Darstellung der Daten, die einer Organisation über ihre Kunden bekannt sind.

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Welche Datentypen werden verwendet?

Wie bereits erwähnt, wird ein SCV erstellt, indem verschiedene Informationen über Ihre Kunden aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt werden. In vielen Fällen können diese Quellen über das gesamte Unternehmen verstreut sein und aus den Tools ganz verschiedener Abteilungen stammen – nicht nur aus dem Marketing, sondern auch von Sales, Service- und Produktdesign und anderen. Die gesammelten Daten über den einzelnen Kunden ergeben dann das Single Customer Profile mit dem Sie den ganzheitlichen Blick auf Ihren Kunden bekommen – den Single Customer View also.

Datentypen, die Sie für den SCV nutzen können. Quelle: alterian.com

Die Daten über Kunden können umfassen:

Web-, Mobil- und Nutzungsdaten: z.B. online besuchte Seiten, Kategorien und Produkte, zum Warenkorb hinzugefügte Produkte oder verworfene Einkäufe. Diese Art der Daten werden von Ihren Analytics-Tools gesammelt.

CRM & Offline-Datenquellen: z.B. Anschrift, Telefon und E-Mail, Informationen zu sozialen Netzwerken, Daten zu Zustimmungen und Sperrungen.

Transaktionsdaten: z.B. Anzahl gekaufter Produkte (on- und offline), Bestellwert, Informationen zu Vertragsverlängerungen, verlassene Warenkörbe oder wiederholtes Ansehen von Produkten etc.

Ein grundlegender SCV, basierend auf Besucherdaten

Beachten Sie: Der SCV wird hauptsächlich aus Daten erstellt, die unter die Definition First Party-Daten fallen; also Informationen, die ein Unternehmen eigenständig sammelt und selbst besitzt. First Party-Daten sind nicht anonymisiert und stammen von echten Kunden, ganz im Gegensatz zu Third Party-Daten von anonymen Internetnutzern ohne jegliche Verbindung zu Ihrer Marke.

Beispiel für Custom Attributes, die Sie anwenden können, um Userprofile anzureichern
Ein 3D Userprofil erstellen mit verknüpften Daten (Quelle: evergage.com)

In einem Single Customer-Profile zusammengefasste Daten können auf verschiedene Weise eingesetzt werden, abhängig von den Zielen Ihrer Firma und den genutzten Marketingkanälen. Dennoch gibt es einige Einsatzmöglichkeiten, die für alle Unternehmen von Interesse sind:

  • Cross- und Upselling-Kampagnen
  • Content-Personalisierung
  • Facebook- und Adwords-Werbung
  • E-Mail und CRM
  • Export von zielgruppen an andere Tools

Welche Vorteile haben Sie durch den Einsatz einer Single Customer View-Strategie?

Mittlerweile wissen Sie, was ein Single-Customer-Profile ist und aus welchen Datentypen es erstellt werden kann. Vielleicht sind Sie aber noch etwas unsicher, wie genau es Ihrem Business helfen kann. Wir haben die wichtigsten Vorteile des SCV für Ihre Marketing-Strategie zusammengefasst:

1) Marketing-Daten – endlich Cross-Channel!

Wir sammeln heute massenhaft Daten – offline, online oder mobil . Die Herausforderung besteht darin, alle wichtigen Daten zu sammeln und – noch wichtiger – die Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen.

Laut der The Aberdeen Group “können Unternehmen mit sehr starkem Cross-Channel-Kundenengagement durchschnittlich 89% ihrer Kunden an sich binden, während Firmen mit schwachem Cross-Channel-Kundenengagement nur auf 33% Kundenbindung kommen”.

Kunden können heute während Ihrer Customer Journey bequem vom Computer zum Smartphone zum Tablet und wieder zurück wechseln. Die korrekte Attribution kann dem Marketing unter diesen Umständen echte Kopfschmerzen bereiten. Haben Sie jedoch alle Daten Ihrer Kunden stets zur Verfügung, können Sie die vollständige Customer-Journey abbilden. Ganz unabhängig davon, wie viele Geräte oder Marketing-Channels der Kunde benutzt hat, um mit Ihrer Marke in Kontakt zu treten.

