Beyond Growth Hacking – Warum Analytics unverzichtbar ist

Veröffentlicht: September 26, 2019 Update: September 30, 2019 Autor Kategorie Analytics, Best Practices, How Tos & Use Cases

Anfangs nur als neues Trendthema hat sich Growth Hacking mittlerweile in den Strukturen vieler Unternehmen – vom Startup bis zum Konzern – durchsetzen können. Doch was genau umfasst Growth Hacking, welche Elemente sind wichtig um letztendlich geniale Hacks umzusetzen und warum ist die Webanalyse dabei ein so wichtiger Faktor? 

Im Kern kann man sagen, dass es sich dabei um bestimmte Ansätze mit einer riesigen Hebelwirkung handelt.

Im Folgenden erfahren Sie, wie auch Sie in Ihrem Unternehmen Growth Hacks nutzen können und welche Voraussetzungen Sie dafür schaffen sollten, um damit erfolgreich zu sein und Ihre gewünschten Ziele erreichen können. 

Was ist Growth Hacking?

Growth Hacking als reine Marketing-Strategie zu betrachten wird der Methode bei weitem nicht gerecht. Es ist wichtig zu verstehen, dass sich Growth Hacking aus vielen Bausteinen zusammensetzt – von SEO und Conversion Optimierung über E-Mail-Marketing, Advertising bis hin zur Erfolgsmessung- die gemeinsam die Basis genialer Hacks bilden.

Dabei vereinen sich innovative und kreative Methoden mit Skalierbarkeit und einer starken Ausrichtung auf Customer Centricity. Growth Hacking umfasst also komplexe Zusammenhänge und erfordert ein Denken, das über den eigenen Tellerrand hinaus geht.

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Growth Hacking ist natürlich kein Ersatz für ein gutes Marketing und auch nicht besser oder schlechter als das klassische Marketing. Es handelt sich dabei lediglich um einen anderen Ansatz, bei dem jede Entscheidung dem schnellen Wachstum eines Unternehmens dient.

Jede Aktion, Taktik und Strategie soll bestenfalls zu weiterem Wachstum führen. Alles was nicht zur Erreichung dieses Ziels beiträgt, wird nicht umgesetzt.  

Bereits 2010 prägte Sean Ellis – früher selbständiger Marketing Manager für zahlreiche Startups im Silicon Valley – den Begriff “Growth Hacker”. Er erkannte relativ schnell das Problem, dass Startups zügig Wachstum generieren müssen, bevor ihnen die finanziellen Mittel ausgehen.

Er versuchte dieses Ziel mit einer geschickten Kombination aus kreativen Marketingmaßnahmen, intensiver Webanalyse und der Automatisierung von Prozessen mit stetiger Optimierung zu erreichen.

Da seine Fähigkeiten und Wege der Umsetzung, über die eines gewöhnlichen Online-Marketers hinausgingen und diese die Suche nach Nachfolgern in den Unternehmen erschwerte, etablierte er ein neues Berufsfeld – der Growth Hacker war geboren.

Beim Growth Hacking ist auf der einen Seite der Einsatz von innovativen Tools, für das Sammeln und Auswerten von Daten und Fakten, enorm wichtig. Auf der anderen Seite ist aber auch ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse der User und eine positive User Experience unabdingbar.

Was bedeutet Growth Hacking konkret? 

Beim Growth Hacking geht es nicht darum, den einen Hack oder die eine Idee umzusetzen, die über Nacht einen unfassbaren Impact auf den Erfolg eines Unternehmens hat.

Vielmehr ist es wichtig, einen Prozess im kompletten Team sowie den verschiedenen Abteilungen zu etablieren und möglichst viele verschiedene Ideen auszuprobieren, Möglichkeiten auszuschöpfen und diese dann immer weiter zu verbessern. 

Im Vordergrund stehen dabei eine kundenzentrierte Produktentwicklung, ein leicht zu skalierendes Businessmodell, Marketingkanäle mit hohen Conversion Rates, eine solide Erfolgsmessung in Echtzeit und die schnelle und agile Umsetzbarkeit der Maßnahmen. 

Somit steht Growth Hacking dem klassischen Marketing als konsequent weitergedachte Methode gegenüber, bei der es einzig und allein darum geht Wege zu finden, um das Wachstumsziel möglichst schnell zu erreichen. Dabei werden bewusst und sehr gezielt die Regeln klassischer Maßnahmen gebrochen. 

