Zurück zum Blog

Was ist der Single Customer View und wie funktioniert er?

Customer Journey Data Management

Geschrieben von ,

Veröffentlicht January 18, 2018 Aktualisiert April 25, 2022

Was ist der Single Customer View und wie funktioniert er?

Nicht alle Daten sind gleichermaßen sinnvoll für Analytics. Sie unterscheiden Verhaltensdaten und Besucher-Daten, die auf unterschiedliche Weise eingeholt werden können. Beide zusammen liefern jedoch den besten Mehrwert für Ihre Organisation. Wenn Sie darauf abzielen, die User Experience zu personalisieren und informierte Marketing-Entscheidungen zu treffen, ist der Single Customer View (SCV) die beste Informationsquelle.

Was der SCV genau ist und welche Vorteile er Ihnen für Ihr Marketing bietet, lesen Sie in diesem Blog-Artikel.

Was ist der Single Customer View?

Mithilfe des Single Customer View (auch einheitliches Kundenbild,  “360”- oder “Unified”-Customer-View genannt) sammeln Sie alle Daten über ihre Kunden an einem zentralen Ort und fügen Sie sie zu einem einzelnen Report zusammen.

So erhalten Sie einen ganzheitlichen Blick auf alle Kundenaktionen – mobil, auf Ihrer Webseite oder auch in Ihrem Offline-Store (abhängig davon, mit welchen Datentypen Sie Ihren SCV erstellen)

Ein Single Customer View stellt die Daten, die eine Organisation über ihre Kunden sammelt, in aggregierter, konsistenter und ganzheitlicher Form dar.

Der Single Customer View in Piwik PRO

Datentypen für den Single Customer View

Unternehmen erstellen den Single Customer View, indem sie Informationen über Ihre Kunden aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen. In vielen Fällen stammen diese Quellen aus verschiedenen Abteilungen – nicht nur aus dem Marketing, sondern auch aus dem Vertrieb, Service- und Produktdesign und so weiter. 

Kundendaten für den Single Customer View umfassen unter anderem:

Web-, Mobil- und Verhaltensdaten: online besuchte Seiten, Kategorien und Produkte, zum Warenkorb hinzugefügte Produkte oder verworfene Einkäufe.  Klicks, Scrolls, Hovers, Verweildauer auf der Seite – die Art der Daten die Ihre Analytics-Tools sammeln.

CRM & Offline-Datenquellen: Anschrift, Telefon und E-Mail, Informationen zu sozialen Netzwerken, Daten zu Zustimmungen und Sperrungen.

Transaktionsdaten: Anzahl gekaufter Produkte (on- und offline), Bestellwert, Informationen zu Vertragsverlängerungen, verlassene Warenkörbe, Produktrückgaben usw.

Ein einfaches, aus Besucherdaten erstelltes SCV-Profil

Daten zu DSGVO-Einwilligungen: die Liste der von Ihren Nutzern erteilten Einwilligungen. Im Rahmen der DSGVO haben die Nutzer das Recht, den Umfang der Verarbeitung ihrer Daten einzuschränken. Sie verbieten Ihnen z. B., ihre Daten für die Personalisierung zu verwenden oder an Dritte weiterzugeben.

Den Single Customer View erstellen Sie hauptsächlich aus Daten, die unter die Definition First-Party-Daten fallen. Solche Informationen sammeln Unternehmen eigenständig und behalten 100 % Kontrolle über sie. Sie sind viel wertvoller als Third-Party-Daten von Dritten, da sie persönliche Identifikatoren behalten. Sie stammen von echten Kunden, nicht von anonymen Internetnutzern, die sich nicht mit Ihrer Marke verbunden fühlen.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen diesen Blogbeitrag:
Warum First Party Daten eine der wertvollsten Informationsquellen für einen Marketer sind

Die in einem Single Customer-Profile zusammengefassten Daten setzen Sie abhängig von den Zielen Ihres Unternehmens und den genutzten Marketingkanälen ein. Hier einige interessante Einsatzoptionen:

  • Cross- und Upselling-Kampagnen
  • Content-Personalisierung
  • Facebook- und Adwords-Werbung
  • E-Mail und CRM
  • Export von Zielgruppen an andere Tools

Vorteile einer Single Customer View-Strategie

Mittlerweile wissen Sie, was ein Single Customer View ist und aus welchen Datentypen Sie ihn erstellen. Vielleicht sind Sie aber noch etwas unsicher, wie genau es Ihrem Business hilft. Wir haben die wichtigsten Vorteile des SCV für Ihre Marketing-Strategie zusammengefasst:

1) Marketing-Daten – endlich Cross-Channel!

Wir sammeln heute massenhaft Daten – offline, online oder aus mobilen Geräten. Die Herausforderung besteht darin, all diese Daten richtig zu sammeln und – noch wichtiger – die Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen.

Laut der Aberdeen Group: können Unternehmen mit sehr starkem Cross-Channel-Kundenengagement durchschnittlich 89 % ihrer Kunden an sich binden, während Firmen mit schwachem Cross-Channel-Kundenengagement nur auf 33 % Kundenbindung kommen.

Käufer wechseln heute während Ihrer Customer Journey bequem vom Computer zum Smartphone zum Tablet und wieder zurück. Die korrekte Attribution erfordert im Marketing unter diesen Umständen einen besonderen Arbeitsaufwand. 

Mit den vielfältigen Daten über Ihre echten Kunden bilden Sie die vollständige Customer-Journey ab. Ganz unabhängig davon, wie viele Geräte oder Marketingkanäle sie nutzen, um mit Ihrer Marke in Kontakt zu treten.

Sie verwenden nicht mehr die alten und ineffektiven Conversion-Attributionsmodelle, die sich auf die letzten oder die ersten Klicks stützen. Stattdessen profitieren Sie von Methoden wie der Multi-Device- oder Multi-Channel-Attribution. So erkennen Sie, welche Geräte und Marketingkanäle am meisten zum Abschluss von Transaktionen beitragen.

2) Nie wieder Datensilos oder Duplikate!

Eine von Econsultancy und Adobe im Jahre 2016 durchgeführte, weltweite Umfrage deckte auf, dass lediglich 5 Prozent der Marketer und E-Commerce-Professionals nur eine einzelne Plattform verwenden, um Cross-Channel-Daten zu verarbeiten. Die Unternehmen speichern also die Daten an unterschiedlichen Orten und verteilen sie über die ganze Organisation.

Eine der größten Vorteile des Single Customer Views: Er löst das Problem doppelter Daten. Datensilos sind ein “Nebeneffekt” von neuen Kanälen und Software, die den Marketing-Stack eines Unternehmens ergänzen und die Informationen separat und ohne angemessene Integration speichern.

Isolierte Daten entstehen, wenn es verschiedene Abteilungen mit eigenen Arbeitsabläufen und eigener IT gibt. Sie kümmern sich mehr um ihre einzelnen Kanäle, Prozesse, KPIs und Metriken, anstatt sich auf die Käufer selbst zu konzentrieren

So tauschen Teams nur mit Mühe Nutzerinformationen untereinander aus und nutzen sie nicht, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Das System enthält stattdessen eine Menge doppelter Daten.
Im schlimmsten Fall führen doppelte Daten dazu, dass User mehrmals das gleiche Angebot oder widersprüchliche Angebote erhalten. Vielleicht verschwenden Sie auch Geld und nerven User mit Ihren Nachrichten, obwohl sie das Produkt bereits haben.

Ein Single Customer View sorgt dafür, dass Sie keine doppelten Daten mehr sammeln und Ihren Nutzern ein personalisiertes Erlebnis bieten. 

