4 Fragen und Antworten zur Integration von sensiblen Daten und PIIs in die Analytics-Plattform

Veröffentlicht: April 2, 2019 Update: August 8, 2019 Autor , Kategorie Best Practices, How Tos & Use Cases, Customer Journey

Fast jedes Unternehmen ist heute digital vernetzt. Doch egal, ob Sie im Finanzwesen, der Telekommunikationsbranche, dem Gesundheits- oder Versicherungswesen tätig sind, die Chancen sind hoch, dass Sie wertvolle Potentiale bisher ungenutzt gelassen haben.

Diese wertvollen Potentiale beziehen sich auf die Kundeninformationen einschließlich ihrer personenbezogenen Daten. Zu häufig liegen diese zusammenhangslos in Silos der verschiedenen Abteilungen, sodass keine einheitlichen Kundenprofile für Targeting-Kampagnen genutzt werden können.

Doch Sie können jederzeit bereits bestehende Daten aktivieren und für sich verwenden. Sie brauchen diese Daten, die Sie ja sowieso mit der Einwilligung der entsprechenden Kunden gespeichert haben, nur noch in Ihre Analytics-Plattform onboarden. Aber was bedeutet das? Und was müssen Sie dabei unbedingt beachten?

1. Was ist Data Onboarding?

Data Onboarding ist ein Marketing-Prozess, bei dem alle Offline-Daten in den digitalen Bereich eingebunden werden. Marketer verknüpfen alle offline erhobenen Informationen zu ihren Kunden mit den Daten aus Online-Quellen.

So wird aus den in Silos schlummernden Daten und den ungenutzten Offline-Daten plötzlich eine 360-Grad-Kundenansicht, die zur Optimierung der Targeting-Kampagnen genutzt werden kann.

Der komplexe Prozess kann in drei Schritte unterteilt werden:

  1. Während der Customer Journey werden User-Identifikatoren auf der Website oder in der App gesammelt. Das können z. B. Formulardaten sein oder Daten von Websites, die durch einen Tag Manager gesammelt wurden.
  2. Dann werden Offline-Daten aus einem CRM-System, einer Marketing Automation Software, einem Transaktionssystem oder anderen Quellen importiert.
  3. Anschließend werden die Online-Verhaltensdaten anhand der Identifikatoren mit den importierten Offline-Daten abgleichen. Es wird ein Single Customer View basierend auf Online- und Offline-Daten erstellt.

Aus technischer Sicht bedeutet das, dass alle Daten, die Sie aus Ihrem CRM- und Tag-Management-System sowie Ihrer Analytics-Plattform sammeln, synchronisiert werden und mit Hilfe der Customer Data Platform zur Verfügung stehen. Auch wenn es noch andere technische Umsetzungsmöglichkeiten gibt, ist diese Vorgehensweise unserer Meinung nach die effektivste.

Sobald die Offline-Informationen mit den Online-Quellen zusammengeführt worden sind, können Werbetreibende die Relevanz und Effektivität ihrer Anzeigen und ihres allgemeinen Contents über alle Marketingkanäle hinweg erhöhen.

Beim Onboarding beziehen wir uns allerdings nicht auf Informationen aller Art, sondern nur auf personenbezogene und sensible Informationen der User. Der Umfang dieser Daten variiert und hängt z. B. von Gesetzen und Vorschriften ab. Es sind vor allem kritische Daten, die einen besonderen Schutz vor unbefugtem Zugriff erfordern, damit die Privatsphäre und Sicherheit von Personen und Unternehmen angemessen geschützt wird.

Auf der anderen Seite beinhalten sensible Unternehmensdaten alle Informationen, die ein Risiko für das Unternehmen darstellen können, falls sie von Wettbewerbern abgerufen oder veröffentlicht werden. Wir werden später noch tiefer auf diese Definitionen und die Auswirkungen sensibler Daten eingehen.

100 % Datenbesitz, Kontrolle & Sicherheit

Steigen Sie ein ins Data Driven Marketing und testen Sie Piwik PRO Analytics

Kostenlose Demo vereinbaren

2. Was können Sie durch das Onboarding von sensiblen Daten erreichen?

Wenn Ihnen die richtigen Daten zur Verfügung stehen, können Sie Ihre Marketingaktivitäten auf das nächste Level heben.