Positiver Nebeneffekt: Sie können veraltete und ineffektive Modelle zur Conversion-Attribution, wie die Last- oder First-Click-Attribution zu den Akten legen. Stattdessen profitieren Sie von Methoden wie der Multi-Device- oder der Multi-Channel-Attribution, mit denen Sie jedem Kanal auf der Customer Journey berücksichtigen können. So können Sie schneller erkennen, welche Geräte und Marketingkanäle den größten Anteil bei der Generierung von Conversions und Transaktionen haben.

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2) Nie wieder Datensilos oder Duplikate!

Eine von Econsultancy und Adobe in 2016 durchgeführte, weltweite Umfrage deckte auf, dass lediglich 5 Prozent der Marketer und E-Commerce-Professionals nur eine einzelne Plattform verwenden, um Cross-Channel-Daten zu verarbeiten. Die Daten sind also an unterschiedlichen Orten gespeichert und über die ganze Firma verteilt.

Eine der größten Vorteile einer 360-Grad-Kundenansicht ist die Lösung des Problems doppelter Daten. Datensilos sind eine “Nebenwirkung” von neuen Kanälen, die hinzugefügt werden, und neuer Software, die nicht nahtlos in das bestehende Setup integriert wird.

Isolierte Daten entstehen, wenn es verschiedene Abteilungen mit eigenen Workflows und eigener IT gibt. Anstatt sich jedoch nur auf die Käufer selbst zu konzentrieren, bietet es sich an, auch den Kanälen, Prozessen, KPIs und Metriken aller Abteilungen Aufmerksamkeit zu schenken.

So ist es viel einfacher, Informationen über User zwischen Teams zu teilen und diese Daten für die Verbesserung der User Experience zu nutzen. Natürlich wird auch die Menge doppelter Daten minimiert.

Im Worst Case führen Doppelte Daten dazu, dass User mehrmals das gleiche Angebot oder gar korrelierende Angebote bekommen. Vielleicht verschwenden Sie auch Geld und nerven User mit einem Angebot, obwohl sie das Produkt bereits gekauft haben.

Ein Single Customer View sorgt dafür, dass es keine doppelten Daten mehr zu diesem Kunden gibt und Sie genau wissen, was der Kunde bereits gekauft hat, welche Werbung ihm ausgespielt wurde und welche Daten aktuell sind.

Datenpunkte mit Marketing-Technologie verknüpfen

Viele Marketer arbeiten mit zahlreichen Marketing-Systemen, die in Kombination den Marketing-Stack bilden. Alle Systeme miteinander zu integrieren, um eine einheitlichen Customer View zu erreichen, ist herausfordernd und setzt ein tiefgreifendes Verständnis über die Natur dieser Verbindungen voraus.

Die Experten vom Customer Data Platform-Institut diskutieren verschiedene Möglichkeiten der Zusammenführung:

  • Verschiedene Systeme direkt miteinander verbinden: Was zunächst ideal klingt, ist in der Realität aufgrund des hohen Aufwands für die IT eher unrealistisch. Einige Kernsysteme lohnen sich direkt zu verbinden, aber es ist kaum zu leisten, für alle Systeme eine nahtlose Integration zu etablieren. Typischerweise finden sich in den meisten Unternehmen IT-Umgebungen mit teils miteinander integrierten und teils separaten Systemen
  • Marketing-Systeme mit einer zentralen Datenbank verknüpfen: Bei diesem Ansatz gibt es eine zentrale Datenbank, die Daten aus unterschiedlichen Quellen aggregiert, sie in universelle Formate umwandelt und allen anderen Systemen zur Verfügung stellt.
     