Datenpunkte mit Marketing-Technologie verknüpfen

Marketer arbeiten oft mit zahlreichen Marketing-Systemen, die zusammen den Marketing-Stack bilden. Alle Systeme miteinander zu integrieren, um ein einheitliches Kundenbild zu erreichen, ist herausfordernd. Es setzt auch einen tiefgreifenden Einblick in die Natur dieser Zusammenhänge voraus.

Die Experten vom Customer Data Platform-Institut schlagen drei Optionen vor, um die Systeme zusammenzuführen:

  • Systeme direkt miteinander verbinden: Je nach System kann dies einen hohen technischen Aufwand bedeuten. Dieser Ansatz verlangt, dass sie viele Verbindungen zwischen den einzelnen Systemen herstellen. Bei nur fünf Systemen benötigen Sie zehn Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Und wenn Sie 20 oder 30 Systeme hätten? In der Regel schaffen es Unternehmen, nur einige wenige Schlüsselsysteme miteinander zu integrieren, während sie die übrigen Systeme nur teilweise integrieren oder völlig ignorieren.
  • Marketing-Systeme mit einer zentralen Datenbank verknüpfen: Bei diesem Ansatz gibt es eine zentrale Datenbank, die Daten aus unterschiedlichen Quellen aggregiert. Sie wandelt sie in universelle Formate um und stellt die Daten allen anderen Systemen bereit. In einem solchen Szenario benötigen Sie weniger Verbindungen als im zuerst beschriebenen, da alle Systeme die gleichen Daten verwenden. Außerdem fügen Sie die Daten einem bestehenden System hinzu, statt ein neues einzurichten. Eine Customer Data Plattform eignet sich für ein solches IT-Umfeld hervorragend.
  • Systeme nicht miteinander integrieren: Dieser Ansatz erfordert natürlich am wenigsten Aufwand und fast ein Drittel der Unternehmen verwendet ihn. Allerdings ist ein Single Customer View ohne jegliche Integration schlicht unmöglich.

3) Informierte Marketingentscheidungen

Mit einem ganzheitlichen Blick auf das Verhalten Ihrer Kunden, vermuten Sie nicht mehr, sondern entscheiden informiert. 

Sie erhalten einen individuellen Überblick und identifizieren so die umsatzstärksten Kunden. Auf diese Weise entwickeln Sie einfacher passende Cross- und Upselling-Optionen für ihre Kunden und steigern langfristig die Kundentreue.

Dank der detaillierten Informationen über die Verhaltensweisen Ihrer Kunden, ihr Klickverhalten, ihre Kaufhistorie und ihre Lifestyle-Vorlieben, sehen Sie genau, wann, wo und warum sie konvertieren. 

So sprechen Sie Ihre Kunden in relevanten Phasen der Customer-Journey an und Ihre Conversion-Raten steigern. Zusätzlich nutzen Sie die Daten dazu, den zukünftigen Bedarf vorauszusagen und Ihr Marketing-Material auf die Wünsche der Kunden zuzuschneiden.

4) Treffendes Zielgruppen Targeting

Sobald Sie den Single Customer View schaffen, nutzen Sie ihn, um Ihre Targeting-Maßnahmen zu optimieren. Sie haben doch keinen Grund mehr, sich um doppelte oder ungenaue Daten zu sorgen.

Wenn Sie etwa wissen, wo Ihre Kunden einkaufen, ermöglicht es Ihnen, individuelle Nachrichten mit Informationen über bestimmte Events in diesem Gebiet oder einfach über das Geschäft selbst zu versenden.

Mit granularen Daten aller Art – von demografischen bis hin zu transaktionsbezogenen Datenpunkten, die einander ergänzen – erreichen Sie die richtigen Personen mit personalisierten Angeboten. Die Zeiten von Hit-and-Miss-Marketingkampagnen wären dann vorbei.

5) Detaillierte Segmente

Detaillierte Informationen über Ihre App- oder Website-Nutzer bedeuten, dass Sie mehr Daten haben, um die Zielgruppensegmente zu erstellen. Im Gegensatz zu aggregierten Daten, die falsch andeuten, dass alle Besucher gleich sind, spiegeln segmentierte Daten wider, wie unterschiedlich Ihre Besucher wirklich sind. Sie verfügen über verschiedene Browser und Geräte, haben unterschiedliche demografische Merkmale und vielfältige Probleme beim Nutzen Ihrer Website oder App.