Und dafür benötigen Sie präzise Informationen zu Ihren (potenziellen) Kunden. Marketer, die personenbezogene Informationen in ihre Analytics-Plattform onboarden, können:

  • Targeting und User Experience optimieren
  • Seiten für ihre Zielgruppen anpassen
  • präzise Segmentierung und Personalisierung durchführen
  • Zielgruppen präzise einteilen
  • Marketing-Reichweite über digitale Kanäle erhöhen
  • besser auf Datenschutz-Anfragen betroffener Personen im Rahmen der DSGVO eingehen

3. Was sind die Vorteile vom Onboarding personenbezogener Daten?

Eine detaillierte 360-Grad-Kundenansicht zu erzeugen ist ein komplexer Prozess mit vielen potenziellen Hindernissen. Doch die richtige Lösung liefert nicht nur signifikante Vorteile, sondern erleichtert den gesamten Analytics-Prozess.

Eine Studie von IBM & E-consultancy zeigt, dass die meisten Unternehmen Technologie als den entscheidenden Faktor für Ihren Erfolg sehen. Nur so können sie ihre Daten richtig nutzen und die Kunden verstehen.

Im folgenden betrachten wir, wie Piwik PRO Ihnen dabei helfen kann, solche Ergebnisse zu erzielen.

Zeit- und Kostenersparnisse

Zunächst einmal können Sie sich auf Kosten- und Zeitersparnisse freuen. Sie müssen nicht Ihr gesamtes Budget für mehrere Tools und Lizenzen ausgeben. Sie brauchen z. B. keine Lösungen wie Google Analytics 360 oder Adobe Marketing Cloud, um Ihr Tracking durchzuführen oder Google Tag Manager oder Tealium für Ihr Tag-Management. Wenn Sie in der Banken- und Finanzbranche tätig sind, möchten Sie es vielleicht manchmal sogar wagen Ihre eigene Plattform aufzubauen, doch das erhöht die Komplexität enorm.

Sie bekommen mit Piwik PRO eine All-in-One-Lösung, um Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu kombinieren, Server Logs zu prüfen, Ergebnisse zu analysieren und schlussendlich die Daten zu aktivieren. Darüber hinaus sind Sie nicht auf teure BI-Spezialisten angewiesen, da Ihr Marketing-Team die Datenanalyse selbständig durchführen kann.

Im Ganzen betrachtet brauchen Sie mit der Lösung von Piwik PRO also nicht mehr mühsam und manuell Daten via API in Ihre Analytics-Plattform einzuspeisen. Vielmehr automatisieren Sie den Prozess und können alles in einer Software-Suite steuern.

100 % Datenbesitz

Einer der wichtigen Vorteile, die Sie durch den Einsatz der Piwik PRO Analytics Suite erlangen, ist die hundertprozentige Garantie, alleiniger Besitzer der Daten zu bleiben. Sie sind Sie also beides: alleinig verantwortlich und alleinige Kontrollinstanz.

Der Datenbesitz kann mit dem Zugriffsrecht gleichgestellt werden. Sie kommen an die Daten, die Sie benötigen, jederzeit heran. Zudem können Sie selbst festlegen, wem Zugriff auf welche Daten gewährt wird. So geraten Ihre Daten nicht in die falschen Hände. Die Daten, die Sie zur Verfügung haben, ermöglichen Ihnen den Zugriff auf Performance-Metriken, Werbekosten und alle anderen wichtigen Informationen über Ihre Kampagnen. Alle Daten sind außerdem transparent; Sie können jederzeit die allgemeine Performance Ihrer Ad- und Content-Strategien selbstständig prüfen, ohne sich auf andere Abteilungen oder Geschäftspartner verlassen zu müssen.

Bei anderen Anbietern von Analytics-Software sieht es meist anders aus. Wenn Sie beispielsweise Google Analytics 360 einsetzen, sollten Sie die Bedingungen sorgfältig verhandeln. Andernfalls sind Sie nicht im Datenbesitz sondern agieren eher als ein Lizenznehmer der Daten, die Sie sammeln.

