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Consent-Management-Platform: Die Qual der Wahl – Standalone vs. integrierter Consent Manager

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Suche December 17, 2019 Kategorien December 20, 2019

Consent-Management-Platform: Die Qual der Wahl – Standalone vs. integrierter Consent Manager

Spätestens seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das Einwilligungen für die Speicherung von Besucherdaten verpflichtend macht und das deutsche Schlupfloch TMG schließt, geraten Unternehmen in Panik, die noch keine Consent-Management-Lösung auf Ihrer Website implementiert haben. Cookie-Banner mit OK-Button sind offiziell nicht mehr ausreichend und verschwinden zunehmend aus der Internetwelt.

In diesem Artikel vergleichen wir die jeweiligen Vor- und Nachteile von einer Standalone-Lösung für das Consent-Management mit einem integrierten Consent-Manager, der fester Bestandteil einer Analytics-Software ist und out-of-the-box mit Web Analytics, App Analytics, Tag Manager und Co. zusammenarbeitet.

Wie viele der großen deutschen Unternehmen tatsächlich noch keine hinreichende Consent-Management-Lösung implementiert haben, verdeutlicht dieser Artikel:

Der große Cookie-Banner Check: deutsche Wirtschaft nach EuGH-Urteil im Zugzwang

Das Ihre Website nach der Einwilligung Ihrer Besucher fragen muss, bevor Sie damit beginnen, sowohl Tracking- als auch personenbezogene Daten zu speichern und Marketing-Cookies zu setzen, ist mittlerweile jedem klar. Doch wie lässt sich die von der DSGVO geforderte und nun vom EuGH-Urteil strenger definierte Consent-Abfrage am sinnvollsten im Hinblick auf die eigenen Business-Ziele umsetzen?

Erste Entscheidung: selbst entwickeln oder einkaufen?

Website-Betreiber können eine Consent-Management-Lösung:

  • selbst programmieren
  • einkaufen

Die erste Variante, das Einwilligungsformular selbst zu entwickeln, eignet sich allerdings nur für Großkonzerne mit dem nötigen Budget und den entsprechenden Ressourcen. Zu hoch sind die Hürden wie Entwicklungsausgaben und fortlaufend hohe Kosten für zukünftige Anpassungen. Auch rechtliche Aspekte (Stichwort: ePrivacy-Verordnung) und deren Änderungen müssen im Blick behalten werden und die Anbindung an bestehende Systeme ist herausfordernd.

Die zweite Variante, eine Consent-Management-Platform einkaufen, bietet neben geringeren Kosten den Vorteil, die rechtliche Expertise an den SaaS-Anbieter (Software-as-a-Service) auslagern zu können. Dadurch ist die Consent-Verwaltung immer up-to-date und wird von dem Anbieter, mit dem Sie zusammenarbeiten, aktualisiert und gepflegt.

Denken Sie außerdem daran, dass Sie seit der DSGVO auch folgende Verpflichtungen haben, für deren Umsetzung Sie von den Vorteilen einem eingekauften Consent Manager profitieren:

  • Consents müssen gespeichert und dokumentiert werden
  • Die Entscheidung des Users muss respektiert und eingehalten werden
  • Datenschutzbehörden und betroffene Personen haben das Recht auf Einsicht dieser Daten
  • Anfragen betroffener Personen, die von ihrem Recht auf Auskunft, Korrektur, Widerspruch und Löschung Gebrauch machen wollen, müssen fristgerecht bearbeitet werden
COnsent Manager Funktionsprinzip
Ein DSGVO-konformes Consent-Management muss einiges drauf haben:
Neben einem anpassbaren Consent-Formular ist auch eine Consent-Verwaltung inklusive der Möglichkeit, Datenschutz-Anfragen zu bearbeiten, erforderlich.
> Zum Piwik PRO Consent Manager

Wenn Sie eine Consent-Management-Lösung einkaufen und mit einem Anbieter zusammenarbeiten wollen, gibt es noch eine weitere Entscheidung zu treffen. Sie müssen sich entscheiden zwischen:

  • Standalone-Lösung (nur Consent-Manager als zusätzliches Tool)
  • Integrierte Lösung (Consent-Manager als fester Bestandteil einer Analytics-Software)

Kostenfreie Web Analytics-Tools wie Google Analytics oder Matomo On-Premises bieten keine eigene Consent-Management-Lösung an. Wenn Sie eine dieser beiden Analytics-Lösungen nutzen und Ihr Marketing-Setup nicht verändern können oder wollen, kommen Sie um einen Standalone-Consent-Manager nicht herum.

Eine umfassende Analyse Ihres bestehenden Analytics-Systems im Bezug darauf, ob es alle Anforderungen und Wünsche erfüllt, lohnt sich aber in jedem Fall. Im Licht der DSGVO spielen auch Aspekte wie Datenspeicherung in der EU und vollständiger Datenbesitz eine wichtige Rolle.

Erarbeiten Sie daher gewissenhaft anhand der im Folgenden diskutierten Vorteile und Nachteile der jeweiligen Lösung, von welcher Variante Sie mehr profitieren.