Mit präzisen Daten segmentieren Sie Ihre Nutzer anhand relevanter Attribute und Verhaltensweisen. Es verschafft Ihnen bessere Einblicke und hilft Ihnen, sie mit den richtigen Botschaften anzusprechen. Mit dem Zugriff auf den Single Customer View erstellen Sie Segmente, die auf Merkmalen basieren wie:

  • Lebenszyklusphasen der Käufer
  • Geolokation
  • Kaufhistorie
  • Interessen
  • Bevorzugte Kontaktwege
  • Und viele weitere …

Das hilft, wertvolle Einsichten aus Ihren Segmenten zu gewinnen. So passen Sie Ihre Werbebotschaften noch genauer an ihre Empfänger an.

6) Einblick in die Bedürfnisse der Kunden

Wenn Sie alle Daten über Ihre potenziellen Kunden, d. h. alle Informationen, die Ihr Unternehmen sammelt, miteinander verknüpfen, erstellen Sie vollständige, mehrdimensionale Profile. Sie sind eine hervorragende Quelle des Wissens über Ihre Interessenten und Kunden.

Sie verstehen besser ihre Wünsche, Vorlieben, Gewohnheiten und Absichten. Ausgestattet mit solchen Details erstellen Sie besser zugeschnittene Kommunikation und Angebote in dem gesamten digitalen Bereich.

7) Pflege des Customer Lifecycle Marketing

Wenn Sie den Single Customer View erstellen, bauen Sie eine gute Grundlage für das Customer Lifecycle Marketing auf. Der Begriff könnte zumindest für einige unserer Leser fremd klingen. Deshalb erklären wir ihn kurz.

Was ist das Customer Lifecycle Marketing?

Customer Lifecycle Marketing (CLM) ist ein Marketing-Ansatz, bei dem Sie Kundendaten – einschließlich demografischer, transaktionaler und verhaltensanalytischer Daten – dazu nutzen, maßgeschneiderte Kampagnen für die jeweilige Phase der Customer Journey zu entwickeln. Interessant hierbei ist, dass sich die Methode hauptsächlich auf die Kundenbindung konzentriert und nicht auf die Neukundenakquise.

Dieser Ansatz mag auf den ersten Blick überraschen, aber er basiert auf einem starken Fundament. Die Statistiken sprechen für sich. Ein Bericht von Bain & Company besagt, dass eine fünfprozentige Steigerung der Kundenbindung die Rentabilität um bis zu 95 % erhöhen kann.

Eine Studie von Adobe aus 2012 offenbart außerdem, dass die oberen 10 Prozent Ihres Kundenstamms im Schnitt dreimal mehr Geld pro Kauf ausgeben als der durchschnittliche Käufer. Das oberste eine Prozent gibt sogar fünfmal mehr aus. Mit dem richtigen Ansatz im Customer Lifecycle Marketing gewinnen Sie also viel.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Sie einen qualitativen Ansatz bei der Kundenakquise annehmen und Ihre Kunden effektiver binden – lesen Sie unseren Blogbeitrag: 
→ Customer Lifetime Value: Was der CLV ist und warum es für Ihr Unternehmen wichtig ist

Drei Bausteine des Single Customer View

Sie gelangen zu einem Single Customer View im Rahmen eines komplexen Prozesses. Sie führen die über digitale Quellen verstreuten Daten zusammen und beseitigen die sogenannten Datensilos.

Aus praktischer Sicht konzentrieren Sie sich auf die drei Schlüsselelemente:

#1 Umfassendes Blick auf die Customer Journey

Der Single Customer View verlangt, dass Sie zuerst eine breitere Perspektive auf die Interaktionen der Kunden einnehmen. Dann betrachten Sie näher die kleineren Schritte, die sie mit Ihrer Marke unternehmen. Sie berücksichtigen vergangene und aktuelle Schritte, als ob es keinen linearen Pfad gäbe. So sagen Sie zukünftige Schritte leichter vorher.

