Scrolltiefe – Mit welchen Inhalten interagieren User auf Ihrer Website?

Veröffentlicht: Juli 24, 2019 Update: August 8, 2019 Autor Kategorie Analytics

Das Userverhalten auf einer Website verrät Ihnen grundlegende Informationen über das Interesse an Ihren veröffentlichten Inhalten. Es ist wichtig zu wissen, wie und ob User mit Ihrem Content interagieren, um zeitnah reagieren zu können und entsprechende Optimierungen vorzunehmen.

Software für Web Analytics bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten, um das Verhalten von Website-Besuchern zu tracken. Eine wichtige Maßnahme ist das Messen der Scrolltiefe bzw. des Scroll-Verhaltens. 

Was die Scrolltiefe genau ist und welche Erkenntnisse und Vorteile diese Kennzahl liefert, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was bedeutet Scrolltiefe?

Mit der Analyse der Scrolltiefe können Sie Rückschlüsse ziehen, auf welche Art und Weise und mit welcher Intensität sich User mit Ihrer Website auseinandersetzen und die Inhalte konsumieren.

Im Detail beantwortet die Scrolltiefe folgende Fragen:

  • Wie weit scrollt der User auf der Website herunter?
  • Welche Inhalte werden gesehen und aufgenommen? 
  • Welche Inhalte werden nicht beachtet?
  • Werden die Inhalte gelesen oder liest der User nur quer bzw. überfliegt den Content?

Die Scrolltiefe ergänzt somit die Analyse der Verweildauer. Diese misst, wie lange sich ein User auf Ihrer Website aufhält. Noch interessanter ist es in diesem Kontext jedoch zu erfahren, wie lange der User auf der Seite aktiv war und welchen bzw. wie viel Content er gesehen hat. Diese Daten verdeutlichen letztendlich, bis wohin sich der User für die Webseite interessiert. 

Natürlich ist die Analyse der Scrolltiefe nur auf Webseiten sinnvoll, die eine gewisse Mindesthöhe aufweisen. Webseiten, die nicht gescrollt werden können bzw. nur wenig Inhalt aufweisen, können von der Analyse der Scrolltiefe ausgeschlossen werden.

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Wie wird die Scrolltiefe im Webanalyse-Tool dargestellt?

Die Scrolltiefe wird in der Webanalyse in Prozent ausgedrückt. Falls ein User bis zum Ende der Seite gescrollt hat, wird ihm somit eine Scrolltiefe von 100 % zugeordnet. In Webanalyse-Tools wird dabei meistens mit Schritten von jeweils 25 % gearbeitet (25 %, 50 %, 75 %, 100 %). Dies variiert jedoch und kann vom Anwender auch selbst definiert werden.

Mit der prozentualen Scrolltiefe wird auch erfasst, wie lange sich der User auf der jeweiligen Webseite aufhält. Somit kann festgestellt werden, ob sich ein User die Inhalte des gescrollten Bereichs auch durchgelesen hat. Eine Scrolltiefe von 100 % und eine Zeit von 10 Sekunden weist beispielsweise darauf hin, dass der User die Seite lediglich durchgescrollt hat und die Inhalte nicht gelesen wurden.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie die Scrolltiefe in der Piwik PRO Analytics Suite angezeigt wird. Beide Beispiele zeigen die Scrolltiefe auf einer Webseite mit einem Blogartikel. Dargestellt wird der Visitor-Log mit der entsprechenden Scrolltiefe:

Beispiel 1: Scrolltiefe: 75 %; Zeit: 3 Minuten 56s

In Beispiel 1 hat der User bis zu 75 % der Seite gescrollt und das in 3 Minuten und 56s. Diese Informationen deuten daraufhin, dass der User den Inhalt höchstwahrscheinlich als relevant und informativ erachtet hat. Die Inhalte wurden nicht überflogen, sondern gelesen.

Beispiel 2: Scrolltiefe: 100 %; Zeit: 58s

In Beispiel 2 hat der User bis zum Ende der Seite (100 %) gescrollt und dabei jedoch nur 58s aufgewendet. Es ist wahrscheinlich, dass der User den Inhalt nicht (komplett) gelesen hat. Der Inhalt der Seite wurde lediglich überflogen.

