Adblocker-Tracking: Wie stark sie Ihre Web Analytics Daten beeinflussen

Veröffentlicht: Februar 16, 2017 Update: August 3, 2018 Autor , Kategorie Analytics, Best Practices, How Tos & Use Cases

Adblocker sind heutzutage weit verbreitet und werden in Deutschland von vielen Usern eingesetzt. Statista gibt für 2016 einen Anteil von 29% an. 52% von den Adblocker-Nutzern haben laut einer Umfrage Ihren Blocker permanent aktiviert, 32% von Ihnen deaktivieren ihn auf ausgewählten Seiten, um den gesamten Inhalt einer Seite zu konsumieren und nur 11% der Adblock-Nutzer verwenden ihn selektiv und aktivieren ihn gezielt auf bestimmten, meist nervenden, Webseiten.

Nutzung von Adblockern nimmt zu – Desktop und Mobil

Bekannte AdBlocker sind Adblock Plus, Adguard und uBlock. Sie werden als Browser-Extension installiert und aktiviert. Und auch auf dem Smartphone Markt und mobilen Devices ist die Adblocker Nutzung per App auf dem Vormarsch. Seit 2015 erlaubt sogar Apple im App Store Adblocker. Laut einem Report von PageFair steigen die Downloadzahlen rasant an.

Der Einsatz ist verständlich und nachvollziehbar, wenn Websitebetreiber und App-Entwickler das Advertising übertreiben und der Content vor lauter Bannern; Layern und Popups völlig aus den Augen verloren wird.

Welche Auswirkungen haben aktivierte Adblocker auf Ihre Analytics Daten und das Tracking?

Wer bisher glaubt, dass ein Adblocker nur ein Problem für die Werbeindustrie, Publisher, Blogger oder Affiliates ist, der irrt gewaltig. Denn die meisten Adblocker blocken nicht nur Banner und Werbeflächen, sondern unterbinden auch die Webanalyse! Das Nutzerverhalten eines Users mit aktiviertem Adblocker wird nicht mehr aufgezeichnet.

Google Analytics trackt keine User mit aktiviertem Adblocker

Dies passiert beim Einsatz von 3rd-Party Analytics-Tools wie Google Analytics und anderen SaaS-Anbietern, die nicht selbst Betreiber der Website sind und das Tracking übernehmen.
Wie stark die Unterschiede sein können, können Sie am Beispiel von Filippo Valsorda nachvollziehen. Er prüfte das Datentracking von Google Analytics und Piwik und erfasste innerhalb von nur zwei Tagen 50% mehr Page Views in Piwik.
Sie können zwar nachträglich manuell in Google Analytics Adblock-Nutzer erfassen, um Ihre Gesamt-Traffic und Zugriffszahlen genauer zu ermitteln. So erkennen Sie zumindest wie hoch der Anteil der Besucher mit aktiviertem Adblocker ist und wie stark Sie betroffen sind.
Im Blog von 121 Watt (Skript und Plugin für WordPress) und Wingmen (Aktivierung über Google Tag Manager) gibt es eine Anleitung, wie man Adblocker-User quantitativ erfassen kann.

Piwik PRO vs. Google Analytics - Der ultimative Vergleich

Was sind die Vorteile, Nachteile, Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Wir liefern Ihnen Antworten und einen vollständigen Überblick.

Zum Whitepaper Piwik PRO vs. Google Analytics

Was aber auf der Website passiert. Welche Makro- und Mikro-Conversions diese Nutzer erreichen, welche Ziele sie abschließen und zu welchen Segmenten die Nutzer gehören, auf diese Daten müssen Sie komplett verzichten.
Adblocker Extension Liste

Wie funktionieren AdBlocker?

Damit Sie ein besseres Verständnis bekommen, erklären wir kurz auf welche Weise AdBlocker arbeiten und wie Sie auch das Tracking von Analytics-Tools unterbinden. Es gibt zwei Arten des Content-Blockings. Bei der ersten Methode versteckt die Browser Extension oder die App ein Inline-Snippet in die Webseite. Dieses Snippet verbirgt anschließend alle HTML-Elemente, der Seite, die als Werbung identifiziert werden können. zum Beispiel ein Link zu doubleclick.net oder ein Element mit ID- oder Klassen-Attributwerten wie “text-ad”, “banner” usw. Die zweite Methode wird als Asset-Blocking bezeichnet. Die Extension weist den Browser an, kein Asset herunterzuladen, wenn die URL bestimmte Schlüsselwörter oder Ausdrücke enthält, z.B. “advertisment”. Aus diesem Grund werden Dateien, die von bestimmten Webseiten abgerufen werden sollen, wie z.B. google.com/analytics oder Namen enthalten wie “omniture.js” oder “analytics.js” von den Browsern mit aktiviertem Adblocker unmittelbar geblockt und nicht geladen. Die AdBlocker führen eine Blacklist, wo sämtliche Advertiser und Trackingtools aufgeführt sind und automatisiert erweitert wird. Neben Google Analytics ist auch der Google Tag Manager auf der Blacklist, so dass auch sämtliche Tracking-Tags über den Container geblockt werden.