Sie können in Googles Richtlinien lesen:

“Google and its wholly owned subsidiaries may retain and use, subject to the terms of its privacy policy (located at https://www.google.com/policies/privacy/), information collected in Your use of the Service.
Google will not share Your Customer Data or any Third Party’s Customer Data with any third parties unless Google
(i) has Your consent for any Customer Data or any Third Party’s consent for the Third Party’s Customer Data;
(ii) concludes that it is required by law or has a good faith belief that access, preservation or disclosure of Customer Data is reasonably necessary to protect the rights, property or safety of Google, its users or the public;
[…] or provides Customer Data in certain limited circumstances to third parties to carry out tasks on Google’s behalf (e.g., billing or data storage) […]”

Um unbeabsichtigte Überraschungen zu vermeiden, ist es entscheidend, die Bedingungen jedes Anbieters genau zu prüfen, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

Piwik PRO vs. Google Analytics - Der ultimative Vergleich

Was sind die Vorteile, Nachteile, Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Wir liefern Ihnen Antworten und einen vollständigen Überblick.

Zum Whitepaper Piwik PRO vs. Google Analytics

Vollständiges Tracking der Customer Journey

Die Zeiten, in denen sich ein herausragendes Kundenerlebnis auf einzelne Interaktionen beschränkte, sind schon lange vorbei. Unabhängig davon, ob Sie im Bankwesen, in der Telekommunikation oder im Gesundheitswesen tätig sind, ist der Fokus auf die gesamte Customer Journey essentiell.

McKinsey schlussfolgert in einer Studie, dass Unternehmen, die sich auf die komplette Reise des Kunden konzentrieren einen greifbaren Wettbewerbsvorteil gegenüber denjenigen haben, die nur bestimmte Touchpoints im Visier haben.

Piwik PRO ist als einer der wenigen Anbieter in der Lage, Sie umfassend von A bis Z zu unterstützen. Sie müssen Analysedaten nicht mit Serverprotokollexporten (oder anderen selbst entwickelten Lösungen für sichere Mitgliederbereiche wie z. B. Transaktionssystemen) kombinieren. Sie können die Customer Journey über alle Kanäle hinweg präzise abbilden und den User Flow folgen, ohne wichtige Kontaktpunkte zu verpassen.

Mit Piwik PRO tracken Sie die Customer Journey auch, nachdem User sich in ihren Website-Account eingeloggt haben. Sie haben volle Kontrolle über die Anwendung und können daher Tracking-Codes innerhalb von Login-Bereichen nutzen. Sie wissen, wohin die Daten gehen, nämlich auf Ihre eigenen Server mit sicheren Perimetern.

Doch auch wenn es noch so wichtig ist User vollständig zu verstehen, sollte die Erreichung einer 360-Grad-Ansicht niemals zu Lasten von Datenschutz und Sicherheit gehen. Deswegen heben wir die Aspekte Datenkontrolle und -schutz bei der Wahl eines verlässlichen Anbieters so stark hervor. Denken Sie auch über zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie Single-Sign-On (SSO), Verschlüsselung und Change-Logs nach, um den Datenschutz jederzeit zu gewährleisten.

Die Herausforderungen, die mit dem datenschutzkonformen Umgang mit persönlichen Daten einhergehen, sind zu komplex, um sie in diesem Artikel zu behandeln. Daher empfehlen wir folgende Artikel:

Höhere Daten-Präzision

Um genaue Benutzerprofile und präzise Segmente zu erstellen sowie Usern maßgeschneiderte Angebote anzubieten, sollten Sie mehr als nur Namen, Adressen, Geburtstage und Internetbrowser betrachten. Stellen Sie sicher, dass Ihr Marketing über alle Voraussetzungen verfügt, um detailliertere Daten zu erhalten als nur die aus Serverprotokollen.

In der Piwik PRO Customer Data Platform integrieren Sie Daten aus verschlüsselten Online-Bereichen und anderen Bereichen, wie:

  • CRM, Marketing Automation Software
  • E-Commerce
  • Bank-Transaktionssysteme
  • Gesundheitsplattformen und -portale
  • Lead-Erfassungsformulare
  • Social Media Plattformen
  • andere Systeme via API oder durch CSV-Importe

Je mehr Details Sie haben, desto präziser werden die Profile, die Sie erstellen können. Dabei ist egal, ob es sich um persönliche Daten oder Aktionsdaten aus digitalen Kanälen (wie Likes, Scrolls, Klicks, Subpage Visits) handelt.