     In einem solchen Szenario werden weniger Verbindungen benötigt als im zuerst beschriebenen, da alle Systeme die gleichen Daten verwenden können. Daten werden außerdem einem bestehenden System hinzugefügt, statt dass ein neues System etabliert werden muss. Eine Customer Data Plattform eignet sich für ein solches IT-Umfeld hervorragend.
  • Systeme nicht miteinander integrieren: Dieser Ansatz erfordert natürlich am wenigsten Aufwand und wird von fast einem Drittel der Unternehmen verwendet. Allerdings ist ein Single Customer View ohne jegliche Integration schlicht unmöglich.
Quelle: cdpinstitute.org

3) Treffen Sie informierte Marketingentscheidungen

Mit einem ganzheitlichen Blick auf das Verhalten Ihrer Kunden, müssen Sie Marketingentscheidungen nicht mehr auf Grundlage reiner Vermutungen treffen – wie überzeugend auch immer sie klingen mögen. Stattdessen erhalten Sie einen individuellen Blick auf Ihre Kunden und können so die umsatzstärksten Kunden identifizieren. Auf diese Weise können Sie einfacher passende Cross- und Upselling-Möglichkeiten für ihre Kunden entwickeln und so langfristig die Kundentreue steigern.

Dank den detaillierten Informationen über die Verhaltensweisen Ihrer Kunden, ihrem Klickverhalten, ihrer Einkaufshistorie und ihrer Lifestyle-Vorlieben, können Sie genau nachvollziehen, wann, wo und warum sie konvertieren. So können Sie mit Ihren Kunden in relevanten Phasen der Customer-Journey kommunizieren und Ihre Conversion-Rate steigern. Zusätzlich können Sie die Daten dazu nutzen, zukünftigen Bedarf vorauszusagen und Ihr Marketing-Material auf die Bedürfnisse der Kunden zuzuschneiden.

4) Höhere Genauigkeit und größere Relevanz für das Targeting

Sobald Sie den 360-Grad-Customer-View haben, können Sie mit seiner Hilfe Ihre Targeting-Bemühungen verbessern. Sie brauchen sich dabei nicht um doppelte oder inakkurate Daten zu sorgen.

Beispielsweise zu wissen, in welcher Filiale Ihre Kunden einkaufen, ermöglicht es Ihnen, individuelle Botschaften mit Informationen zu dieser Filiale oder zu Events in der Nähe zu verschicken.

Mit granularen Daten aller Art – von demografischen Daten bis zu Transaktionsdaten, die komplementär zueinander sind – erreichen Sie die richtigen Personen mit passend zugeschnittenen Angeboten. Die Zeiten von “Hit & Miss”-Kampagnen sind vorbei.

5) Detaillierte Segmente

Je detaillierter die Informationen über Ihre Kunden, desto mehr Informationen stehen ihnen zur Erstellung Ihrer Segmente zur Verfügung. Erhalten sie wertvolle Einsichten, indem Sie Ihre Kunden anhand relevanter Attribute oder Verhaltensweisen segmentieren. So können Sie Ihre Kunden mit passenden Botschaften ansprechen, die genau auf Ihre Bedürfnisse und Interessen abgestimmt sind. Mit dem Zugriff auf das Single Customer Profil können Sie Segmente erstellen, die auf Faktoren basieren wie:

  • Customer-Lifecycle-Stages
  • Geolocation
  • Einkaufshistorie
  • Interessen
  • Bevorzugter Kontaktwege
  • Und viele weitere…

Das hilft, wertvolle Insights aus Ihren Segmenten zu gewinnen. Werbebotschaften können so noch genauer an ihre Empfänger angepasst werden.

Quelle: slideshare

6) Bedürfnisse der User umfänglich verstehen

Durch die Verknüpfung aller Datenpunkte miteinander erhalten Sie ein vollumfängliches Wissen über alle Ihre Kunden und Zielgruppen. Mit diesem tiefgreifenden Verständnis über die Bedürfnisse, Vorlieben, Gewohnheiten und Absichten ihrer Zielgruppen können Sie noch besser zugeschnittene Botschaften über die passenden Kanäle kommunizieren.