Treffen Sie keine Entscheidungen auf unvollständigen Daten

Der große Tag Manager Anbieter Vergleich

40 Key Features der 6 führenden Tag Management Anbieter haben wir für Sie verglichen: Google Tag Manager, Tealium, Adobe Dynamic, Segment, Ensighten und Piwik PRO

Zum kostenlosen Tag Manager Vergleich

Wie eingangs erwähnt haben durchschnittlich fast ein Drittel aller deutschen Internetnutzer einen Adblocker aktiviert. Je nach Alter, Zielgruppe und Branche kann dieser Wert allerdings auch sehr stark schwanken. Sowohl nach unten als auch nach oben. Je technikaffiner Ihre Zielgruppe ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Adblocker genutzt wird. Grundsätzlich sollte man sich vor Augen führen, dass einem ein hoher Anteil möglicher Daten entgehen, die für weitere Analysen von Bedeutung sind. Sie sollten sich die Frage stellen, ob Sie auf Grundlage unvollständiger oder gar inkorrekter Daten eine wichtige Budget- oder Unternehmensentscheidung treffen möchten. Und wie Sie die Webanalyse optimieren können. Wie hart es Ihr Unternehmen tatsächlich trifft, können Sie wie oben beschrieben untersuchen. Wenn Sie nicht nur die Schwere der “Krankheit” erfahren wollen, sondern zuverlässig die Krankheit besiegen wollen, sollten Sie ihr Webanalyse-System “impfen”. Dies gelingt Ihnen langfristig durch einen Wechsel auf self-hosted Analytics. Um das System zu testen und zu vergleichen, können Sie auch für eine Übergangszeit beide Systeme parallel laufen lassen, und so die Mitarbeiter langsam an das neue Tool gewöhnen.

Self-hosted Analytics-Software trackt Adblock-Nutzer

Mit dem self-hosted Analytics-System erhalten Sie alle verfügbaren Nutzerdaten und können auf sie zurückgreifen. Das es sich hier um ein First-Party-Cookie handelt, gewähren die Adblocker das Tracking und die Webanalysedaten können valide für Entscheidungen herangezogen werden. Zusätzlich sind Sie nicht vom Daten-Sampling betroffen und können alle Daten, die im Unternehmensbesitz sind, verwenden. Gleichzeitig sind Sie auf der sicheren Seite, was Datenschutzregelungen betrifft und Sie müssen sich keine Sorgen im Bereich Web Analytics hinsichtlich Privacy Shield, ePrivacy Richtlinie und EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) machen.

Sie möchten self-hosted Analytics testen? Schauen Sie sich unsere Piwik PRO Cloud an. Sie erhalten ein vollständiges Piwik PRO Analytics-System und wir kümmern uns um das Hosting und Updates. Das Problem der AdBlocker sind Sie dann garantiert los. Welche Vorteile Piwik im Vergleich zu Google Analytics hat, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen E-Book.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserem englischen Blog von Ewa Bałazińska.

Self-hosted Web Analytics - Testen Sie Piwik PRO

Piwik PRO ist der führende On-Premises Enterprise Analytics Anbieter. Wir bieten Ihnen Performance zu einem fairen Preis

Kostenlosen Demo-Termin vereinbaren

Tags für diesen Artikel

Autor:

Britta Behrens, Marketing Manager DACH

Sie liebt und lebt digitales Marketing. Tagtäglich beschäftigt sie sich mit Web Analytics, SEO, SEA, Social Media und Content-Marketing.

Mehr Artikel von diesem Autor

Autor:

Ewa Bałazińska, Content Marketer

Content Marketing & PR Manager @Piwik PRO. Sie liebt alles, was mit digitaler Kommunikation in Verbindung steht. Ihren Master in Digital Media hat sie an der Goldsmith Universität in London gemacht.

Mehr Artikel von diesem Autor

Share