Bounce Rate vs. Exit Rate – Einfach erklärt

Published: Dezember 18, 2018 Updated: März 8, 2019 Autor Kategorie Analytics

Im Analytics-Bereich wird mit vielen Begriffen um sich geworfen, die man auch leicht durcheinander bringen kann. Wir beschäftigen uns daher in diesem Artikel mit zwei Kennzahlen, die gerne verwechselt werden, aber ganz unterschiedliches messen. Die Rede ist von Bounce Rate (Absprungrate) vs. Exit Rate (Ausstiegsrate).

Bounce Rate

Die Bounce Rate gehört zu einer der wichtigsten Metriken über das Besucherverhalten in Analytics Reports. Sie beschreibt vereinfacht gesagt das Verhältnis zwischen den Einstiegen und Absprüngen auf einer Webseite.

Ein Absprung (Bounce) findet also immer dann statt, wenn eine Session auf einer bestimmten Webseite anfängt und auf dieser auch wieder endet. Das bedeutet, es wird nur ein einziger Seitenaufruf erzeugt und der Besucher verlässt die Seite ohne zuvor auf irgendeine Art und Weise mit der Website zu interagieren.

Avinash Kaushik beschreibt dieses Phänomen mit dem Satz
“I came. I puked. I left”.

Eine hohe Bounce Rate könnte also auf eine qualitativ schwache Webseite hindeuten, auf der User den gewünschten Content nicht (mühelos) finden.

Exit Rate

Ein Exit (Ausstieg) beschreibt das Verlassen eines Website-Besuchers auf der allerletzten Seite seines Besuchs. Die Exit Rate ist daher Seiten-bezogen und beschreibt das Verhältnis zwischen der Gesamtzahl an Sessions auf einer Seite und den Sessions, die dort beendet wurden.

Eine hohe Exit Rate kann je nach Kontext positiv oder negativ bewertet werden. Wenn die Ausstiege im Vergleich zu den Seitenaufrufen hoch ausfallen, könnte man von einer Schwachstelle auf der Seite ausgehen, die weiteren Analysen bedarf.

Wenn die Seite jedoch das Ende eines Prozesses darstellt und die Besucher zu einer finalen Handlung veranlasst z. B. durch das Ausfüllen eines Kontaktformulars oder durch die Ausführung einer Bestellung, spiegelt ein Absprung auf dieser Seite das gewünschte Ziel wider.

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Bounce vs. Exit – Ein Beispiel

Während die Bounce Rate eine Session beschreibt, die auf einer bestimmten Seite anfängt und dort auch endet, definiert die Exit Rate den Ausstieg von der zuletzt besuchten Webseite.

Nehmen wir also an, zwei User sind auf der Startseite von Piwik PRO eingesteigen.

User 1 hat die Website sofort wieder verlassen, ohne jegliche Interaktion (es wurde z. B. keine Verlinkung oder die Seitennavigation angeklickt). User 2 klickt auf den blauen Button “Das Rezept von Piwik PRO”.

Die Startseite hat also eine Bounce und Exit Rate von 50 %. Der Einstieg von User 1 war gleichzeitig sein Absprung (Exit).

User 2 ist auf folgender Seite 2 gelandet:

Die Bounce Rate liegt jetzt schon bei 0 %, da kein neuer User eingestiegen ist. User 2 war vorher schon auf einer anderen Seite und ist daher nicht eingestiegen, sondern “weitergegangen”.

Kein Absprung ohne Einstieg!
Sobald es zum Aufruf einer weiteren Seite kommt, handelt es sich nicht mehr um einen Absprung und die Bounce Rate wird als Kennzahl irrelevant. Wenn der User die Seite anschließend nach dem Besuch weiterer Seiten verlässt, so wird von einem Ausstieg gesprochen.

Auch auf Seite 2 interagiert User 2, indem er auf den blauen Button “Erfahren Sie mehr in unserer Case Study” klickt. Dementsprechend liegt neben der Bounce Rate auch die Exit Rate bei 0 %.

