Self-hosted Web Analytics: Warum Piwik eine ideale Google Analytics Alternative ist

Veröffentlicht: Dezember 20, 2017 Update: März 29, 2018 Autor Kategorie Analytics

Mit Piwik steht Ihnen eine mächtige Open-Source-Plattform im Bereich der Web Analytics zur Verfügung. Es besticht durch seine vielfältigen Analysemöglichkeiten und die hohen Sicherheitsstandards im Bereich der Datenkontrolle und des Datenschutzes.

Bei Piwik bleiben Sie immer Besitzer Ihrer Daten und handeln datenschutzkonform. Die Community-Version ist kostenfrei und wird weltweit sowohl von Einzelpersonen als auch von großen Unternehmen eingesetzt. Die Integration von Piwik ist leicht nachzuvollziehen und lässt sich schnell installieren. Die anschließende Bedienung ist intuitiv. Der folgende Artikel liefert Ihnen ausführliche Hintergrundinformationen zu Piwik und zeigt Ihnen anschaulich, wie Sie Piwik als Web Analytics-Tool zukünftig einsetzen können.

Jeder Website-Betreiber und auch jedes Unternehmen, das sich intensiv Gedanken macht, zukünftig seine Performance und Usability (Benutzerfreundlichkeit) der eigenen Website und die damit verbundenen Online-Aktivitäten zu untersuchen, kommt heutzutage verständlicherweise zuerst mit Google Analytics in Berührung. 83% Marktanteil sprechen vermeintlich eine deutliche Sprache. Doch neben dem Branchenprimus tummeln sich eine Vielzahl von attraktiven und vor allem professionellen Lösungen, die es Wert sind, genauer betrachtet zu werden und über dessen Einsatz man einmal genauer nachdenken sollte. Denn in Sachen Funktionalität, Usability und Datensicherheit haben diese einiges zu bieten. Piwik ist eine solche Web Analytics-Plattform.

Fragen, die Sie sich vor einem Einsatz eines Web Analytics-Tools unbedingt stellen sollten

Falls Sie bereits eine Analytics-Lösung einsetzen, aber noch nicht hundert Prozent überzeugt sind, ob diese all Ihre Anforderungen wirklich erfüllt, macht es Sinn, einen Audit des derzeitigen Status Quo vorzunehmen und Ihre Aktivitäten im Bereich der Webanalyse zu bewerten. Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, zum ersten Mal eine Web Analytics-Lösung einzusetzen, dann sollten Sie sich mit folgenden Fragen intensiv beschäftigen:

  • Welche Web Analytics-Software gibt es auf dem Markt?
  • Gibt es kostenlose Tools, die ich gezielt einsetzen kann?
  • Welche Vor- und Nachteile haben sie?
  • Was leisten kostenpflichtige Analytics-Tools im Gegensatz zu ihren kostenlosen Pendants?
  • Wo sollen die Daten gespeichert werden? Beim Software-Anbieter oder auf dem eigenen Server?
  • Wie agiere ich datenschutzkonform beim Thema Webanalyse? Was muss ich unbedingt in Hinblick auf die DSGVO beachten?
  • Benötige ich technische Hilfe bei der Einrichtung?
  • Kann ich die Web Analytics-Software im täglichen Einsatz selbstständig betreiben oder benötige ich Hilfe?
  • Was möchte ich auf der Website konkret messen?
  • Welche Key Performance Indicator (KPI) möchte ich langfristig messen?
  • Welche personellen Ressourcen habe ich zur Verfügung, die Analyse-Software einzusetzen?

Wenn Sie diese Fragen in Hinblick auf Ihre persönlichen Anforderungen beantworten, können Sie eine Auswahl treffen und sich für einen Anbieter entscheiden. Natürlich ist es auch möglich, mehrere Tools und Plattformen miteinander zu vergleichen und gegebenenfalls parallel einzusetzen. Dies ist aber eher bei großen Unternehmen umsetzbar, die mehr Manpower und mehr Zeit zur Evaluation haben. Wenn Sie alleine oder als Kleinunternehmer agieren, sollten Sie sich zu Beginn auf eine Lösung konzentrieren und sich mit dieser Lösung intensiv auseinandersetzen.