Außerdem folgen Sie Ihren Nutzern über alle Kanäle und beobachten, wie sie diese Kanäle wechseln. So greifen Sie ein, wenn User an einem bestimmten Punkt nicht weiter voranschreiten.

Wenden Sie sich an Customer Journey Analytics, um all diese Daten zu verbinden und zu analysieren

Mehr Details dazu, wie Sie 360-Grad-Kundenprofile erstellen und Customer Journey Analytics einsetzen, finden Sie hier:

Customer Experience optimieren mit Customer Journey Analytics

#2 Verknüpfte Nutzerdaten

Wenn alle Datenquellen vorhanden sind, egal ob es sich um Ihr CRM, Ihre E-Mail-Plattform, Ihre Plattform für Marketing Automatisierung oder Ihr Transaktionssystem handelt, führen Sie die Datenbits zu einzelnen Datensätzen zusammen. Darum geht es bei dem Single Customer View – ein vollständiges Profil Ihrer Kunden und Interessenten zu erstellen.

Für diese Aufgabe können Sie eine CDP einsetzen. Sie fassen damit alle Daten über Ihre Nutzer zusammen. Eine Customer Data Plattform bietet Ihnen einen vollständigen Überblick über die Aktionen, die Ihre Kunden auf Ihrer Website, auf Mobiltelefonen und sogar in Ihrem Geschäft in der Innenstadt durchführen.

CDPs ordnen die Kunden in der Regel anhand ihrer E-Mail-Adressen zu. Da diese Adresse eindeutig ist, identifizieren und abgleichen Sie Nutzer über sehr breite Datensätze hinweg. Dies ist die sogenannte deterministische Abgleichmethode, die eine Genauigkeit von 80 bis 90 % gewährleistet.

Mit einem solchen Genauigkeitsgrad des Profilabgleichs bauen Sie eine umfangreiche und erweiterbare Datenbank mit Profilen auf, die Sie entlang der gesamten Customer Journey, die der Nutzer mit Ihrer Marke unternimmt, weiter anreichern.

#3 Stabile Strategie

Einen Single Customer View zu erstellen, erfordert eine Menge Aufwand und Planung. Entwickeln Sie dazu eine geeignete Strategie, indem Sie Umfang und Ziele Ihres SCV-Projekts definieren. Präzisieren Sie, was Sie genau erzielen und wie Sie die gewonnenen Erkenntnisse einsetzen, um die Unternehmensziele zu erreichen.

Dazu gehört auch, dass Sie verschiedene Abteilungen einbeziehen, sich auf die unternehmensweiten Änderungen vorbereiten und verschiedene Ressourcen verwalten, vom Budget über Vermögenswerte bis hin zu externen Lieferanten.

Außerdem priorisieren Sie Datenquellen und wählen Sie technische Mittel aus, die Sie für das Sammeln, Zusammenführen und für die Analyse der Daten verwenden möchten.

Den Single Customer View im digitalen Marketing anwenden

Ein 360-Grad-Customer-View bietet Marketern viele Anwendungsoptionen, beispielsweise für Treueprogramme und Kundenservice. Doch der wichtigste Grund für einen Single Customer View ist die Personalisierung.

Beim One-on-One-Marketing geht es um die personalisierte Kommunikation mit Nutzern, sei es auf Ihrer Website, in Ihrer mobilen App oder in Ihren E-Mail-Kampagnen.

Dank der Daten, die Sie aus dem expliziten oder impliziten Surfverhalten der Besucher gewinnen, und mit den Informationen aus dem Nutzerprofil zusammenführen, können Sie Produkte oder Content anbieten, die wirklich zu den Interessen Ihrer User passen.