Onboarding-PIIs-custom-attribute

Darüber hinaus erlaubt die self-hosted Infrastruktur von Piwik PRO die Integration aller Daten in die Analytics-Instanz. Somit können diese anschließend für effektivere Marketing-Aktivitäten genutzt werden.

Datensilos eliminieren und Daten an einem Ort bündeln

Für viele Unternehmen, insbesondere Banken, Versicherungen oder TK-Anbieter, die allerlei sensible Daten speichern, ist die Datenverteilung in Silos ein großes Problem. Diese Silos verteilen sich auf Abteilungen wie HR, Sales, Marketing und Finance. Jede Abteilung hat dementsprechend nur eine unvollständige Auswahl an Daten zu einem Kunden, die sie nutzen kann. Dies führt dazu, dass wertvolle Gelegenheiten für Marketingaktivitäten ungenutzt bleiben.

Mit Piwik PRO fassen Sie alle Daten an einem zentralen Ort zusammen, werden nicht nur die Verteilung der Daten auf Silos los, sondern erstellen stattdessen eine ‘Single Source of Truth’. Dieser stellt sicher, dass jeder Datensatz nur einmal in der Datenbank gespeichert wird (Backups natürlich außen vor gelassen).

Warum ist es so sinnvoll, Daten nur einmal und nicht mehrmals an verschiedenen Orten zu speichern? Kurz und knapp: Es ist ineffizient. Daten müssen mehrfach aktualisiert werden, wenn sie sich an unterschiedlichen Stellen befinden. Das bietet die Gefahr nicht-aktueller Daten und außerdem menschlicher Fehler. Abgesehen davon benötigen doppelte Daten mehr Speicherplatz.

Die Umsetzung mit der ‘Single Source of Truth’ vermeidet Karteileichen und falsche oder abgelaufene Informationen in Datensätzen. Die Popularität dieser Praxis ist daher nicht verwunderlich. Korrekte Daten sind das A und O.

4. Woran müssen Sie bei der Integration sensibler Daten denken?

Datenhoheit und Datenaufbewahrung

Ein wichtige Frage im Zusammenhang mit Daten haben wir bereits angesprochen: Die Frage nach dem Besitzer. Eng verwandt sind die Themen Datenhoheit und -aufbewahrung.

Allgemein gilt, dass Daten der Gesetzgebung des Landes unterliegen, in dem sie gespeichert sind. Das klingt einleuchtend und unbedenklich. Komplexer wird die Sache aber, wenn wir Datentransfers, Cloud-Hosting und neuere Ansätze wie Object Storing berücksichtigen.

Cloud-Anbieter speichern Daten auf der ganzen Welt und transferieren Daten – aus Kosten- oder Redundanzgründen – zwischen verschiedenen Rechenzentren hin und her. Das führt zu verschiedene Schwierigkeiten in Bezug auf Datenhoheit und Datenaufbewahrung.

Zahlreiche Länder wie Deutschland, Österreich, Kanada, Indien und die Schweiz haben Gesetzgebungen eingeführt, die nur die Speicherung der Daten innerhalb der physikalischen Landesgrenzen erlaubt. Im Allgemeinen beziehen sich Lokalisierungs-Richtlinien auf bestimmte Datentypen. Zusätzlich beziehen sich unterschiedliche Regelungen auf unterschiedliche Datentypen.

Regulatorische Anforderungen können in verschiedene Richtungen gehen. Die US-Gesetzgebung ermöglicht der Regierung und der Strafverfolgungsbehörden unter bestimmten Umständen Zugang zu in der Cloud gespeicherten Mitteilungen und E-Mails zu erhalten.

Daten zu speichern ist eine Sache. Datentransfers bedürfen eines anderen Ansatzes. Beispielsweise erlaubt die DSGVO Datentransfers nur, wenn ein vorgeschriebenes Mindestmaß an Sicherheit garantiert werden kann. Dementsprechend ist es möglich, sensible Daten innerhalb des Privacy Shield Frameworks zu transferieren. Allerdings muss jeder einzelne Fall durch die Compliance-Teams geprüft werden.

Insbesondere Finanz- und Versicherungsunternehmen müssen aufmerksam sein, da sie in großen Mengen sensible Daten speichern und verarbeiten. Gesetze, die die Verwaltung solcher Daten regeln, überlappen häufig und verändern sich ständig.