Ein Produkt, das sich selbst vermarktet

Ein wichtiger Punkt für Growth Hacker ist die Entwicklung kundenzentrierter Produkte, die die Fähigkeit besitzen sich nahezu selbst zu vermarkten.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Airbnb. In den Anfängen der Plattform war schnell klar, dass es sich dabei um ein neues und gut durchdachtes Konzept handelt. Bei der Nutzung von Airbnb hatten die User eine positive User Experience, die dazu veranlasste die Plattform wieder und wieder zu nutzen.

Die User waren zufrieden, wurden schnell treue Kunden und sprachen darüber. Sie begeisterten dadurch wiederum weitere Menschen und die Bekanntheit wuchs organisch, wie “von selbst”. Dadurch etablierte sich die Plattform Schritt für Schritt im täglichen Leben und eine neue Art des Reisens und der Reiseplanung entstand und wurde so zu einer Gewohnheit.

Der Prozess des Growth Hackings

Methoden des Growth Hackings

Es kommen unterschiedliche Methoden beim Growth Hacking zusammen, um vordefinierte Ziele zu erreichen, einzelne Schritte vorzubereiten oder auch zu begleiten. 

Potentielle Ziele

Sie sollten sich im Vorfeld ganz genau überlegen, was Sie durch Growth Hacking erreichen möchten und das in Form eines konkreten Ziels oder Zielen definieren. Dabei kann es sich je nach Branche und Business z. B. um Kennzahlen handeln, wie “1000 neue Newsletter-Anmeldungen in den nächsten 14 Tagen” oder “200 zusätzliche Verkäufe innerhalb von 4 Wochen”.

Nur wenn Sie diese Kennzahlen vorab definieren, können Sie nach der Umsetzung entsprechender Maßnahmen eine saubere Erfolgsmessung durchführen. Sie können u.a. dem Einsatz von Kampagnen-Tracking feststellen, ob der Hack das gewünschte Ergebnis erreicht hat. Falls nicht, können Sie Optimierungen vornehmen oder sich für einen anderen Hack entscheiden. 

Erfolgsmessung und der Nutzen von Analytics

Beim Growth Hacking dreht sich letztendlich alles um den Erfolg einzelner Hacks und den Impact der verschiedenen Maßnahmen auf das Wachstum. Wenn ein Hack nicht den gewünschten Erfolg liefert, muss das für alle Beteiligte schnell ersichtlich sein, um hier Optimierungen vorzunehmen oder eine neue Idee auszuprobieren.

Agiles und Flexibles Handeln muss dabei im Fokus stehen. Dazu müssen entsprechende Daten schnell und in Echtzeit gesammelt, analysiert und ausgewertet werden. Dabei greift der Einsatz von Analytics. 

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Entscheidungen anhand von Daten und Fakten treffen

Mit Hilfe von Analytics lassen sich praktisch alle Schritte der User auf der eigenen Website tracken. An allen relevanten Punkten lassen sich die entsprechenden Tags hinterlegen, die gezählt und gemessen werden. Dadurch lassen sich die Schnittstellen identifizieren an denen User abspringen oder es zu einer Conversion kommt.

Sie wissen also ganz genau an welchen Stellen der Sales-Funnel funktioniert. Die gesammelten Daten helfen dabei Entscheidungen für oder gegen Hacks und weitere Optimierungen zu treffen, die nicht auf bloßen Vermutungen beruhen. 

Datenquellen sinnvoll nutzen

Daten sammeln, segmentieren und gezielt verarbeiten und nutzbar machen sind essentiell für die effektive Umsetzung von Growth Hacks.

Dabei stehen keineswegs persönliche Daten oder das verfolgen einzelner Personen im Vordergrund, sondern das Aufdecken von Trends, Änderungen im Userverhalten und das präzise Erstellen von Zielgruppen. Dadurch haben Sie die Möglichkeit Ihre Maßnahmen passend auszuspielen. 

A/B Tests

Um verschiedene Annahmen gegeneinander zu testen und herauszufinden, welchen Hack man nun beispielsweise für eine Landingpage nutzen sollte, sind A/B Tests, bei entsprechend hohem Traffic, ein sinnvolles Werkzeug. Man erfährt beispielsweise durch das Messen der Conversions schnell, welche erstellte Version besser performt und mit welcher Annahme Sie richtig lagen.