Details über die Intentionen, Vorlieben und Interessen Ihrer User zu wissen, befähigt Sie:

  • Produkte individuell zu empfehlen
  • Nutzer nach Verlassen des Warenkorbs hinzuweisen
  • App Onboarding zu personalisieren
  • Cross- und Upselling-Kampagnen durchzuführen
  • Einkaufslisten zum Re-Engagement zu verwenden
  • Suchergebnisse relevanter zu gestalten
  • Maßgeschneiderten Rabatte, Service und Tipps zu bieten

Sie können die Liste je nach Ihrer verfügbaren Zeit und Ihrem Budget erweitern.

Beispiele für das Anwenden des Single Customer View im Customer Lifetime Marketing
Der umfangreiche Leitfaden von Ometria teilt Kunden unter einer Marketing-Lifecycle-Strategie in die folgenden Gruppen ein:

  • Potenzielle Kunden
  • Aktive Kunden
  • Gefährdete Kunden
  • Ehemalige Kunden

Ihr Ziel ist die Conversion aller potenziellen, gefährdeten und ehemaligen Kunden hin zu aktiven Käufern. Dank der Daten aus dem Single Customer View ermitteln Sie einfach, welche Kunden in welche Kategorie fallen. Anschließend planen Sie Marketingkampagnen, mit denen Sie Interesse und Loyalität der Kunden (zurück)gewinnen.

Beispiel: Nehmen wir an, Sie möchten ehemalige Kunden identifizieren, die zuvor sehr aktive Käufer Ihrer Produkte oder Dienstleistungen waren. Im ersten Schritt nutzen Sie die Daten aus dem Single Customer View dazu, diese Kundengruppe zu identifizieren. Erstellen Sie hierzu Segmente auf Grundlage von:

  • Datum des letzten Kaufs
  • Vorherige Kauffrequenz
  • Einkaufswert

So filtern Sie diejenigen Kunden heraus, die früher viel und oft bei Ihnen kauften, aber aus irgendwelchen Gründen es nicht mehr tun. Mit diesem Wissen versuchen Sie nun, Kunden dieses Segments zurückzugewinnen. Sie lassen ihnen beispielsweise einen Rabattcode im Rahmen einer E-Mail-Kampagne zukommen und machen sie so wieder auf Ihre Marke aufmerksam.

Hürden beim Aufbau des Single Customer View

Der Pfad hin zu einem 360-Grad-Customer-View ist lang und steinig. Hürden treffen Sie in unterschiedlichen Bereichen, so z. B. bei Budget, Gesetzes-Compliance, Datensilos, firmeninternen Richtlinien, Datenextrahierung, System-Inkompatibilitäten und fehlendem Know-how.

Laut einer Studie von Experian haben fast 90 % der befragten Marketer Probleme, einen Single Customer View zu schaffen. Einige der Hürden sind leichter zu nehmen, vor allem, wenn das Management erkennt, dass das Ziel die Mühe wert ist. Es hängt dann nur von Geld oder Unternehmenspolitik ab. Andere Barrieren erfordern mehr Zeit und Mühe.

Schlechte Datenqualität

Die Qualität der Daten spielt eine entscheidende Rolle für den Marketing-Erfolg. Stellen Sie sicher, dass Sie über zuverlässige und genaue Informationen über Ihre Nutzer verfügen, um den Single Customer View zu erstellen. Marketer und Customer Experience-Spezialisten sollten sich dessen bewusst sein.

Ein Teil dieses Prozesses liegt darin, Daten aktuell zu halten, um veraltete Informationen zu minimieren. Deswegen überprüfen Sie Ihre Datenbank regelmäßig und bewerten Sie Ihre Datenquellen.

Unverknüpfte Daten

Mehr als die Hälfte der Marketer von Großunternehmen geben als Haupthürde auf dem Weg hin zu einem echten Cross-Channel Marketing das Verknüpfen der Daten für einen Single Customer View an. Es könnte daran liegen, dass keine geeignete Technologie bereitsteht, die den Prozess erleichtert.