7) Pflegen Sie Ihr Customer Lifecycle Marketing

Dank des SCV haben Sie einen hervorragenden Überblick über das Nutzerverhalten und die Vorlieben Ihrer Kunden, über die gesamte Customer Journey hinweg. Auf dieser Basis können Sie an Ihrem Customer Lifecycle Marketing arbeiten.

Für den Fall, dass Lifecycle Marketing für einige unserer Leser ein neuer Begriff ist, folgt hier eine kurze Erklärung.

Was ist Customer Lifecycle Marketing?

Customer Lifecycle Marketing (CLM) ist ein Marketing-Ansatz, bei dem Kundendaten – inklusive demografischer, transaktionaler und verhaltensanalytischer Daten – dazu genutzt werden, passgenaue Kampagnen für die jeweilige Phase der Customer Journey, in der sich der Kunde befindet, zu entwickeln. Interessant hierbei ist, dass sich die Methode hauptsächlich auf die Kundenbindung konzentriert und nicht auf die Neukundenakquise.

Dieser Ansatz mag am Anfang vielleicht ungewöhnlich erscheinen, aber er basiert auf einem starken Fundament. Die Statistiken sprechen für sich: Ein Bericht von Bain & Company fand heraus, dass eine Erhöhung der Kundenbindung um nur 5 Prozent zu einer Steigerung der Profitabilität von bis zu 95 Prozent führen kann. Eine Studie von Adobe aus 2012 offenbart außerdem, dass die oberen 10 Prozent Ihrer Kundenbasis im Durchschnitt drei mal mehr Geld pro Kauf ausgeben als der Durchschnitt. Das oberste eine Prozent gibt sogar fünf mal mehr aus. Mit dem richtigen Ansatz im Customer Lifecycle Marketing gibt also viel zu gewinnen.

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Drei Bausteine für die Erstellung eines 360-Grad Customer-Views

#1 Customer Journey View

Für einen SCV ist eine weitergehende Perspektive auf die Interaktionen der User mit ihrer Marke erforderlich, von der aus dann die kleineren Schritte einzeln betrachtet werden können. Sie berücksichtigen vergangene und aktuelle Schritte, als ob es keinen linearen Pfad gäbe. So können Sie zukünftige Schritte leichter vorhersagen.

Außerdem folgen Sie Ihren Usern über alle Kanäle und beobachten, wie User Kanäle wechseln. So können Sie eingreifen, wenn User an einem bestimmten Punkt nicht weiter voranschreiten.
Um alle diese Daten miteinander zu verbinden und zu analysieren, nutzen Sie Customer Journey Analytics.

Beispiel einer Customer Journey von Rail Europe. Quelle: toptal.com/designers
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#2 Verknüpfte Userdaten

Um Aufzeichnungen aller relevanten Aktivitäten und Daten pro individuellem User miteinander zu einem 360-Grad-Userprofil zusammenzuführen, können Sie eine Customer Data Platform besonders effektiv einsetzen. In einer CDP laufen alle Daten aus den unterschiedlichen Quellen und Kanälen zusammen.

Häufig können Userdaten anhand der E-Mail-Adresse miteinander verknüpft werden. Diese sog. deterministische Matching-Methode ermöglicht die Verknüpfung von Userdaten mit einer Genauigkeit von bis zu 90 %.

Auf Basis einer solchen Genauigkeit im Profil-Matching bauen Sie sich eine erweiterbare User-Basis auf, deren einzelne Profile immer weiter angereichert werden können, je mehr Interaktionen User mit Ihrer Marke haben.

Lernen Sie hier, wie Sie in Piwik PRO Daten aus internen und externen Quellen zusammenführen können:

#3 Stabile Strategie

Es braucht einiges an Mühe und Vorbereitung, einen 360-Grad-Customer-View zu erstellen. Entwickeln Sie dazu eine geeignete Strategie, indem Sie Umfang und Ziele Ihres SCV-Projekts definieren. Sie sollten wissen, was Sie genau erreichen wollen und wie die gewonnen Erkenntnisse zur Erreichung der Unternehmensziele beisteuern.