Da immer wieder neue Gesetze zur Datenaufbewahrung und -lokalisierung ins Leben gerufen werden, suchen Unternehmen Anbieter, die sie bei den fortlaufenden Änderungen unterstützen. Hierbei liegt der Fokus natürlich auf der Einhaltung aktueller Gesetze, um Strafzahlungen zu vermeiden. Um im Einklang mit der DSGVO zu bleiben ist es beispielsweise am besten, Daten auf den eigenen Servern innerhalb der EU-Grenzen zu speichern.

Self-hosted Web Analytics - Testen Sie Piwik PRO

Piwik PRO ist der führende On-Premises Enterprise Analytics Anbieter. Wir bieten Ihnen Performance zu einem fairen Preis

Kostenlosen Demo-Termin vereinbaren

Personenbezogene Daten, sensible Daten und PII: Wichtige Definitionen und Unterschiede

Bei der Diskussion um das Onboarding personenbezogener Daten müssen die Unterschiede zwischen personenbezogenen Daten, sensiblen Daten und PII beachtet werden. Von der Art der Daten hängt letztendlich ab, wie diese Daten behandelt, gespeichert und verarbeitet werden dürfen.

Die Verwirrung um diese drei Begrifflichkeiten beruht hauptsächlich auf damit verknüpften Rechtsfragen sowie auf Fragen nach Geltungsbereich und Definition.

PII (Personally Identifiable Information) und ist ein Rechtsbegriff aus den USA, der Daten bezeichnet, die zur Identifikation einer Person genutzt werden können oder auf eine Person hinweisen:

  • Vor- und Nachname
  • Geburtsname
  • Sozialversicherungsnummer
  • Führerscheindaten
  • Bankdaten
  • Kreditkarteninformationen
  • Wohn- und Arbeits-Adressen
  • Daten zu Finanzen und Gesundheitszustand

Beachten Sie, dass das Konzept “sensible Daten” verschiedene Arten von Daten umfasst. Sie sollten sensible Daten nicht aus dem Onboarding ausschließen, aber sie mit großer Vorsicht behandeln. Manche sensible Daten sind außerdem kritischer als andere. Finanzdaten sind viel fehlertoleranter als z. B. Daten über die Gesundheit. Die Kenntnis der lokalen Vorschriften über alle sensiblen Daten ist auf jeden Fall Pflicht!

Im Kontrast zu PIIs stehen die Non-PIIs. Das sind Daten, anhand derer eine Person nicht identifiziert oder getrackt werden kann. Die prominentesten Beispiele sind Cookies, IP-Adressen und Geräte-IDs.

Am anderen Ende des Spektrums steht die DSGVO-Definition zu personenbezogenen Daten (Artikel 4.1):

“alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person (im Folgenden “betroffene Person”) beziehen; als identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung oder zu einem oder mehreren besonderen Merkmalen, die Ausdruck der physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität dieser natürlichen Person sind, identifiziert werden kann

Personenbezogene Daten ergänzen die Definition von PII um Informationen wie Transaktionshistorie oder Social Media-Posts.

Was sensible Daten betrifft, so stellen diese nach der DSGVO eine besondere Kategorie personenbezogener Daten dar. Dazu gehören Informationen wie:

  • Ethnische Herkunft
  • politische Ansichten
  • Wirtschaftsraum-Zugehörigkeit
  • genetische und biometrische Daten
  • Gesundheitsdaten
  • Daten zum Sexualverhalten und zur sexuellen Orientierung einer Person

Einzelheiten zur Definition und Verarbeitung dieser Daten sind in Artikel 4; Absätze 13, 14 und 15 sowie in Artikel 9 und den Erwägungsgründen 51 bis 56 der DSGVO enthalten.

Mehr zu diesen komplexen Themen haben wir in diesen Artikeln zusammengestellt:

Es ist wichtig, diese kleinen Unterschiede zu kennen, wenn Sie sensible und anderen personenbezogene Daten in Ihre Analytics-Platttform onboarden wollen.

Google und Adobe als Analytics-Anbieter?