Wenn Sie eine kostengünstige Alternative zu Google Analytics suchen, die Ihnen alle Freiheiten in der Webanalyse bietet, intuitiv zu bedienen ist und dabei gleichzeitig einen großen Wert auf Datensicherheit und Privatsphäre legt, könnte Piwik eine ideale Lösung für Sie oder Ihr Unternehmen sein.

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Was ist Piwik? – Die Mission von Matthieu Aubry eine Open Source Analytics Software zu entwickeln

Piwik ist mit 2,7 Millionen Installationen die weltweit bekannteste und am meisten eingesetzte Open-Source-Web-Analytics-Plattform. Sie wurde 2007 von Matthieu Aubry entwickelt und direkt unter Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Das Ziel war von Anfang an, Websitebetreibern und Unternehmen ein professionelles Webanalyse-Tool zur Verfügung zu stellen, das den Nutzern die Kontrolle Ihrer Daten überlässt, aussagekräftige Analysen liefert und gleichzeitig die Privatsphäre der Websitebesucher schützt und respektiert.

Datenkontrolle & Datenschutz haben bei Piwik Priorität

Die Datenkontrolle und der Datenschutz sind zwei wichtige Aspekte, die mit Piwik häufig als erstes in Verbindung gebracht werden. Das System ist keine SaaS-Lösung (Software as a Service), sondern wird auf dem eigenen Server (On-Premises) gehostet und vorgehalten. Ein Datenzugriff von Dritten erfolgt nicht. Sie bleiben vom ersten Moment an Besitzer Ihrer Daten und entscheiden selbst, welche Auswertungen Sie vornehmen möchten. Die Daten Ihrer Websitebesucher werden so erfasst, dass sie den Datenschutzanforderungen der EU und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) entsprechen. In diesem Zusammenhang stellt Piwik den Websitebetreibern eine komfortable Opt-out-Funktion zur Verfügung. Diese wird direkt in die Website integriert und kann von Usern genutzt werden, die nicht länger getracked werden möchten. Auf diese Weise steht eine rechtssichere Widerspruchs-Option zur Verfügung. Bei Google AnalUmfangreiche Datenbasis für Analysen und Reports

Im Bereich der Datenspeicherung und Auswertung spielt Piwik seine Stärken voll aus. Da Sie selbst Herr Ihrer Ressourcen sind, bestimmen Sie ganz allein, wie lange Sie die Analytics-Daten speichern. Sie müssen keine monatlichen oder jährlichen Limits beachten. So sind Langzeit-Analysen über mehrere Jahre hinweg möglich. Ein weiterer Vorteil ist die unbegrenzte Anzahl an Webseiten (Properties), die Sie mit einer Piwik-Instanz messen können. Wenn Ihr Unternehmen eine Vielzahl von Webseiten betreiben oder als Agentur im Kundenauftrag viele Webseiten betreuen, können Sie dies von einem einzigen System heraus managen. Dementsprechend gibt es auch keine Reglementierung in Hinblick auf die Anzahl der Nutzer-Accounts. Beliebig vielen Usern können Sie Zugriff auf die Piwik-Instanz geben.

Kein automatisches Daten-Sampling wie bei Google Analytics

Bei der Datenauswertung greifen self-hosted Analytics-Systeme wie Piwik auf den kompletten Datensatz zurück. Es findet kein Sampling (Stichprobenerhebung) statt. So werden alle verfügbaren Nutzerdaten für eine Auswertung herangezogen und spiegeln 1:1 die tatsächliche Situation wider. Eine Stichproben-Auswertung kann individuell vorgenommen werden. Dies ist empfehlenswert, wenn Sie eine sehr große Datenbasis zur Verfügung haben. Bei Google Analytics und anderen SaaS-Anbietern rutschen Sie automatisch in ein Daten-Sampling, da Google auf diese Weise die Serverlast reguliert.