Eine technische Lösung, die sich perfekt dafür eignet, Daten aus verschiedensten Quellen miteinander zu verschmelzen, ist die bereits mehrfach erwähnte Customer Data Platform.

Diese Technologie hilft Ihnen dabei, Benutzerdetails aus verschiedenen Quellen zu sammeln, detaillierte Segmente zu erstellen und diese Daten dann effektiv in Ihren Content-Personalisierungs- und Remarketing-Kampagnen einzusetzen.

Wenn Sie mit diesem Begriff nicht vertraut sind, werfen Sie einen Blick auf diesen Blogbeitrag: 4 Unterschiede: Data Management Platform (DMP) & Customer Data Platform (CDP) oder lesen Sie einfach unsere Produktseite. Dort erhalten Sie einen guten Überblick zu diesem Thema.

DSGVO-Compliance

Eine Sache, die beim Online-Marketing stets all­ge­gen­wär­tig ist, sind die Datenschutzgesetze, allen voran die DSGVO und vor Kurzem auch das TTDSG. Dementsprechend ist es dringend ratsam, eine automatisierte Consent-Verwaltung einzusetzen, die als Gatekeeper fungiert und nur die Daten in Ihre CDP lässt, zu denen Sie auch den Consent des Users haben, sofern notwendig.

Einen Vorschlag, wie Sie die Technologie mit der DSGVO im Einklang bringen, finden Sie hier:

Customer Data Platform: die beste Wahl für DSGVO-konformes Handeln

Legacy-Systeme

Obwohl sie über eine Fülle von Daten verfügen, tun sich viele Unternehmen schwer damit, diese zu nutzen, weil sie immer noch auf Altsysteme zurückgreifen. Das ist die größte Hürde bei der Datenintegration, neben der unzureichenden Qualität und Standardisierung der Daten.

Die Datenintegration spielt eine wesentliche Rolle bei dem Aufbau eines Single Customer View. Marketingspezialisten stellen sich der Aufgabe, die über mehrere Kanäle verstreuten und in veralteten Systemen gespeicherten Daten zu vereinheitlichen.

Außerdem besteht das Risiko, dass Ihre historischen Daten aus dem Altbestand nicht in das neue Systemformat passen oder sogar in neuen Systemen nicht zugänglich sind. Dann sind Sie gezwungen, die Daten nur in einem Data Warehouse zu speichern.

Ferner können Altsysteme Terminologie oder Verfahren enthalten, die nicht mehr relevant sind und die Einsicht in die aktuellen Methoden erschweren.

Fazit

Die Zahlen sprechen für sich – der Single Customer View ist ein sehr effektiver Weg, um Kundendaten zu verwalten. Dennoch kann dieses Thema viele Fragen aufwerfen. Unsere Experten teilen gerne mit Ihnen ihr Wissen darüber, wie man mit dem CSV sowohl den Umsatz als auch die Kundenbindung steigert.

Gerne informieren wir Sie auch, wie Sie die Daten Ihrer Kunden im Einklang mit den geltenden und künftigen Datenschutzgesetzen verarbeiten. Gerne zeigen wir Ihnen auch wie das in der Piwik PRO Analytics Suite funktioniert

Autor

Karolina Lubowicka

Senior Content Marketer and Social Media Specialist

Karolina ist Content Marketer und Social Media Managerin bei Piwik PRO. Sie bringt viel Erfahrung als Copywriter mit sich und versteht es dem Leser komplexe Themen des Datenschutzes & der DSGVO verständlich näherzubringen.

Mehr von diesem Autor lesen

Autor

Beata Moryl

Translator / Jr. Content Writer

Junior Content Writer und Übersetzerin mit langjähriger Erfahrung im wirtschaftlichen Bereich. Sie glaubt Übersetzer sind wie Ninjas, wenn man sie bemerkt, taugen sie nichts. LinkedIn Profil.

Mehr von diesem Autor lesen