Google will vor allen anderen verhindern, dass Sie personenbezogene Daten onboarden. In Googles Richtlinien findet sich eine klare Erklärung, dass Google Dritten nicht helfen oder gestatten werde, Informationen an Google weiterzugeben, die Google verwenden oder als personenbezogene Daten erkennen könnte. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Google Support.

Im Fall von Adobe ist der Sachverhalt so, dass Adobe die Weitergabe von PII an die eigene Analytics-Instanz empfiehlt zu vermeiden. Ob die Daten dort landen oder nicht bleibt aber ungewiss.

Ausbreitung von Cloud-Lösungen

Die zunehmende Verbreitung von Cloud-Computing-Plattformen und -Anwendungen in Unternehmen ist kein Geheimnis. Der Wert dieses Ansatzes ist von 58 Milliarden Dollar im Jahr 2013 auf 130 Milliarden Dollar im Jahr 2018 gestiegen. Und die Prognosen sind vielversprechend, der Sektor dürfte bis 2020 einen Wert von 160 Milliarden Dollar erreichen.

Onboarding-PIIs-statista
Quelle: Statista

Entgegen dieser Entwicklung dürfte jedoch der Umstieg auf eine Cloud-Lösung keine Priorität für Finanzinstitute und Versicherungen darstellen. Das liegt daran, dass diese Branchen anfälliger für wechselnde politische Richtungen sind. Außerdem sind ihre internen Richtlinien und Branchenvorschriften strikter. Hinzu kommen strenge Datenschutzgesetze, allen voran die DSGVO.

Bank- und Finanzunternehmen wollen diesen Trend daher nicht zwangsläufig mitnehmen. On-Premises-Lösungen bieten ihnen die gleichen Funktionalitäten, aber gleichzeitig eine viel einfachere Möglichkeit, sich an Gesetze und Vorschriften zu halten. Sie wissen nämlich jederzeit, wo sich Ihre Daten befinden und wer Zugriff darauf hat.

Customer Journey Tracking im Banking!

In diesem Whitepaper zeigen wir Ihnen, wie Sie die Customer Journey Ihrer Kunden im Mobile- und Online-Banking richtig messen

Zum kostenlosen Whitepaper Customer Journey Tracking

Daten für Marketing-Kampagnen aktivieren

Marketer, die Kampagnen auf Drittanbieter-Plattformen wie DSPs erstellen wollen, müssen noch eine weitere Sache beachten. Sie können präzise Segmente auf der Grundlage personenbezogener Daten solange erstellen, wie Sie die Kontrolle über diese Daten haben und dies in einer sicheren Umgebung tun.

Das bedeutet, dass Sie die Zustimmung der Benutzer zur Verarbeitung ihrer Daten einholen und dann benutzerdefinierte Segmente auf Ihrer Customer Data Platform erstellen, ohne sensible Informationen mit Drittanbietern zu teilen.

Fazit

Wie Sie sehen können, beinhaltet die Einbindung persönlicher und sensibler Informationen in Ihre Analytics-Plattform eine Vielzahl von Prozessen und Überlegungen.

Der Schlüssel zum Erfolg ist ein zuverlässiger Anbieter, der Ihnen bei dieser Aufgabe hilft, indem er Ihnen die volle Kontrolle über die Daten und eine sichere Umgebung bietet.

Wichtige Features, die es Ihnen ermöglichen, Daten auf Basis der Customer Journey zu aktivieren und eine effektive Strategie zur Etablierung Ihrer Marke zu entwickeln, dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Autor:

Sebastian Voigt, Content Marketer DACH

Sebastian ist begeisterter Sprachwissenschaftler. Germanistik und Anglistik haben es ihm angetan. Für Piwik PRO schlägt er die Brücke zwischen englischsprachigem und deutschsprachigem Content. Ihn fordert es heraus, komplizierte Sachverhalte so zu erklären, dass sie garantiert im Gedächtnis bleiben.

Mehr Artikel von diesem Autor

Autor:

Karolina Matuszewska, Content Marketer

Karolina ist Content Marketer bei Piwik PRO. Sie hat sich auf On-site und Off-site Personalisierung spezialisiert. Sie beherrscht die Kunst technische Zusammenhänge einfach zu erklären und den Leser unterhaltsam zu informieren. Digital Marketer und Web Analysten sind hier genau richtig.

Mehr Artikel von diesem Autor

Share