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Vorteile

Der augenscheinlich offensichtlichste Vorteil von Standalone-Consent-Managern sind vermeintlich geringe oder keine Kosten und eine schnellere Implementierunng. Die Gesamtausgaben inklusive Implementierung und Testing, bis Ihre Website eine funktionierende Consent-Abfrage hat, liegen unter denen von einem Wechsel hin zum Einsatz einer Analytics-Lösung mit Consent Manager. 

Allerdings sind verfügbare kostenfreie Consent-Lösungen auf dem Markt oft limitiert, sodass sie Ihrem Bedarf nicht gerecht werden oder nicht alle Funktionen für einen umfassenden Datenschutz erfüllen. Es fehlen häufig Dokumentation und Analysemöglichkeiten.

Ein weiterer Vorteil von der Implementierung einer Standalone-Lösung ist natürlich, dass Sie Ihr Marketing- und Analytics-Setup beibehalten können und somit nur eine geringe Einarbeitung Ihrer Teams notwendig ist. Ihr Marketing-Team behält seine gewohnte Arbeitsumgebung und muss sich lediglich mit einer weiteren Software und den entsprechend nötigen Anpassungen beschäftigen.

Nachteile

Die erfolgreiche Implementierung einer Standalone Consent-Management-Platform bedeutet zwar, dass Ihr Marketing-Team sich nicht in neue Analytics-Software einarbeiten muss, im Gegenzug ist dafür die vollständige und sauber funktionierende Einbindung in das bestehende Marketing-Setup eine ernstzunehmende Herausforderung.

Das liegt daran, dass Ihr Tag-Management-System wie zum Beispiel der Google Tag Manager nicht über die Information verfügt, welchen Consent-Status ein User hat. In anderen Worten: Ihr Analytics-Setup hat keine Ahnung, ob es Marketing- und Analyse-Tags feuern darf oder nicht.

Deswegen müssen Sie alle Trigger, die Sie auf Ihren Websites zur Steuerung Ihrer Tags einsetzen, einzeln anpassen, indem Sie entweder eine zusätzliche Bedingung hinzufügen oder einen Ausnahme-Trigger nutzen. Der Consent-Status wird in einer Variable gespeichert, deren Wert (true/false) mit jeder Trigger-Bedingung abgefragt werden muss. Das verlängert die Ladezeit der Seite und erhöht den Aufwand. Zusätzlich besteht das Risiko, Tags ohne vorliegender Einwilligung zu feuern, wenn die Status-Abfrage fehlerhaft ist oder für einen Trigger als Bedingung vergessen wurde.

Tag Manager sind im Marketing-Werkzeugkasten essentiell. Wir haben uns verschiedene Tag-Management-Systeme angeschaut und vergleichen, welche Systeme am Markt sich wirklich für den professionellen Einsatz mit hoher Skalierbarkeit eignen. So können Sie für Ihr Unternehmen eine Vorauswahl treffen.

Tag Manager Anbieter Vergleich (inkl. Whitepaper zum Download)

Je nach Modell des Anbieters werden die Consents Ihrer User i. d. R. entweder ausschließlich in Cookies auf dem Gerät des Users oder zusätzlich auf den Servern des Anbieters gespeichert. So oder so sind Sie nicht im Besitz der Daten, sind gleichzeitig als Website-Betreiber aber dafür verantwortlich.

Falls der Anbieter lediglich auf die Speicherung des Consent-Status in Cookies setzt, kann es passieren, dass der User diese Daten löscht und beim nächsten Besuch Ihrer Website erneut nach seiner Einwilligung gefragt wird.

Vorteile

Größter Vorteil eines integrierten Consent-Managers als Teil einer vollständigen Analytics-Lösung ist die nahtlose Zusammenarbeit mit allen anderen Bestandteilen wie Web Analytics, Tag Manager und Reporting. Eine solche Integration bietet den Vorteil, dass alle Systeme stets den Consent-Status des Users kennen.

Der Tag Manager braucht deshalb auch keine zusätzliche Consent-Abfrage als Zweitbedingung für jeden einzelnen Trigger, weil dank eines website-weiten Ein-/Ausschalters für den DSGVO-Compliance-Modus Marketing-Tags nur bei vorliegender Einwilligung gefeuert werden. So hat Ihr Team einen erheblich geringeren Konfigurationsaufwand und läuft auch nicht Gefahr, die Consent-Abfrage mal zu vergessen.

Eine Analytics-Software wie Piwik PRO erlaubt die globale Aktivierung des DSGVO-Compliance-Modus und weitere individuelle Einstellungen, auf deren Basis das Consent-Banner ausgespielt wird

Weil eine integrierte Consent-Management-Lösung automatisiert mit dem Tag Manager kommuniziert und es deswegen nicht passieren kann, dass Tags versehentlich gefeuert werden, obwohl keine Einwilligung des Users vorliegt, reduzieren Sie auch das Risiko eines Datenschutzverstoßes. In Anbetracht der möglichen Strafen sei dieser Umstand als Vorteil eines integrierten Consent-Managers noch einmal betont.