Beachten Sie: Je größer das Datenvolumen, umso länger dauert die Berechnung und die Auswertung der Daten. Zeit, die man manchmal nicht zur Verfügung hat und ressourcenintensiv ist. Um schneller zu einer Einschätzung zu gelangen, verlässt man sich dann auf eine sinnvoll gewählte Stichprobe. Im Gegensatz zu anderen Analyse-Tools hat man hier aber immer selbst die Wahl, welchen Umfang die Stichprobe haben soll oder ob der gesamte Datensatz herangezogen wird. Bei den Reports und dem Datenexport sieht es ähnlich aus. Alles kann, nichts muss. Sie können uneingeschränkt auf die Daten Ihres Servers mit Piwik zugreifen und diese nach Belieben strukturieren und exportieren. Sie haben vollen Zugriff auf Rohdaten. Andere Tools limitieren das Reporting. Bei großen Abfragen sind dann meist Excel-Akrobaten gefragt, die die Datensätze wieder mühsam zusammenführen müssen.

Das Dashboard von Piwik

Blacklist für Referrer und individuelle Customer Journey

Eine Besonderheit von Piwik ist das user-zentrierte Reporting. Hier kann man sich auf Nutzerebene jede einzelne Aktion ansehen und die individuelle Customer Journey beobachten. So sind sehr individuelle Analysen möglich. Eine weitere, nennenswerte Funktion ist die Blacklist für Referrer-Spam (massenhaft automatisierter Aufruf von Webseiten). Mit ihr erkennt Piwik unliebsame Referrer, die die Auswertung verfälschen. Wenn Piwik diesen Spam identifiziert hat, wird er aus den Ergebnissen herausgefiltert und separiert.

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Das Verhältnis von self-hosted Software zu Adblockern

Rand Fishkin, führender SEO-Experte empfiehlt Piwik regelmäßig. In einem Tweet verwies er auf einen Blog-Artikel von Filippo Valsorda. Dieser thematisierte zum einen den respektvollen Umgang der Websitebetreiber mit der Privatsphäre der Websitebesucher, indem die Trackingdaten nicht an Dritte für Werbezwecke weitergeleitet und nur für interne Analysen verwendet werden. Und zum anderen unterstrich er einen enormen Vorteil von self-hosted Analytics-Software – nämlich die Tatsache, dass alle gängigen Adblocker das Tracking durch Piwik nicht unterbinden.

Rand Fishkin empfiehlt Piwik aufgrund von Privatsphäre und Genauigkeit der Messergebnisse

So kann Piwik in Zeiten einer hohen Verbreitung von Adblockern wie AdblockPlus, Ghostery & Co. tatsächlich alle Besucher erfassen und somit exaktere Ergebnisse liefern, da alle Nutzergruppen mit ihren Interaktionen gemessen werden. In seinem Fall untersuchte er die Page Views einer Website innerhalb von zwei Tagen. Das Ergebnis war prägnant: Mit Google Analytics wurden in diesem Zeitraum 10.403 Page Views gezählt. Mit Piwik waren es 16.110 und somit 55 Prozent mehr. Deutschland ist ein sehr beliebtes Land für Adblocker, Sie sollten sich diesem Problem und den Konsequenzen also bewusst sein. Den Blogbeitrag von Filippo Valsorda können Sie an dieser Stelle nachlesen.

Piwik ist für Webanalyse-Einsteiger geeignet: Das übersichtliche und intuitive User-Interface

Piwik verfügt über ein übersichtliches User-Interface. Es lässt sich intuitiv bedienen und wirkt zu keiner Zeit überfrachtet. Alle Analysebereiche sind linear strukturiert. Im Dashboard kann man sich seine favorisierten Analysen anzeigen lassen und mit Widgets arrangieren. Zu Beginn sieht man beispielsweise den Besucher-Traffic in Echtzeit, die Location der User und mit welchem Browser die Website aufgerufen wurde. Eine wichtige Information, die in keinem Dashboard fehlen sollte, ist die Liste der externen Websites. Hier sieht man die Top-Referrer, also die Webseiten, die auf meine Website verlinken und somit für Traffic sorgen. Auf diese Weise kann man relevante Trafficquellen identifizieren und für weitere Aktionen nutzen. In einem weiteren Blogartikel werden wir Ihnen den Funktionsumfang und verschiedene Analyse-Methoden ausführlich vorstellen.