Allerdings sollten Sie Varianten testen, bei denen der Unterschied nicht allein in der Farbe des CTAs liegt. Schließlich soll der Hack bzw. die Maßnahme ja auch einen echten Impact haben. 

Weitere Methoden und Tipps für die praktische Umsetzung

Von Bedeutung sind in der praktischen Umsetzung verschiedene Bereiche des Marketings, der Suchmaschinenoptimierung, der Conversion Rate Optimierung und der Social Media-Präsenz, um nur einen kleinen Ausschnitt zu nennen. Folgend finden Sie eine Auswahl der einzelnen Methoden und Bereiche mit denen sich verschiedenen Hacks umsetzen lassen. 

Content Marketing

Ab einem gewissen Punkt benötigen potentielle Kunden weitere oder detailliertere Informationen, die Sie über Ihren Content und passender Content-Formate vermitteln können. Dabei sollte es sich um hochwertige, relevante Inhalte handeln, die einen Mehrwert für Ihre User bieten.

Es spielen Formate wir Blogbeiträge, Whitepaper, Podcasts, Infografiken und Videos eine wichtige Rolle, denn über die unterschiedlichen Formate erreichen sie verschiedene Zielgruppen, die entsprechend ihrer Vorlieben abweichende Kanäle und Formate nutzen. 

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Da die Erstellung von relevantem und gutem Content aufwändig und für die Ansprache einzelner Zielgruppen ein umfassendes Content-Angebot von Vorteil ist, empfiehlt es sich seinen Content zu recyclen.

Konkret bedeutet das seinen Content gleich für mehrer Formate und Kanäle zu nutzen und passend aufzubereiten. So könnte z. B. ein langes und ausführliches Whitepaper in einem kurzen und informativen Blogartikel aufbereitet werden. Gleichzeitig könnten spannende Zitate oder Statistiken dieses Whitepapers für die Social Media Kommunikation verwendet werden. 

SEO

Eine wichtige Aufgabe ist ebenfalls, dass Ihre Inhalte auch gefunden werden und für Suchmaschinen optimiert sind. Um Traffic auf die eigenen Website zu ziehen sind Aktualität und Relevanz Ihres Contents entscheidende Faktoren.

Sie brauchen qualitativ hochwertige Inhalte, die Fragen beantworten bzw.dem Suchenden helfen ein Problem zu lösen oder eine Entscheidung zu treffen. Hier zählt am Ende die Kombination aus relevantem, nützlichen Content und den entsprechenden Keywords, um ans Ziel zu gelangen. 

Empfehlungsmarketing

User lassen sich von digitalen Empfehlungen über Social Media oder Bewertungen in Onlineshops o.ä. bei Ihren Entscheidungen stark beeinflussen. Gerade in sozialen Netzwerken werden positive Erfahrungen oder überzeugende Produkte gerne geteilt oder der eigenen Community empfohlen.

Dabei sind die bestehenden Kunden die beste Referenz, die es zu nutzen und entsprechend zu inszenieren gilt. Die Voraussetzung dabei ist eine positive User Experience und gute Produkte.

Natürlich muss stets die Möglichkeit gegeben sein, diese weiterzuempfehlen und zu bewerten. Dadurch machen Sie die positiven Erfahrungen Ihrer Kunden als Referenz nutzbar und die “Selbstvermarktung” nimmt ihren Lauf.   

Psychologische Trigger

Grundsätzlich gibt es für so ziemlich alle Produkte, Lösungen, Dienstleistungen und Angebote gewisse Trigger, die potentielle Kunden aktivieren und und konkretes Interesse wecken. Der geschickte Einsatz solcher Anreize soll letztendlich dann zur Nutzung einer Dienstleistung oder zum Kauf eines Produkts animieren.  Es gilt diese Trigger für Ihre Zielgruppe zu identifizieren.

Hierbei lohnt sich der Einsatz verschiedener Behavior Patterns, die passende Anreize schaffen, so dass sich potentielle Kunden für Ihre Marke und Ihre Produkte entscheiden.

Ein Beispiel dafür sind verschiedene Reisebuchungs-Seiten, die auf die auf geringe Verfügbarkeiten setzen bzw. diese prominent suggerieren, sodass die Kunden schnell buchen, um noch das beste Zimmer oder den günstigsten Flug zu bekommen. 