Auf Seite 3, der Download-Seite zur Case Study, springt User 2 ab. Dies betrifft, wie bei Seite 2, wieder nur die Exit Rate und nicht die Bounce Rate. Die Exit Rate für Seite 3 liegt also bei 100 %.

Interpretation & Optimierung

Bounce Rate

Der Grund für einen Absprung und erhöhte Bounce Rates kann meist auf irrelevanten Content zurückgeführt werden. Der User findet ganz einfach nicht, wonach er gesucht hat. Er hatte andere Erwartungen, die die Seite nicht erfüllen konnte.

Nicht selten kann aber auch eine inhaltsstarke Webseite wie beispielsweise ein Blog der Grund sein. User lesen einen Artikel, sind zufrieden und verlassen die Seite wieder. Dies ist insbesondere der Fall, wenn den Usern kein zusätzlicher Content, durch unter anderem weiterführende Links, angeboten wird.

Jedoch wird eine fehlende Interaktion mit einer Webseite von den meisten Wirtschaftsunternehmen als negativ angesehen, da das Ziel verfehlt wurde, den User weiter in den Sales-Funnel zu treiben. Es ist daher ratsam, Seiten mit einer hohen Bounce Rate hinsichtlich folgender Punkte zu analysieren:

  • Unübersichtliche Navigation
  • Hoher Werbeanteil
  • Schwache Struktur der Inhalte
  • Proportional hoher Anteil von Sound und Video
  • Obligatorische Registrierungen / Eingabe persönlicher Daten
  • Qualitativ schwache Inhalte / veralteter Content

Diese Schwachstellen auf einer Webseite führen verhältnismäßig häufig zum Absprung der User und sollten daher besondere Berücksichtigung finden.

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Exit Rate

Die Gründe für einen Ausstieg der User, nachdem sie bereits mit der Website auf der Einstiegsseite interagiert haben, sind ebenfalls vielfältig.

Bestimmte Webseiten wie Landingpages verfolgen explizit das Ziel, dass der User auf dieser Seite seine Interaktion mit dem Unternehmen abschließt. Ein typisches Beispiel ist hier der Check-Out in einem Online-Shop, nachdem der Kauf abgeschlossen wurde.

Eine erhöhte Exit Rate ist also nicht zwangsläufig mit einer notwendigen Optimierung gleichzusetzen.

Die Seiten mit einer hohen Exit Rate sollten daher für eine finale Bewertung in ihrem Kontext analysiert werden. Um diesen Vorgang zu erleichtern, sollte bereits beim Aufbau der Webpräsenz überlegt werden, welche Seiten sich für einen Ausstieg eignen und welche nicht.

Eine Produktseite mit sorgfältig platzierten Call-to-Actions (CTAs) sollte beispielsweise keinesfalls als Ausstiegsseite dienen. Falls hier eine hohe Exit Rate zu verzeichnen ist, sollten Marketer die Seite im Hinblick auf die oben genannten Punkte analysieren.

Fazit

Bounce- und Exit Rates beschreiben von Grund auf verschiedene Sachverhalte und sollen daher bei der Analyse der Website nicht verwechselt werden.

Eine hohe Bounce- bzw. Exit Rate ist nicht immer negativ zu bewerten. Es kommt grundsätzlich darauf an, für welches Ziel die entsprechende Webseite konzipiert wurde.

Es ist daher sinnvoll eine Liste mit allen Seiten anzulegen, bei denen keine bzw. eine letzte durchgeführte Interaktion beabsichtigt ist. Auf diesen Seiten ist bei einer hohen Bounce bzw. Exit Rate kein konkreter Optimierungsbedarf notwendig.

Sollten Sie auf den anderen Webseiten viele Besucher verlieren, sollten Sie genau analysieren, was die Besucher dazu bewegt und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

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Autor:

Veronika Fachinger, Content Marketing Manager DACH

Sie hat immer ein Auge auf aktuelle Trends und Entwicklungen im Online Marketing und kreiert täglich wertvollen Content für Piwik PRO in Deutschland.

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