Piwik Community

Ein weiterer Pluspunkt des Open-Source-Charakters von Piwik ist die starke Community. Die Software wird in regelmäßigen Update-Zyklen aktualisiert und erweitert. Die Entwicklung kann auf der Developer Website von Piwik.org beobachtet und mitgestaltet werden. Auf GitHub, einer offenen Entwicklungsplattform, hat man die Möglichkeit, sich mit den Entwicklern auszutauschen und aktuelle Entwicklungen zu verfolgen. Auch Fragen zu einzelnen Features, Plug-ins oder Problemen können dort gestellt werden. Wer sich in Bezug auf Analysen und Anwenderszenarien austauschen möchte, kann sich im Piwik Forum mit anderen Nutzern vernetzen und Rat suchen. Die Community ist sehr aktiv. Admins, Entwickler und Webanalysten tauschen sich hier aus und werden bei den meisten Fragen fündig. Alles was Sie dann benötigen ist ausreichend Zeit und Know-how Bei speziellen Anforderungen und Problemstellungen muss man auch Geduld aufbringen. Es kann sein, dass manche Fragen lange Zeit unbeantwortet bleiben. Zeit, die Unternehmen nicht immer haben. Wenn Unternehmen schnelle, professionelle Unterstützung benötigen und Ihrer Webanalyse-Software lieber kontinuierlich betreut wissen möchten, macht es Sinn einen Enterprise-Analytics Spezialisten zu engagieren. So erhalten Sie zuverlässigen Support und eine Analytics-Software, die hochperformant und mit mehr Analyse-Funktionen ausgestattet ist.
Hier müssen Sie eine klassische Make or Buy Entscheidung treffen und die Vor- und Nachteile abwägen. Piwik open-source installieren und von der eigenen IT betreuen lassen oder ein self-hosted Analytics-Suite inklusive Know-how einkaufen.

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Piwik Marketplace

Im Piwik Marketplace stehen eine Vielzahl an zusätzlichen Plug-ins und Themes bereit, die die Basis-Plattform von Piwik erweitern und spezialisieren. Je nach persönlichen Anforderungen können diese implementiert und eingesetzt werden. Für verschiedene Analyse-Szenarien stehen Features zur Verfügung. Jeder Entwickler kann seine Features in den Marketplace einstellen und zum Download anbieten. Es gibt ähnlich wie bei WordPress kostenlose Plug-ins sowie auch kostenpflichtige Erweiterungen. Für verschiedenste Analyse-Methoden gibt es eine Auswahl.

Die Piwik Mobile App

Neben der Desktop-Version steht Ihnen Piwik auch als App zur Verfügung. Sie können sie im App Store von Apple und Google Play herunterladen. So beobachten Sie von unterwegs Ihre Website. Die App wurde von deutschen Entwicklern des Piwik-Core-Teams entwickelt.

Piwik Version 3.2.1

Die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels aktuelle Version von Piwik ist Version 3.2.1, die neue Shortcuts zur noch einfacheren Bedienung für die Nutzer bereithält.

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CMS, Online-Shops und Entwicklungsumgebungen mit Piwik

Wenn Sie Ihre Website mit einem Content-Management-System wie zum Beispiel WordPress, Joomla!, Drupal oder TYPO3 betreiben, stellt Piwik entsprechende Plug-ins zur Verfügung, um die Webanalyse in die Systeme zu integrieren. Auch eine Vielzahl von Online-Shops und Entwicklungsumgebungen werden unterstützt. Eine vollständige Liste finden Sie auf der Seite von Piwik.org.

Fazit

Der Artikel zeigt, dass man mit Open-Source-Software eine zuverlässige Web Analytics-Plattform betreiben kann, die professionelle und aussagekräftige Analysen und Reports liefert. Man bleibt die gesamte Zeit Herr über seine Unternehmensdaten und kann valide Aussagen zum Erfolg und Misserfolg der eigenen Online-Aktivitäten und der Website-Performance treffen. Einer zuverlässigen KPI-Messung steht somit nichts mehr im Weg. In einem weiteren Blogartikel werden wir Ihnen das User-Interface von Piwik, die Features und Reports detailliert vorstellen.

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Die folgende Infografik zeigt die Vorteile und Unterschiede zu Google Analytics. In unserem Whitepaper Piwik vs. Google Analytics haben wir die beiden Tools detailliert miteinander verglichen.

Autor:

Britta Behrens, Marketing Manager DACH

Sie liebt und lebt digitales Marketing. Tagtäglich beschäftigt sie sich mit Web Analytics, SEO, SEA, Social Media und Content-Marketing.

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