Für den Fall, dass ein User sich dagegen entscheidet, seine Daten zu Marketing-Zwecken mit Ihnen zu teilen, bietet eine Analytics-Lösung mit integriertem Consent-Management einen weiteren großen Vorteil.

Anders als beispielsweise bei Google Analytics in Kombination mit einem Standalone-Consent Manager arbeitet das integrierte Consent-Management nicht als resoluter Gatekeeper, der Analytics nur ein oder ausschalten kann.

Wenn Sie Google Analytics nutzen, dann teilen Sie alle erfassten Daten automatisch mit Google, also mit einer Drittpartei, deshalb muss in diesem Fall zwingend eine Einwilligung des Users vorliegen, damit Sie Daten speichern dürfen.

Wenn Sie stattdessen mit einer Analytics-Software arbeiten, die den Datenbesitz bei Ihnen lässt, können Daten zu Customer Journey und zu Conversions auch ohne Einwilligung erfasst werden, und zwar in anonymisierter Form

In einer Analytics-Software wie Piwik PRO können Sie auch ohne Consent Daten einsammeln: in anonymisierter Form. Dadurch müssen Sie nicht auf wertvolle Insights verzichten, auch wenn ein Besucher nicht seine Einwilligung zur Verarbeitung für Ihr Marketing geben möchte

Anonymisierte Daten gelten unter der DSGVO nicht als personenbezogen und dürfen ganz ohne Consent zur Optimierung von User Flow und User Experience eingesetzt werden.

Datenschutzkonforme Webanalyse

Erfahren Sie mehr zum Thema Consent Management und den Möglichkeiten des anonymen Trackings

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Analyticsdaten auch ohne Consent from Piwik PRO on Vimeo.

Nachteile

Die monatlichen Kosten für eine Analytics-Lösung auf Enterprise-Level mit integrierten Consent Manager werden auf den ersten Blick deutlich höher ausfallen. Auch die Implementierung kostet mehr Zeit und Ressourcen.

Kurzfristig können Sie jedoch bereits durch Features wie Anonymisierung auch Daten unabhängig vom Consent-Status des Users sammeln und haben dadurch sowohl qualitativ als auch quantitativ einen Vorsprung gegenüber ihrer Konkurrenz. Diese Daten helfen Ihnen bei der Analyse der Customer Journey und für Advertising-Kampagnen. 

Die im Vergleich höheren Kosten sind ein langfristiges Investment in die unternehmensübergreifende Datenstrategie, das auf einem datenschutzrechtlich abgesicherten Fundament gebaut ist. Viele Unternehmen scheuen einen solchen Weg und bevorzugen eine schnelle und günstige Lösung nach dem quick-and-dirty-Prinzip.

Kalkulieren Sie deshalb den Return on Investment (ROI) der Analytics-Software, die Sie in Betracht ziehen, gewissenhaft. Häufig erhalten Sie auch ein deutlich höheres Traffic-Volumen ohne Segmentierung, sodass Ihre Analytics-Daten erheblich präziser und damit aussagekräftiger für die Erreichung Ihrer Unternehmensziele werden. Vergessen Sie dabei nicht, Services und Support des Anbieters in Ihre Vorteil-/Nachteil-Rechnung mit einzubeziehen.

Zusätzlich zu den Ausgaben, die für eine umfangreiche Enterprise-Analytics-Lösung anfallen, ist die Einarbeitung der Anwender in die neue Software erforderlich. Das kann eine Hürde sein, mit der sich zunächst nicht alle Mitarbeiter gerne anfreunden wollen.

Daher sollten Sie die entsprechenden Teams in die Entscheidung mit einbeziehen. Die Anbieter von Analytics-Lösungen versuchen natürlich, den Einstieg so leicht wie möglich zu machen. Piwik PRO stellt beispielsweise einen Customer Success Manager für den Onboarding-Prozess bereit, der Ihr Unternehmen und Ihr Team begleitet und als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Dennoch scheint diese Hürde für viele Anwender größer, als einfach das gewohnte Analytics-System beizubehalten und stattdessen die Energie in die intensive Tag-Konfiguration zu stecken und einen Datenverlust in Kauf zu nehmen.

Fazit

Um eine Consent-Management-Platform kommen Sie nicht herum. Wenn sowieso große Änderungen anstehen und Ihr Marketing-Team sich auf Neuerungen und Veränderungen im Setup einstellen muss, empfehlen wir eine gewissenhafte Überprüfung des Status Quo.

Treten Sie mal einen Schritt zurück, nehmen Sie eine Außenperspektive ein auf Ihr bestehendes Analytics-Systems und stellen Sie sich die Frage, ob Sie mit allem zufrieden sind.

  • Ist Ihr Analytics-Anbieter in Sachen Datenschutz auf der Höhe der Zeit?
  • Liefert Ihr Setup Ihnen alle Daten, die Sie brauchen?
  • Können Ihre Teams gut und effektiv mit Ihrem System arbeiten und sind Sie mit der User Experience und dem Funktionsumfang zufrieden?
  • Welche Consent-Quote brauchen Sie, um weiterhin profitabel zu sein?
  • Steht Ihnen der Umstand, Daten mit Google teilen zu müssen, im Weg?

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Author

Sebastian Voigt

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