Sie möchten mehr über Behavior Patterns, deren Einsatz und passende Nutzung speziell im ECommerce erfahren? Dann lesen Sie unseren Blogartikel: “Behavior Patterns im E-Commerce – Unterbewusste Kaufentscheidungen bewusst steuern”.
Zudem haben wir “Digital Behaviorist” und Experte im Bereich PsyConversion Philipp Spreer zum Interview gebeten. Er erklärt, warum sich der Einsatz unterschiedlicher Patterns lohnt und für wen sie geeignet sind.

Social Media

Im Growth Hacking spielen soziale Medien eine wichtige Rolle. Denn hier findet man User, die sich gleichermaßen für unterschiedliche Themen interessieren. Dabei machen es die diversen Algorithmen leicht hier die passenden Inhalte für die unterschiedlichen Interessengruppen auszuspielen und so auf seine Marke aufmerksam zu machen.

Dabei können unterschiedliche Arten von Postings oder Mittel genutzt werden. Beispielsweise können passende und gezielt eingesetzte Hashtags für eine gute organische Reichweite verwendet werden. Aber auch Gewinnspiele, witzige Memes, informative Videos mit Wow-Effekt, werden gerne geteilt und tragen so zu höheren Reichweiten bei.  

Dabei ist es hilfreich die eigene Zielgruppe mit Hilfe von Facebook Audience Insights zu analysieren und so herauszufinden, wie sich die Zielgruppe zusammensetzt. Anschließend sollten Sie mit passenden Triggern und Inhalten reagieren.

Wie Sie ihre Social Media-Erfolge messen können, lesen Sie in unserem Blogartikel:
Social Media-Marketing messbar machen

E-Mail-Marketing

Ab einem gewissen Punkt ist das E-Mail-Marketing im Growth Hacking-Prozess unabdingbar, gerade wenn es darum geht unbekannte User zu loyalen Kunden zu konvertieren. Denn direkter und unmittelbarer kommt man an seine Kunden nicht heran. E-Mail-Marketing gilt noch immer als einer der wichtigsten Faktoren um Wachstum zu generieren.

Der potentielle Kunde oder Bestandskunde hat bereits sein Interesse bekundet und kann durch gezielte Nurturing-Kampagnen oder einen regelmäßigen Newsletter mit für ihn maßgeschneiderten und relevanten Inhalten versorgt werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit weiterer Käufe oder Upsells enorm. So binden Sie die Kunden stärker an Ihr Unternehmen und steigern den Customer Lifetime Value

Natürlich spielen noch weitere Bereiche und Methoden beim Prozess des Growth Hackings eine zentrale Rolle um geniale Hacks umzusetzen, wie z. B. Public Relations, Kooperationen mit Bloggern und Influencern oder passenden Unternehmen, das Nutzen von Trends und aktuellen Aufhängern, Remarketing und noch vieles mehr.

Allerdings sollte klar geworden sein, dass es beim Growth Hacking wichtig ist, verschieden Bereiche einzubeziehen und die damit verbundenen Möglichkeiten zu nutzen, um Hacks und Ideen zu realisieren. Wichtig ist dabei immer die schnelle und flexible Umsetzung basierend auf der Erfolgsmessung.  

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Fazit

Growth Hacking ist mit all seinen Methoden und der Kombination verschiedener Bereiche darauf ausgelegt ein schnelles Wachstum des Unternehmens zu erzielen. Dabei werden langfristige Strategien und das klassische Marketing außer Acht gelassen und nahezu komplett vernachlässigt. Es gilt neue innovative Ideen zu finden, wie sich die konkreten Ziele erreichen lassen und Wege zu gehen, die das Wachstum extrem beschleunigen.

Dabei stehen nicht nur einzelne Hacks im Vordergrund, sondern das Realisieren mehrer Ideen und Ausprobieren. Es geht also um einen umfangreichen Prozess, bei dem die Erfolgsmessung  essentiell ist, denn nur so kann man herausfinden, ob die Maßnahmen auch den schnellen und gewünschten Effekt liefern.

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Autor:

Tatjana Hein, Content & PR Manager DACH

Tatjana ist sowohl im Content-Marketing, als auch in der Public Relations zu Hause. Sie hat in beiden Welten immer die neuesten Trends und Entwicklungen im Blick und schafft für Piwik PRO den Spagat zwischen beiden Bereichen.

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