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Was sind die Vorteile?

Mit der Messung und Auswertung von Scrolltiefen wird das Ziel verfolgt, die Qualität der Website-Inhalte und somit auch die User Experience zu steigern. 

Gescrollte Inhalte weisen auf qualitativ hochwertigen Content hin und zeigen, welche Inhalte bei den Usern einen echten Mehrwert bieten. Diese Informationen sind wertvoll für die Content-Planung und -Erstellung. Zudem gibt dies Aufschluss darüber, an welchen Stellen Handlungsaufforderungen und CTAs sinnvoll platziert werden können.

Nicht-gescrollte Inhalte können darauf hinweisen, dass der Content den Usern keinen Mehrwert bietet und entweder gelöscht oder überarbeitet werden sollte. Es kann jedoch auch ein Indiz dafür sein, dass ganz einfach zu viele Inhalte auf der Seite platziert sind und der Content eingekürzt bzw. in andere Content-Formate gebracht werden sollte.

Ein weiterer Vorteil der Scrolltiefe ist, dass hohe Bounce Rates in den richtigen Kontext gebracht werden können. Wenn eine Website nur einen Seitenaufruf generiert hat (dh. User ohne Interaktion auf der Einstiegsseite die Website wieder verlassen haben), die Scrolltiefe jedoch gleichzeitig hoch ist und die Verweildauer darauf hinweist, dass die Inhalte konsumiert wurden, kann von keinem echten “Absprung” die Rede sein.


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Welche Optimierungsmaßnahmen lassen sich ableiten?

Wenn eine Webseite durchschnittlich eine relativ geringe Scrolltiefe aufweist, sollte die Seite analysiert und optimiert werden. Dabei sollte man sich u.a. folgende Fragen stellen:

  1. Kommen nach den gescrollten Inhalten noch wichtige Informationen?

Falls nein, sollte man darüber nachdenken für eine bessere Übersichtlichkeit unwichtige Informationen wegzulassen und auf weitere Kommunikationskanäle zu verweisen.

Falls ja, sollte das Layout der Seite überprüft werden. Ein Inhaltsverzeichnis hilft Usern z.B. dabei, die für sie wichtigen Inhalte schneller zu finden. Zudem können weiterführende Informationen ggf. besser für ein auf der Seite eingebettetes Whitepaper genutzt werden.

  1. Sind Handlungsaufforderungen in den gescrollten Bereichen platziert?

Falls nein, sollten wichtige CTAs in die Bereiche eingebaut werden, die von den Usern gesehen und gelesen werden.

  1. Wie ist die Webseite in den nicht-gescrollten Bereichen aufgebaut?

Falls in den nicht-gescrollten Bereichen lediglich Informationen wie Footer, Autorenbeschreibungen, wiederholte CTAs etc. platziert sind, gibt eine niedrigere Scrolltiefe keinen direkten Rückschluss auf die Qualität der Inhalte. Sie sollten jedoch sicherstellen, dass der Seitenaufbau übersichtlich gestaltet ist.

Fazit

Das Scroll-Tracking stellt eine wichtige Maßnahme im Online-Marketing dar, um das Userverhalten zu messen und die Wesbite-Performance zu optimieren.

Insbesondere für Content-Seiten, d.h. Webseiten mit vielen inhaltlich wertvollen Informationen, ist diese Kennzahl oft ausschlaggebend, um den Erfolg wirklich messbar zu machen.

Sobald man weiß, zu wie viel Prozent sich die User eine Webseite maximal anschauen, kann die Qualität aber auch das Layout und die Platzierung einzelner Content-Formate bewertet und optimiert werden.  

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Tags für diesen Artikel

Autor:

Veronika Fachinger, Content Marketing Manager DACH

Sie hat immer ein Auge auf aktuelle Trends und Entwicklungen im Online Marketing und kreiert täglich wertvollen Content für Piwik PRO in Deutschland.

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