Für ein erfolgreiches Projekt ist die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen erforderlich. Es sind unternehmensweite Änderungen von Budget und Datenmanagement bis hin zur Zusammenarbeit und dem Austausch mit externen Zulieferern notwendig.

Außerdem müssen Datenquellen priorisiert werden und Sie müssen technische Lösungen auswählen, die Sie für das Sammeln und Zusammenführen und für die Analyse der Daten verwenden möchten.

SCV im digitalen Marketing anwenden

Ein 360-Grad-Customer-View bietet Marketern viele Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise für Treueprogramme und Kundenservice. Doch der wichtigste Grund für einen SCV ist die Möglichkeit der Personalisierung.

Im One-on-one-Marketing geht es darum, eine Form persönlicher Kommunikation mit Usern zu führen über Website, App oder in E-Mail-Kampagnen. Dank der Daten, die aus dem ex- und impliziten Surfverhalten der User entstanden sind und mit den vorhandenen Daten des User-Profils zusammengeführt werden, können Sie Produkte und Content anbieten, die wirklich zu den Interessen Ihrer User passen.

Details über die Intentionen, Vorlieben und Interessen Ihrer User zu wissen, befähigt Sie zu:

  • Individuellen Produktempfehlungen
  • Hinweisen nach Verlassen des Warenkorbs
  • Personalisiertem App Onboarding
  • Cross- und Upselling-Kampagnen
  • Re-Engagement von Einkaufslisten
  • Relevanteren Suchergebnisse
  • Maßgeschneiderten Rabattangeboten, Service und Tipps

Die Liste kann noch weiter fortgeführt werden und wird nur durch Zeit und Budget begrenzt.

Anwendung eines SCVs. Quelle: cdpinstitute.org

Beispielhafte Anwendung des Single Customer View im Customer Lifetime Marketing

Laut dem umfangreichen Guide von Ometria können Sie Ihre Kunden unter einer Marketing Lifecycle-Strategie in die folgenden Gruppen einteilen:

  • Potenzielle Kunden
  • Aktive Kunden
  • Gefährdete Kunden
  • Ehemalige Kunden

Ihr Ziel ist die Konvertierung aller potenziellen, gefährdeten und ehemaligen Kunden hin zu aktiven Käufern. Dank der Daten aus dem Single Customer View können Sie einfach ermitteln, welche Kunden in welche Kategorie fallen. Anschließend können Sie Marketingkampagnen planen, mit denen Sie Interesse und Loyalität der Kunden (zurück)gewinnen.

Beispiel: Nehmen wir an, Sie möchten ehemalige Kunden identifizieren, die zuvor sehr aktive Käufer Ihrer Produkte oder Dienstleistungen waren. Im ersten Schritt nutzen Sie die Daten aus dem Single Customer View dazu, diese Kundengruppe zu identifizieren. Erstellen Sie hierzu Segmente auf Grundlage von:

  • Datum der letzten Bestellung
  • Vorherige Kauffrequenz
  • Einkaufswert

So können Sie diejenigen Kunden herausfiltern, die früher viel und oft bei Ihnen gekauft haben, aber aus irgendwelchen Gründen damit aufgehört haben. Mit diesem Wissen können Sie nun versuchen Kunden dieses Segments zurückzugewinnen. Sie könnten ihnen beispielsweise einen Rabattcode im Rahmen einer E-Mail-Kampagne zukommen lassen und so die Aufmerksamkeit zurück auf Ihre Marke lenken. Das klingt gut, nicht wahr?

Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Single Customer View

Der Pfad hin zu einem 360-Grad-Customer-View ist lang und steinig. Herausforderungen können Ihnen in unterschiedlichen Bereichen begegnen, so z. B. bei Budget, Gesetzes-Compliance, Datensilos, firmeninterne Richtlinien, Datenextrahierung, System-Inkompatibilitäten und fehlendes Know-How.

Laut einer Studie von Experian geben mehr als 80 % der Marketer an, Schwierigkeiten bei der Erreichung einer vollständigen 360-Grad-Kundenansicht zu haben. Während einige der Hürden leichter zu nehmen sind, benötigen andere mehr Mühe und Aufmerksamkeit.

Schlechte Datenqualität

Die Qualität der Daten ist entscheidend für ein erfolgreiches Marketing. Für einen brauchbaren SCV ist es deswegen entscheidend, dass Sie verlässliche und akkurate Informationen von Ihren Usern erhalten. Marketer und Customer Experience-Spezialisten sollten sich dessen bewusst sein.

Ein Teil dieses Prozesses ist es, Daten aktuell zu halten, um veraltete Informationen zu minimieren. Deswegen sollten Sie Ihre Datenbank regelmäßig monitoren und Ihre Datenquellen validieren.

Unverknüpfte Daten

Mehr als die Hälfte der Marketer von Großunternehmen geben als Haupt-Herausforderung auf dem Weg hin zu einer echten Cross-Channel Marketing-Strategie das Verknüpfen der Daten für einen SCV an. Wir denken, das könnte häufig daran liegen, dass keine geeignete Softwarelösung bereitsteht, die den Prozess erleichtert.

Eine technische Lösung, die sich perfekt dafür eignet, Daten aus verschiedensten Quellen miteinander zu verschmelzen, ist die bereits mehrfach erwähnte Customer Data Platform.

Gesetzes-Compliance

Eine Sache, die bei allen Marketing-Aktivitäten stets omnipräsent ist, sind die Datenschutzgesetze, allen voran die DSGVO und bald auch die ePrivacy-Verordnung. Dementsprechend ist es dringend ratsam, eine automatisierte Consent-Verwaltung einzusetzen, die als Gatekeeper fungiert und nur die Daten in Ihre CDP lässt, zu denen Sie auch den Consent des Users erhalten haben, sofern notwendig.

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Legacy-Systeme

Obwohl sie über eine Fülle von Daten verfügen, haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, diese zu nutzen, da sie immer noch auf Legacy-Systeme angewiesen sind. Das ist das größte Hindernis für die Datenintegration, neben der unzureichenden Qualität und Standardisierung der Daten.

Und wenn es um den Aufbau eines SCV geht, ist die Datenintegration von größter Bedeutung. Marketingspezialisten müssen sich der Herausforderung stellen, dass Daten über mehrere Kanäle verteilt und in veralteten Systemen gespeichert sind.

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Ihre historischen Daten aus dem Altbestand nicht in das neue Systemformat passen oder sogar in neuen Systemen nicht zugänglich sind und nur in einem Data Warehouse gespeichert werden können.

Darüber hinaus können Altsysteme Terminologie oder Verfahren enthalten, die nicht mehr relevant sind und das Verständnis der aktuellen Methoden erschweren.

Fazit

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache – Der Single Customer View ist eine extrem effektive Methode, um Kundendaten zu managen. Dennoch ist gerade die Customer Data Plattform ein Thema, das viele Fragen aufwerfen kann. Unsere Experten freuen sich darüber, ihr Wissen über diese Technologie mit Ihnen zu teilen und Ihnen zu zeigen, wie Sie Verkäufe und Kundenbindung steigern können.

Gerne informieren wir Sie auch über Fragen im Zusammenhang mit der Verarbeitung Ihrer Kundendaten – unter Beachtung bestehender und zukünftiger Datenschutzgesetze. Zögern Sie daher nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren.

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Autor:

Sebastian Voigt, Content Marketer DACH

Sebastian ist begeisterter Sprachwissenschaftler. Germanistik und Anglistik haben es ihm angetan. Für Piwik PRO schlägt er die Brücke zwischen englischsprachigem und deutschsprachigem Content. Ihn fordert es heraus, komplizierte Sachverhalte so zu erklären, dass sie garantiert im Gedächtnis bleiben.

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Autor:

Karolina Lubowicka, Content Marketer

Karolina ist Content Marketer und Social Media Managerin bei Piwik PRO. Sie hat viel Erfahrung als Copy Writer gesammelt und versteht es komplexe Zusammenhänge verständlich zu beschreiben. Besonders intensiv beschäftigt sie sich derzeit mit Datenschutz & DSGVO.

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